Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der bekanntesten Kennzahlen zur Aktienbewertung. Berechnet wird das KGV, indem der aktuelle Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie dividiert wird:

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KGV = (aktueller Aktienkurs)/(Gewinn pro Aktie)

Der Gewinn pro Aktie bezieht sich in der Regel auf ein vollständiges Geschäftsjahr oder die zurückliegenden 12 Monate und kann entweder anhand bereits realisierter Gewinne oder anhand von Analystenschätzungen bestimmt werden. Ein KGV von 12 bedeutet, dass das Unternehmen in 12 Jahren so viel an Gewinn pro Aktie erwirtschaftet, wie eine Aktie aktuell kostet. In dieser Zeit würde sich die Investition also gewissermaßen amortisieren. Je niedriger das KGV, desto "günstiger" ist eine Aktie also in Bezug auf den Gewinn pro Aktie.

Das KGV eines Unternehmens wird häufig mit dem Branchen-KGV verglichen, also dem durchschnittlichen KGV, das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld vorweisen. Hierbei gilt, dass ein niedrigeres KGV als das der Branche tendenziell positiv zu bewerten ist. Das liegt daran, dass das Unternehmen als unterbewertet gilt, weil der Marktwert pro Unternehmensanteil (Kurs) im Vergleich zum Gewinn pro Anteil niedriger ausfällt als bei Unternehmen die in vergleichbaren Tätigkeitsfeldern aktiv sind. Neben dem Branchendurchschnitt kann das KGV auch mit historischen Werten für das selbe Unternehmen verglichen werden, um zu beurteilen, ob die Aktien aktuell "günstig" oder "teuer" bewertet sind.

Stark wachsende Unternehmen haben in der Regel ein deutlich höheres KGV als Aktien von Unternehmen, die in einem stagnierenden oder schrumpfenden Geschäftsfeld tätig sind. Das liegt daran, dass sich die Bewertung von Wachstumsunternehmen stärker an potenziell in der Zukunft erzielbaren Gewinnen orientiert als am aktuell erzielbaren Gewinn. Das KGV verliert seine Aussagekraft, wenn Unternehmen Verluste einfahren, da sich dann rechnerisch ein negatives KGV ergibt.

Auf Englisch wird das KGV als Price-Earnings-Ratio (PER) oder P/E Ratio bezeichnet.