... Schließlich würde eine verneinende Antwort tausende von Traderträumen zum Platzen bringen. Aber vielleicht kommt Ihre spontane Antwort zu schnell, denn mit dieser grundlegenden Fragestellung haben sich schließlich schon höchst erfolgreiche Trader auseinander gesetzt und die waren nicht immer einer Meinung. Denken Sie nur an Richard Dennis und William Eckhardt. Während Dennis sich relativ sicher war, aus jedem einen erfolgreichen Trader zu machen, hatte Eckhardt da so seine Zweifel und was folgte, war das wohl berühmteste Experiment in der Tradingwelt, die Turtletraders. Sie sehen also, so weit hergeholt ist die Frage nicht, aber wer hatte nun Recht? Kann man Trading erlernen oder nicht? Sie könnten an dieser Stelle das Lesen abbrechen, aus Angst, die „falsche“ Antwort zu erhalten oder aber wir lassen uns auf diese riskante Frage ein. Vielleicht gibt es ja einiges zu entdecken? (Wie viel es wirklich zu entdecken gibt, zeigt auch dieser kompakte Artikel zum Thema Trading-Lernen, der als erste Einstiegshilfe wirklich formidabel alles wichtigen Themengebiete zusammenträgt-)

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Auf der Suche nach einer Antwort müssen wir uns fragen, was einen erfolgreichen Trader überhaupt ausmacht und schnell landen wir beim Lieblingsthema privater Trader, der Tradingstrategie oder allgemein, der Methodik. Auf den ersten Blick scheint klar, dass es keinem von uns schwer fallen sollte, eine solche zu erlernen. Wenn uns jemand zeigt, welche Regeln anzuwenden sind, bräuchten wir diese lediglich auswendig lernen und uns die passenden Trades am Markt heraussuchen. Also alles klar?

Mitnichten, wie Sie vielleicht selbst schon am eigenen Leib erfahren haben. Können Sie sich noch an Ihr letztes Seminar zum Thema Tradingstrategien oder Ihr letztes Webinare diesbezüglich erinnern? Was beim Zuhören/Lesen so klar und deutlich als Schlüssel zum Erfolg vor Ihnen lag, entpuppte sich im praktischen Trading als schwieriges Unterfangen. Nicht, dass Sie die Grundregeln des Systems nicht verstanden hatten und wir wollen dem Referenten/Autor auch nicht unterstellen, dass er Ihnen Humbug erzählt hat, aber im praktischen Trading scheint es auf die kleinen Details anzukommen und genau diese wurden nicht ausreichend erklärt. Dies liegt daran, dass viele erfolgreiche Trader sogenannte diskretionäre Tradingstrategien nutzen. Diese Strategien bauen auf einem gewissen Regelwerk auf, aber der Trader selbst hat einen mehr oder minder großen Entscheidungsspielraum. Er darf den Kursverlauf innerhalb seines Basisregelwerkes interpretieren. Berühmte Beispiele hierfür sind die Markttechnik, die klassische Formationsanalyse oder die Elliottwellen.

Im Laufe meiner Tradingkarriere habe ich unzählige solcher Basisregeln auf Herz und Nieren getestet, mit einem niederschmetternden Ergebnis. Viele dieser Taktiken arbeiten statistisch gesehen nur moderat profitabel. Das heißt, handeln wir diese systematisch nach den vorhandenen Basisregeln durch und lassen weitere Interpretationen außen vor, dann sind die Vorteile weit entfernt von dem Erfolg, den Profitrader damit erzielen oder von dem, was sich private Trader unter eine guten Strategie vorstellen. Da uns aber die Profis zeigen, wie erfolgreich diese Methodiken sein können, kann ein wesentlicher Teil dessen nur auf die gute Interpretationsfähigkeit des Traders zurückzuführen sein. Aus dem Gespür, seiner Intuition heraus weiß er, wann er seine Regeln in welchem Umfang brechen darf.

Fassen wir diesen ersten Gedankengang zusammen, dann ist die Frage, ob wirklich jeder das Trading erlernen kann, ein höchst zweischneidiges Schwert. Sofern es sich bei der Methodik um ein festes Regelwerk ohne Interpretationsspielräume handelt, sollte es keinem schwer fallen, die Regeln zu erlernen und so die Basis für den Erfolg zu legen. Umfasst die Strategie jedoch Interpretationsspielräume, brauchen wir erst gar nicht versuchen, unseren Mentor bis in kleinste Detail kopieren zu wollen. Stattdessen müssen wir mit den leicht erlernbaren Basisregeln unsere eigenen Erfahrungen machen und ein Gespür für den Markt und unsere Taktik entwickeln. Ob es wirklich jedem gelingt, diese Fähigkeiten zu entwickeln, möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen und offen im Raum stehen lassen. Entscheidend ist jedoch die Erkenntnis, wie wichtig Übung, Geduld, Selbstkontrolle, Disziplin, Vertrauen und natürlich Risikomanagement für den Erfolg im Trading sind (Hier finden Sie einen exklusiven Ratgeber zum Thema Moneymanagement. 22-Seiten die Sie perfekt in das Thema einführen können!). Erfahrungen können Sie nur sammeln, wenn Sie aktiv üben, dabei Ihr Kapital zusammenhalten, sich ständig Feedback geben und Stück für Stück lernen, ein Gespür für den Markt zu entwickeln – oder sind vielleicht rein statistische Ansätze mit einem ganz klaren und festen Regelwerk die Lösung?

Dieser Gedanke liegt natürlich nahe. Wo es keine Interpretationsspielräume innerhalb der Strategie gibt, brauche ich nur die Regeln zu lernen und schon bin ich erfolgreich. In diesem Falle könnte ich sogar dem Computer das Handeln überlassen, denn schließlich ist alles mathematisch exakt definiert. Vielleicht ahnen Sie es schon, aber so einfach, wie sich die Sache anhört, ist sie auch wieder nicht. Zum einen müssen Sie erst einmal eine solche Strategie finden und selbst wenn dieser Schritt gelingt, darf sich der Trader mit seinen Emotionen nicht selbst im Weg stehen. In meinen Augen ist es nämlich eine Mär, dass ein automatisiertes Trading den psychologischen Aspekt des Tradings negiert. Nur weil wir ein festes Regelwerk ohne Interpretationsspielräume besitzen, heißt dies nicht zwangsläufig, dass wir dieses auch ohne „Wenn und Aber“ umsetzen können und werden. Typische Emotionen wie Angst, Gier und Hoffnung greifen auch in diesem Bereich des Tradings um sich und da Trading in der Regeln ein einsamer Job ist, hindert Sie auch keiner daran, diesen Emotionen nachzugeben und so von Ihrem eigenen Tradingplan abzuweichen. Selbst wenn Sie den Handel dem Computer überlassen, so sind damit nicht zwangsläufig alle emotionalen Fehlerquellen ausgeschlossen. Schließlich können Sie immer noch jeder Zeit entscheiden, den Computer abzustellen. Im Fazit ist also auch in diesem Bereich nicht so ohne weiteres davon auszugehen, dass wirklich jeder das Trading erlernen kann. Angefangen bei der Fähigkeit, entsprechende Regelwerke zu entwickeln bis hin zur „emotionslosen“ Umsetzung dieser gibt es einige Hürden, die überwunden werden müssen.

Was ist nun mit unserer Eingangsfrage? Ist Trading erlernbar? Bisher war der Artikel ja nicht gerade erbaulich, aber ich würde nicht als Tradingcoach arbeiten, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass jeder die Chance hat, erfolgreich zu sein (Übrigends: Hier finden Sie alle Informationen zu meinem Trading-Service). Ob er diese aber auch nutzen kann, hängt von jedem selbst ab. Ich hoffe ich konnte aufzeigen, dass es nicht reicht, nur ein paar Bücher zu lesen oder Seminare/Webinare zu besuchen, um sich seinen eigenen Tradingtraum zu erfüllen. Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Trading zu entwickeln. Greifen Sie dabei auf die Ansätze erfolgreicher Trader zurück, aber scheuen Sie sich nicht davor, Ihren eigenen Weg zu gehen. Gerade weil viele erfolgreiche Trader diskretionäre Ansätze fahren, ist dies sogar eine zwingende Notwendigkeit. Achten Sie dabei auf Ihr Risiko, denn nur wer die Lernzeit übersteht, kann später auch den Erfolg ernten. Zeit, Arbeit und Energie aber wird die Entwicklung der eigenen Tradingfähigkeiten auf alle Fälle brauchen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gutes Gelingen und viel Erfolg

Ihr

Rene Berteit

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