Unter einer Option wird ein Termingeschäft verstanden, bei dem ein Käufer das Recht (nicht aber die Pflicht) erwirbt, zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Preis vom Verkäufer der Option zu kaufen oder an diesen zu veräußern. Weil mit einer Option (im Gegensatz zum Future) stets nur das Recht, nicht aber die Pflicht zu einem späteren Geschäft erworben wird, tragen Optionen auch die Bezeichnung „bedingtes“ Termingeschäft.

Bei einer sogenannten Call-Option wird dem Optionskäufer das Recht eingeräumt, einen bestimmten Basiswert vom Optionsgeber zu erwerben. Bei einer Put-Option erwirbt der Optionskäufer das Recht, einen bestimmten Basiswert an den Optionsgeber (auch Stillhalter genannt) zu veräußern. Der Stillhalter heißt Stillhalter, weil er bei einer Call-Option den Basiswert zur Verfügung haben muss, um ihn bei Ausübung der Option an den Käufer veräußern zu können. Bei einer Put-Option muss der Stillhalter Geld bereithalten, um bei Ausübung der Option den Basiswert vom Optionskäufer kaufen zu können. Im normalen Handelsalltag werden Optionsgeschäfte nicht durch die physische Lieferung des Basiswerts vollzogen, sondern per Ausgleich durch Bargeld. Der Kaufpreis einer Option heißt Optionsprämie. Die Optionsprämie fällt stets beim Kauf einer Option an - unabhängig davon, ob die Option ausgeübt wird oder nicht.

Bei der Ausübungsart wird eine Unterscheidung zwischen amerikanischen und europäischen Optionen getroffen. Eine amerikanische Option kann jederzeit in ihrer gesamten Laufzeit ausgeübt werden. Eine europäische Option hingegen kann nur zu ihrem Laufzeitende ausgeübt werden.

Mit dem Kauf einer Call-Option profitiert der Optionskäufer von einem Kursanstieg des Basiswerts. Wird eine Put-Option gekauft, wird an sinkenden Kursen partizipiert. Beispiel: Ein Käufer rechnet mit einem Kursanstieg einer bestimmten Aktie, die zum Kaufzeitpunkt bei 30 Euro notiert. Der Käufer erwirbt an einer Terminbörse eine Call-Option, die ihm das Recht verbrieft, die Aktie in zwölf Monaten zu einem Preis von 30 Euro von einem Optionsgeber (etwa einer Bank) zu erwerben. Liegt der Kurs der Aktie in einem Jahr bei 90 Euro, hat der Optionskäufer das Recht, die Aktie dennoch für 30 Euro bei der Bank zu erwerben. Anschließend kann er sie für 90 Euro über die Börse veräußern. Als Gewinn verbucht der Optionskäufer die Preisdifferenz zwischen Verkaufskurs und Kaufkurs des Basiswerts abzüglich der Kosten für den Kauf der Option. Der Käufer der Call-Option ist aber nur dann im Vorteil, wenn die Aktie nach einem Jahr tatsächlich höher als nur bei 30 Euro notiert. Sinkt der Kurs der Aktie hingegen auf 10 Euro ab, wäre der Optionskäufer schlecht beraten, die Aktie bei der Bank für 30 Euro zu kaufen, da er sie günstiger direkt über die Börse beziehen kann. Tritt dieser Fall ein, wird der Käufer die Option (wertlos) verfallen lassen, ohne sie auszuüben.

Berücksichtigt werden muss, dass auf den Wert einer Option nicht nur der Kurs des Basiswerts, sondern auch Einflussfaktoren wie Laufzeit und Volatilität einwirken. Vor diesem Hintergrund kann durch die Verquickung unterschiedlicher Optionen auch auf Veränderungen der Volatilität spekuliert werden - unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes. Dadurch können mit Optionen auch andere Strategien umgesetzt werden als es beispielsweise mit Futures möglich ist. Allerdings können Optionskäufer mit Optionen (im Unterschied zu Futures) nicht ausschließlich auf die Kursveränderung des Basiswerts setzen, weil Faktoren wie Volatilität und Laufzeit nicht ausgeschaltet werden können. Vorgenommen werden Optionsgeschäfte zu Spekulationszwecken aber auch zur Absicherung von anderen Positionen - was als Hedging bezeichnet wird.

Die mathematische Abhängigkeit des Werts Die Abhängigkeit einer Option von verschiedenen Einflussfaktoren wie Kurs des Basiswerts, Volatilität und Laufzeit kann durch mathematische Rollenmodelle; sogeannte Optionspreismodelle beschrieben werden. Als bekanntestes Modell gilt das Black-Scholes-Modell.

(geschrieben von Helge Rehbein)