Früher oder später stellt sich jeder Trader bzw. Investor einmal die Frage, wie weit Kurse eigentlich laufen können. Schließlich möchte man in einem bestehenden Trend möglichst große Gewinne mitnehmen, auf der anderen Seite aber auch im Rahmen irgendwann definitiv einsetzender Korrekturen nicht zu viel von diesen abgeben. Aber nicht nur in Trendrichtung stellt sich diese Frage, sondern auch im Rahmen von gegenläufigen Korrekturen. Schließlich bieten diese die Möglichkeit, sich relativ günstig in einem bestehenden Auf- oder Abwärtstrend zu positionieren. Perfekt wäre es, nicht zu früh und auch nicht zu spät einzusteigen oder direkt formuliert, einfach nur das Tief zu erwischen (im Falle eines Aufwärtstrends und einer abwärts gerichteten Korrektur).

    Die Frage danach, wie weit Kurse also laufen können, ist nicht nur spannend, sondern auch erfolgsrelevant. Gestellt ist diese Frage sehr schenll, jedoch ergeben sich bereits nach einigen Überlegungen erste Schwierigkeiten. Wenn man fragt, wie viel Prozent eine Aktie steigen kann, hängt die Antwort vom Blickwinkel des Betrachters ab. Schauen Sie sich hierzu Abbildung 1 an.

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    ZigZag!

    Wie Sie sehen, spielt der Bezugspunkt eine wichtige Rolle. Sucht man eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage, muss also zunächst definiert werden, wie solche Bezugspunkte aussehen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei an dieser Stelle auf den sogenannten ZigZag-Indikator zurückgegriffen wurde. Dieser Indikator verbindet Hoch und Tiefpunkte miteinander, sofern diese eine vom Trader zu definierende Entfernung auseinanderliegen. Ausgehend von einem potentiellen Tief wird nur dann eine neue Aufwärtslinie gezeichnet, sofern die Kurse nach oben hin mindestens den eingestellten Schwellenwert überschritten haben. Abbildung 2 zeigt den ZigZag-Indikator mit einer Einstellung von 10 %, die für diesen „Test“ weiterverwendet wurden. Zudem dürfte beim Blick auf den Chart schnell klar sein, wo her der Indikator seinen Namen hat.

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    Chart wurde mit Tradesignal erstellt, Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

    Welche Statistik zeigt sich im DAX?

    Mit dieser Basis ist es nun möglich, Bewegungen zu messen. Das folgende Diagramm zeigt, wie groß die einzelnen Schwankungen des ZigZag-Indikators im Deutschen Aktienindex seit Ende 1999 in Prozent im Zeitverlauf waren. Begonnen wurde mit einer 20-prozentigen Abwärtsbewegung, gefolgt von einer Erholung um 10 %. Wie sie der Grafik entnehmen können, liegen Extremwerte bei den Abwärtsbewegungen zwischen 30 und 40 %, während auf der Oberseite diese eher zwischen ca. 50 und 60 % auszumachen sind. Wichtig für das Verständnis der Grafik ist, dass eine Bewegung immer dann endete, wenn es zu einer mindestens 10-prozentigen Gegenbewegung auf Schlusskursbasis kam.

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    In der letzten Abbildung sehen Sie die Häufigkeiten einzelner Kursbewegungen. Kleinere Bewegungen sind demnach auf beiden Seiten wahrscheinlicher, bevor zu einer entsprechenden Konterbewegung kommt. Letztlich aber können die Kurse sowohl nach rechts als auch links weit laufen, bevor Korrekturen einsetzen. Gerade im positiven Bereich gibt es eine spürbare Verlagerung hin zu größeren Trends.

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    Ist der DAX am Ende?

    Viele reden den Deutschen Aktienindex aktuell gerne runter, schließlich ist dieser in den vergangenen Monaten weit gelaufen. Setzen wir unsere erörterte Mechanik an, war der Ausgangspunkt des laufenden Bullenmarktes bei 9.268 Punkten. Aktuell notiert der Index gut 37 % höher, womit man sich ohne Zweifel schon im Extrembereich aufhält. Völlig sorglos sollten Investoren also nicht mehr agieren und stattdessen das Kursgeschehen engmaschig verfolgen. Nichtsdestotrotz hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass es noch ein ganzes Stück weitergehen kann, bevor eine Korrektur von 10 % oder mehr einsetzt - in Extremfällen sogar doppelt so weit wie aktuell. Die große Bärenkeule zu schwingen, scheint also trotzdem nicht angebracht.

    Viel Erfolg

    Ihr Rene Berteit

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