Die Bezeichnung Mantel oder Börsenmantel trägt ein börsennotiertes Unternehmen, wenn kein nennenswerter operativer Geschäftsbetrieb anliegt. Börsenmäntel werden gelegentlich dafür genutzt, einen „Börsengang durch die Hintertür“ auf den Weg zu bringen. In diesem Fall kauft ein Unternehmen einen Börsenmantel und weist die Geschäftsbereiche, die an die Börse gebracht werden sollen, diesem Mantel zu. Im Anschluss daran veräußert das Unternehmen einen Teil der Anteile oder sämtliche Anteile am Börsenmantel. Börsenmäntel gelten bei risikofreudigen Anlegern als beliebte Spekulationsobjekte. Immer wieder werden Börsenmäntel auch für kriminelle Zwecke genutzt. So wurden Anleger mittels falscher oder fehlerhafter Angaben über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens getäuscht und zum Kauf der eigentlich wertlosen Aktien des Unternehmens verleitet. Davon betroffen sind häufig im Ausland gegründete und im Freiverkehr gelistete Unternehmen.

Der Begriff Mantel kann sich darüber hinaus auf einen Teil einer Aktienurkunde beziehen. Aktienurkunden setzen sich aus Mantel und Bogen zusammen. Während der Mantel das eigentliche Eigentumsrecht des Aktionärs verbrieft, enthält der Bogen die Kupons, die zum Bezug der Dividende berechtigen. Die meisten Aktienwerte kommen allerdings inzwischen ohne separate Aktienurkunden aus: Die Aktien werden gemeinhin als sogenannte Globalurkunden verbrieft.

(geschrieben von Helge Rehbein)