Selbstüberschätzung
Wenn ein Trade richtig gut funktioniert und die Pluszeichen dreistellig werden, fühlt man sich gut. Das darf man auch. Viele verwechseln Glück allerdings mit Können. Es entsteht das Gefühl, dass mein ein Genie ist und Talent hat. Die meisten haben es nicht. Die Erkenntnis kommt, wenn man versucht das Glück zu replizieren. Man geht ähnliche Wetten auf Pennystocks ein, kauft irgendetwas, das Elektromobilität verspricht (um den Aufstieg von Tesla mit einer anderen Aktie nachzuholen) oder den nächsten Hype-Sektor.

Das geht häufig schief. Die großen Pluszeichen ändern das Vorzeichen. Nicht wenige Börsenneulinge verlieren gleich ihr ganzes Geld. Auch erfahrenen Anlegern geht es so. Bill Ackman, ein bekannter Hedgefondsmanager, hat diese Erfahrung nicht nur einmal gemacht. Ob das Lehrgeld gereicht hat, um die Lektion zu lernen, ist fraglich.

Wenn ein Investment funktioniert, ist die Versuchung groß, noch mehr aufs gleiche Pferd zu setzen. Bei Ackman machte Veleant schon über 15 % des Fonds aus als nochmals nachgekauft wurde. Gewinner darf man ausbauen, sollte aber auf die Positionsgröße achten.

Gewinne nicht mitnehmen
So investierte Ackman immer mehr, wahrscheinlich vom frühen Erfolg der Position eingenebelt. Nach dem Nachkaufen stieg der Kurs zunächst weiter. Gewinne wurden allerdings nie mitgenommen. Anleger machen häufig den Fehler, dass sie Verluste laufen lassen und Gewinne zu früh mitnehmen. Gewinne gar nicht mitzunehmen ist genauso schlimm.


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Keine Aktie der Welt steigt ewig. Es führt kein Weg daran vorbei Positionen regelmäßig zu prüfen. Wer eine Aktie kauft, kauft ein Geschäftsmodell. Irgendwann ist das Potential erreicht. Wer sich keine Meinung darüber bilden kann oder will, welches Potential noch in dem Geschäftsmodell steckt, sollte am besten die Finger von Einzelwerten lassen. Wenn man keine Ahnung davon hat, was man eigentlich gekauft hat, kann man schlichtweg nicht beurteilen, was noch möglich ist und wie groß das Risiko ist.

Fakten und Big Picture ignorieren
Bill Ackman konnte das gut. Valeant stand früh in der Kritik. Das Geschäftsmodell des Unternehmens war relativ einfach. Valeant kaufte andere Unternehmen mit bestehenden Produkten. Nach der Übernahme wurden die Preise der Pharmaprodukte angehoben.


Das Geschäftsmodell galt als sicher und als Gelddruckmaschine. Als die Übernahme von Allergan scheiterte, gab es ein Verfahren wegen Insiderhandel. Das hätte jeden Anleger aufschrecken sollen. Oftmals ist so etwas nur die Spitze des Eisberges.

Es folgte ein Bilanzierungsskandal. Die Aktie fiel wie ein Stein. Wieso Ackman damals nicht ausstieg, weiß nur er. Wenn ein Skandal dem nächsten folgt und die Aktie wie ein Stein fällt, ist die Aussage ganz klar: das Unternehmen ist am Ende. Diese Fakten wurden ignoriert.

Wem das zu abstrakt ist, kann an Wirecard denken. Die ersten Vorwürfe gab es schon vor Jahren. Der Kurs sackte immer wieder zweistellig ab. Vorwürfe können falsch sein. Meistens sind sie es nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das ganze früher oder später schlecht endet. Wer solche Vorwürfe ignoriert, wird in den meisten Fällen Verluste einfahren, anstatt eine Trendfortsetzung zu sehen.


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