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Indikatoren & Co erfreuen sich gerade bei privaten Tradern großer Beliebtheit. Dies hat wahrscheinlich mehrere Ursachen. So vermitteln Indikatoren ein Gefühl von Kontrolle und Wissen um das Geschehen am Markt und sind oft das Ergebnis einer bitteren Erkenntnis: das Geschehen an den Märkten ist komplex und schwer prognostizierbar. So gibt es kaum Tradingeinsteiger, die sich direkt mit dem Thema Indikatoren auseinandersetzen. Auf diese werden die meisten erst dann aufmerksam, wenn die Tradingergebnisse mit klassischen Mitteln nicht wie gewünscht ausfallen. Dann schauen sich viele Trader um und landen meist recht schnell bei Indikatoren.

Riesen Auswahl – Da muss doch etwas passendes dabei sein!

Aus Sicht des Suchenden haben Indikatoren einige Vorteile. Zum einen gibt es eine schier unendliche Zahl an Möglichkeiten. Es gibt hunderte bekannte Indikatoren und jedem steht es frei, eigene Indikatoren zu entwickeln (PS: das geht aktuell auch in Guidants). Darüber hinaus scheint es für jedes Marktumfeld passende Indikatoren zu geben, die ihrerseits mit unendlichen vielen Einstellungsmöglichkeiten daherkommen. Da sollte es doch wohl möglich sein, das „perfekte System“ zu entwickeln und der Wahrheit am Markt nahe zu kommen.

Was sich in der Theorie spannend anhört, verblasst meist recht schnell im Angesicht der Realität. Weder das Problem der Unsicherheit an den Märkten verschwindet, noch wird es mit Indikatoren allgemein zwangsläufig leichter.

Sind alle Indikatoren sinnlos?

Früher oder später stellt man sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, Indikatoren zu verwenden? Die Antwort darauf hängt davon ab, was man von diesen erwartet. Wir haben bereits festgehalten, dass auch Indikatoren keine Wunder vollbringen und den Markt vorhersehbar machen können. Ohne Zweifel, es gibt immer wieder Phasen, in denen Indikatoren perfekt funktionieren, was vor allem im Nachhinein sehr gut erkennbar ist, aber einer Glaskugel können auch Indikatoren nicht gerecht werden. Wer danach strebt, braucht eigentlich nicht weiter machen.

Auf der anderen Seite aber bieten Indikatoren durchaus einige Vorteile. So können sie bestimmte Aspekte der Kursbewegungen vor allem optisch hervorheben. So lässt sich in der Regel auch am Kursverlauf selbst erkennen, ob und wann der Schwung in einer Bewegung abnimmt, aber der Momentum-Indikator fokussiert in einem eigenen „Chart“ diesen Aspekt und hebt ihn hervor.

Parallel dazu eigenen sich Indikatoren perfekt für den computergestützten Handel. Da ein Computer nur „0“ und „1“ kennt, braucht er klare Anweisungen. Was das menschliche Auge und die eigene Interpretationsfähigkeit leisten können, muss einem Computer eindeutig vermittelt werden. Nichts ist eindeutiger als Mathematik. Entweder der Kurs liegt über dem Indikator oder nicht! Entweder beide gleitenden Durchschnitte haben sich gerade gekreuzt oder nicht.

Diese Eindeutigkeit macht Indikatoren aber nicht nur für den computergestützten Handel interessant, sondern dürfte auch einer der Gründe sein, warum viele private Trader gerne auf diese zurückgreifen. In einer unsicheren Umgebung gibt es quasi klare Anweisungen. Allein das damit verbundene Gefühl von Sicherheit beim Treffen von Entscheidungen kann sich positiv auf die eigene Performance auswirken. Der Trader zögert nicht und hat Vertrauen. Gewürzt mit dem richtigen Verständnis von dem, was Indikatoren leisten können und was nicht, ein Vorteil für den Trader. Fehlt dieses Verständnis, läuft man jedoch Gefahr, in eine Katastrophe zu schlittern.

Der letzte Punkt den ich ansprechen möchte, entstammt meiner Erfahrung im Umgang mit Indikatoren. Das viele Probieren und Testen zeigte zwar eindeutig, dass auch Indikatoren nicht den heiligen Gral im Trading darstellen, führte letztlich aber auch zur Erkenntnis, dass man quasi rund um jeden Indikator auch einen halbwegs funktionierenden Handelsansatz aufbauen kann. Schließlich ist der Indikator nur ein Baustein des „Systems“ und gepaart mit anderen essentiellen Zutaten wie Risiko & Moneymanagement, Psychologie und Taktik ist einiges möglich.

Sie nutzen Indikatoren, dann…

Auch wenn viele Profitrader es mit der Nutzung von Indikatoren nicht übertreiben, finden sie immer wieder auch Anwendung im Trading. Und sei es nur, um bestimmte Aspekte des Kursgeschehens optisch hervorzuheben. Sofern auch Sie auf Indikatoren zurückgreifen wollen, möchte ich Ihnen folgende Punkte ans Herz legen:

  1. Überschätzen Sie die Leistungsfähigkeit von Indikatoren nicht (siehe obige Ausführungen).
  2. Sie sollten wissen, um was es sich bei den von Ihnen genutzten Indikatoren handelt. Nur allzu oft nutzen Trader Indikatoren, über die Sie irgendwo gelesen haben und/oder die gerade Mode sind, ohne zu wissen, um was es sich bei diesen Indikatoren handelt. Ein Supertrend bspw. hat einen wohlklingenden Namen, aber wissen Sie auch, was dahinter steckt und wie er berechnet wird? Natürlich brauchen Sie die Formel nicht auswendig lernen, aber einen Blick darauf mit dem Versuch, das dahinterstehende Konzept zu verstehen, kann nur helfen, die Leistungsfähigkeit des Indikators und seine „Macken“ richtig einzuschätzen. Diese Regel missachtete ich bspw. gestern und prompt unterlag ich den gesamten Handelstag über einer Fehlinterpretation. Es war reines Glück, dass dies keine negativen Konsequenzen hatte.
  3. Halten Sie Ihren Chart „sauber“. Viel hilft nicht immer viel! Oft sehe ich Charts, bei denen der Kursverlauf nicht mehr zu erkennen ist, da er von dutzenden Indikatoren überlagert wird. Mehr Indikatoren zu verwenden, macht die Börse nicht sicherer, erschwert aber eine Entscheidungsfindung.

Viel Erfolg

Rene Berteit

Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!