Wer ist besser darin, Aktien zu analysieren und Kaufempfehlungen auszusprechen? Haben menschliche Analysten noch die Nase vorn? Oder haben algorithmische Verfahren und künstliche Intelligenzen den menschlichen Analysten bereits den Rang abgelaufen? Diese Frage haben drei Finanzwissenschaftler der Indiana University in einer neuen Studie untersucht ("Man versus Machine: A Comparison of Robo-Analyst and Traditional Research Analyst Investment Recommendations" von Braiden Coleman, Kenneth J. Merkley und Joseph Pacelli).

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In der Studie wurde analysiert, wie gut von Computern erstellte Empfehlungen im Vergleich zu Empfehlungen von klassischen Bankanalysten abschneiden. Untersucht wurden dabei sieben verschiedene "Robo-Analysten". Bei den Robo-Analysten handelt es sich um sehr unterschiedliche Angebote, bei denen Aktien automatisch analysiert und gegebenenfalls empfohlen werden. Die einzelnen Robo-Analysten unterscheiden sich dabei stark voneinander: So kommen klassische Screening-Verfahren auf Basis der Strategien von Starinvestoren ebenso zum Einsatz wie Methoden der künstlichen Intelligenz, um Kaufempfehlungen zu generieren. Stärker ausgeprägt als bei den traditionellen Analysten ist bei den Robo-Analysten auch die Nutzung von Kursdaten im Vergleich zu fundamentalen Daten.

Die Studie kommt unter anderem zu den folgenden Ergebnissen:

  • Während bei menschlichen Analysten die Kaufempfehlungen klar gegenüber den Empfehlungen "Halten" oder "Verkaufen" überwiegen, sind die Empfehlungen der Robo-Analysten deutlich ausgeglichener. Die Studie erklärt das damit, dass die Robo-Analysten keinen Wahrnehmungsverzerrungen oder irrationalen Verhaltensmustern unterliegen.
  • Robo-Analysten können deutlich größere Datenmengen nutzen als menschliche Analysten, weshalb bei ihnen Quartalszahlen der Unternehmen keine so große Rolle spielen wie bei den menschlichen Analysten. Zudem neigen die Robo-Analysten dazu, ihre Empfehlungen häufiger zu revidieren als dies menschliche Analysten tun.
  • Kurzfristig reagiert der Markt stärker auf die Empfehlungen menschlicher Analysten als auf Empfehlungen der Robo-Analysten. Stufen menschliche Analysten eine Aktie hoch, so folgt darauf im Mittel ein Kursplus von rund drei Prozent. Bei den Empfehlungen der Robo-Analysten ist die abnormale Rendite, die auf die Empfehlung folgt, nur ungefähr ein Zehntel so hoch. Die Marktteilnehmer achten in ihrer Gesamtheit also deutlich stärker auf menschliche Empfehlungen als auf Empfehlungen der Robo-Analysten.
  • Mittel- bis langfristig schneiden allerdings die Empfehlungen der Robo-Analysten deutlich besser ab als die Empfehlungen der menschlichen Analysten. So bringen Portfolios, die auf Basis der Kaufempfehlungen von Robo-Analysten gebildet werden, im Schnitt ein Performanceplus von 6,4 bis 6,9 Prozent gegenüber der Benchmark. Menschliche Empfehlungen erzeugen hingegen im Mittel nur ein Renditeplus von 1,2 bis 1,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsmaßstab.

Insgesamt generieren die Robo-Analysten also einen erkennbaren Mehrwert im Vergleich zur Benchmark und zu den menschlichen Analysten, so die Studie.

Eine Hoffnung für die Spezies Mensch im Wettstreit mit den immer intelligenter werdenden Maschinen gibt es aber noch. Auch das zeigt das Beispiel Schach. Obwohl menschliche Spieler gegen Computer beim Schach schon lange keine Chance mehr haben, sind Menschen, die mit Computerunterstützung spielen, selbst sehr guten Computerprogrammen noch überlegen. Mit Advanced Chess und Freestyle Chess haben sich neue Schachvarianten entwickelt, bei denen menschliche Spieler auf Computerunterstützung zurückgreifen können. Dabei sind die "Cyborg"-Spieler (Mensch-Maschine-Kombination) auch heute noch besser als die besten Computerprogramme, wenn diese keine menschliche Unterstützung haben. Zumindest in Teilbereichen ist die menschliche Intelligenz also noch unverzichtbar.

Beim Investieren dürfte es ganz ähnlich sein: Menschen, die beispielsweise Screening-Verfahren zum Suchen nach interessanten Trading- und Investmentchancen einsetzen, dann aber noch ganz diskretionär entscheiden, ob sie kaufen oder nicht, dürften auch den besten Computern noch haushoch überlegen sein.

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