Die Handelsabsicht wird an der Börse durch die Erteilung einer sogenannten Order - also einem "Auftrag" - verbindlich zum Ausdruck gebracht. Gerade Einsteiger können hier bei der Vielfalt an Orderarten schnell den Überblick verlieren. Dieser Artikel soll Abhilfe schaffen und erklärt neben den wichtigsten Orderarten auch einige weniger bekannte Varianten.

In Kürze: Die wichtigsten Orderarten im Überblick

Dieser Artikel hat sich zum Ziel genommen, neben der schlichten Nennung aller Orderarten auch deren technische Hintergründe genau zu beleuchten. Dennoch seien hier vorab die häufigsten Ordertypen in Kürze vorgestellt. Details zu allen folgenden Orderarten finden Sie dennoch im weiteren Verlauf.

  • Market-Orders
    Market-Orders sind die Orders, die beim Kauf als „Billigst“ und beim Verkauf als „Bestens“ tituliert sind. Der Kauf erfolgt hierbei zu dem in diesem Moment billigsten verfügbaren Preis des gewählten Handelsplatzes, der Verkauf zum bestmöglichen erzielbaren Preis. Der Anleger gibt also kein Limit (siehe nächster Puntk) an, sondern akzeptiert die sofortige Ausführung unabhängig vom Preis. Dafür kann er jedoch sicher sein, dass seine Order in jedem Fall ausgeführt wird.
  • Limit-Orders
    Hat man es mit einem sehr schnelle, also volatilen Markt zu tun, kann eine Market-Order zu ungünstigen Ein- oder Ausstiegspreisen führen, weil diese bekanntlich in jedem Fall ausgeführt wird. An dieser Stelle lohnt es sich auf Limit-Orders zurückzugreifen, wenn eine sofortige Ausführung nicht erste Priorität ist. Der Käufer legt mit einer Limit-Order den maximalen Preis fest, zu dem er die Titel erwerben will, während der Verkäufer einen minimalen Preis angibt zu dem er bereit ist sie abzustoßen.
  • Stop-Orders
    Um seine Verluste auf einen vorher definierten Prozentsatz des Gesamtkapitals oder einen absoluten Betrag zu begrenzen, kann man Stop-Orders nutzen. Bei diesen wird eine Market-Order (also eine unlimitierte Order) zum Kauf oder Verkauf ausgelöst, sobald der Preis ein bestimmtes Niveau erreicht hat. Bei einer Verkaufsorder spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Stop-Loss-Order. Im Falle eines Kaufes handelt es sich um eine Stop-Buy-Order.
  • Trailing-Stop-Orders
    Bei einer Trailing-Stop-Order handelt es sich um eine Stop-Loss-Order die sich einem steigenden Kurs dynamisch nach oben anpasst. Das bedeutet, solange der Wert steigt, bewegt sich das Absicherungsniveau automatisch in gleichbleibendem Abstand zum Kurs nach oben mit. Es bleibt aber an der gleichen Stelle, wenn der Kurs zu fallen beginnt. Selbstverständlich sind Trailing-Stop-Orders auch im Falle von Short-Positionen mit Absicherungen zur Oberseite anwendbar.
  • Stop-Limit-Order
    Stop-Limit-Orders sind eine Kombination aus Stop-Order und Limit-Order. Beim Verkauf wird hier eine gewöhnliche Stop-Loss-Order für ein bestimmtes Kursniveau gesetzt. Wenn diese Kursmarke gerissen wird, kommt es zu einer Orderaufgabe. Der Unterschied zur Stop-Market-Order ist, dass die Stop-Limit-Order nicht „Billigst“ ausgeführt wird, sondern als limitierte Order ins Orderbuch eingetragen wird, sobald der Stop-Loss-Kurs erreicht ist.

Grundsätzliche Anatomie einer Order an Wertpapierbörsen:

Eines der Hauptanliegen eines jeden Kommissionshauses ist es, Wertpapiertransaktionen dem Kunden so einfach und bequem wie möglich zu gestalten. Alles, was der Kundenbetreuer bei der Ordererteilung hierzu vom Anleger benötigt, ist eine eindeutige und unmissverständliche Angabe der konkreten Orderspezifikationen. Um ein Weiteres braucht sich der Kunde dann nicht mehr zu kümmern. Bei Wertpapiertransaktionen zählen hierzu vornehmlich:

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1. die Angabe, ob ge- oder verkauft werden soll (ggf. auch, ob es sich hierbei um einen Leerverkauf ("short sale") handelt

2. die genaue Stückzahl der zu ordernden Wertpapiere (Ordervolumen)

3. die exakte Bezeichnung des Wertpapiers bzw. die zugeordnete Wertpapierkennnummer (ISIN). Wird das betreffende Wertpapier gleichzeitig an verschiedenen Börsen notiert, so ist zusätzlich der Ausführungsplatz (Börsenplatz) anzugeben, an dem der Handel stattfinden soll

4. spezielle Anweisungen im Hinblick auf Handels- und Ausführungsbeschränkungen (Ausführungsklauseln), d.h. spezifische Orderattribute, die den Order-Typ bzw. das Handelsvolumen weiter kennzeichnen, wie z.B. "maket order" bzw. preisliche Limits, "FOK", "opening only" etc.

5. die Gültigkeitsdauer der Order

Grundsätzlich wird Ihre Bank bzw. Ihr Broker jeden eindeutig und klar formulierten Börsenauftrag akzeptieren. Telefonisch aufgegebene Orders werden vom Kundenbetreuer zur Sicherheit noch einmal wiederholt, wodurch Sie Gelegenheit erhalten, Ihre Order ggf. zu korrigieren. Ein aufmerksames Zuhören lohnt sich hier, da Fehler aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten bei der Ordererteilung zunächst grundsätzlich dem Kunden angelastet werden. Komplizierte Ordertypen sollten Sie zusammen mit Ihrer Handelsabsicht ggf. zuvor mit Ihrem Kundenbetreuer besprechen.

Da es bei der Erteilung von Orders erfahrungsgemäß sehr leicht zu Missverständnissen kommen kann, wird dringend empfohlen – sofern nicht bereits durch Order-Software vorgegeben – im Interesse unstrittiger Abschlüsse sich strikt an obiges Ablaufschema zu halten. Bei der Auftragsabwicklung über das Internet bzw. via elektronischer Handelssysteme mit Online-Brokern ist es darüber hinaus unerlässlich, sich vor einer ersten Ordererteilung gründlich in die Bedienung und Technik der jeweiligen Ordermodule der Software einzuarbeiten.

Zur Abkürzung werden im Rahmen der Orderaufgabe häufig spezielle Akronyme und Symbole verwendet, die stellvertretend für die wichtigsten Bestandteile einer Order stehen und die Eingabe beschleunigen sollen. So etwa Market, MIT, Stopp oder GTC. Der folgende Artikel soll dazu dienen, Begriffe, die bei der Auftragerteilung im Effektenhandel häufig zu finden sind, näher zu erläutern.


Warum gibt es verschiedene Orderarten?

Orderarten existieren, weil im Zeitpunkt der Auftragerteilung der sich einstellende Marktpreis noch nicht bekannt ist. Jede Orderart erfüllt dabei ihren besonderen Zweck und basiert grundsätzlich auf einer bestimmten Erwartungshaltung des Traders. Dabei sind dann je nach Orderart - dazu später mehr - auch verschiedenartige Angaben notwendig.

Trotz der Fülle an Orderarten verursachen keine der hiermit verbundenen speziellen Anweisungen und Zusätze dem Investor zusätzliche Kosten für die Orderaufgabe. Die Bank- und Brokergebühren, die Kunden eines Hauses in Rechnung gestellt werden, sind für alle Orderarten üblicherweise gleich hoch, können sich dabei jedoch beziehen entweder auf lediglich einen Kauf- bzw. einen Verkauf ("half turn") einerseits oder andererseits auf Kauf und Wiederverkauf zusammen ("round turn" oder "full turn"). Zu beachten ist fernerhin, dass bei Börsengeschäften vielfach Pauschal- bzw. Mindestgebühren existieren.

Überdies werden Teilausführungen von einigen Brokerhäusern nicht selten jeweils extra berechnet. Bei einer Teilausführung lässt sich eine erteilte Order aufgrund der aktuellen Marktsituation – insbesondere bei geringem Transaktionsvolumen und bei mangelnder Marktliquidität infolge eines niedrigen Streubesitzes in engen Märkten – nicht in einem einzigen Abschluss in ihrem vorgesehenen Gesamtumfange, sondern nur stück- bzw. stufenweise nacheinander ausführen, wobei im letzteren Fall verschiedene Ausführungskurse nicht auszuschließen sind.

Die Aktien- und Optionsbörsen kennen drei Order-Kategorien: preislich unlimitierte Orders, preislich limitierte Orders und zeitlich limitierte Orders. Diese wiederum lassen sich in vier elementare Orderarten untergliedern: Marktorders, Limitorders, Stopp-Orders und alternative Orders. Auf die wichtigsten Orderarten wird dabei in den folgenden Abschnitte detailliert eingegangen.d häufig dann zu beachten, wenn Tagesorders für Börsenplätze erteilt werden, die "rund um die Uhr" geöffnet sind. Die Handhabung von GFD-Orders ist hierbei im Einzelfall vorsorglich beim zuständigen Brokerhaus zu erfragen.


Limitierte Order ("limit order")

Käufer von Wertpapieren haben ein Interesse, zu möglichst niedrigen, Verkäufer von Wertpapieren zu möglichst hohen Kursen abzuschließen. Ein Instrument hierzu ist die Limit-Order.

Zeichnet ein Marktakteur bei Ordererteilung seine Order mit einem Preis aus, bis zu dem er äußerstenfalls in der Nachfrage zu verharren (zu kaufen) geneigt ist, so handelt es sich hierbei um eine Kauf-Limitorder ("buy limit order"). Benennt ein Investor mit Ordererteilung einen Preis, bis zu dem er äußerstenfalls noch im Angebot zu verharren (zu verkaufen) gewillt ist, so kennzeichnet dies dagegen eine Verkaufs-Limitorder ("sell limit order").

Eine Limitorder (limitierter Auftrag; von lateinisch "limes" »Grenze«) ist demnach dadurch charakterisiert, dass der Auftraggeber bei der Formulierung seiner Order dem beauftragten Wertpapierhandelshaus ausdrücklich einen Mindest- bzw. Höchstkurs (das Limit) mitteilt, bis zu dem er zu verkaufen bzw. zu kaufen beabsichtigt. Hierdurch stellt der Ordernde sicher, dass der von ihm fixierte Preis, zu dem er äußerstenfalls abzuschließen bereit ist, niemals zu seinem Nachteil im Markte unter- bzw. überschritten wird. Ziffermäßig formuliert wird ein Limitpreis ganz analog zu den Notierungsusancen an der Börse, bei Aktienorders also regelmäßig in Geldpreisen pro Stück. Dies sei an den folgenden Beispielen näher erläutert:

  • Erteilt ein Kunde seinem Brokerhaus eine Limitorder, 500 UVW-Aktien zu einem Limitkurs von 30 € je Stück zu kaufen, so drückt er dadurch seinen Willen aus, nicht mehr als 30 € je Aktie auszulegen. Alle Marktpreise von 30 € und weniger sind für ihn akzeptabel und werden ggf. auch zu entsprechenden Marktpreisen prompt ausgeführt. Eine preislich ausgezeichnete Kauf-Limitorder mit einem Limitpreis von 30 bleibt indes unausgeführt in den Orderbüchern liegen, solange der Börsenkurs der Aktie sich im Markt über 30 € bewegt.
  • Erteilt ein Kunde eine Limitorder, 5000 VWX-Aktien um 3 € je Stück zu verkaufen, so drückt er hierdurch unmissverständlich aus, dass er nicht gewillt ist, weniger als 3 € pro Aktie zu erlösen. Solange also der Kurs unter 3 € verharrt, bleibt die Verkaufs-Limitorder unausgeführt in den Orderbüchern. Ein Abschluss kommt somit nicht zustande. Wird die Aktie indes zu 3 € oder zu höheren Kursen gehandelt, so kommt ein Abschluss im Markt zum herrschenden Kurs zustande.

Bei der Platzierung einer Limitorder ist das Verständnis darüber, wo Limitkurse im Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs zu setzen sind, von ausschlaggebender Bedeutung für eine sinnvolle Anwendung derselben. Dabei gilt: Limitkurse einer Kauf-Limitorder werden unterhalb des aktuellen Marktpreises gelegt; Limitkurse einer Verkaufs-Limitorder werden oberhalb des aktuellen Marktpreises fixiert.

Bei Erteilung einer Limitorder braucht der Zusatz "Limit" nicht unbedingt ausdrücklich sprachlich bzw. schriftlich formuliert zu werden. Allein indem Sie mit Ordererteilung explizit einen Kurs benennen, wird Ihre Order schon automatisch als Limitorder ausgezeichnet. Beispiel: "Buy 100 XYZ-Shares at $ 40"; Mit Nennung der Preisziffer von hier 40 US-$ ist eine Kauf-Limitorder fertig bezeichnet.

Eine Limitorder schließt regelmäßig ein Ausführungsrisiko in sich, das in der Ungewissheit darüber besteht, ob der auftraggebende Investor auch tatsächlich zum gewünschten (oder zu einem besseren) Kurs zum Zuge kommt oder eben gar nicht. Der Grund für das Ausführungsrisiko ist darin zu erblicken, dass eine Limitorder stets nur dann im Markt ausführbar ist, wenn der Marktpreis das gesetzte Limit auch faktisch erreicht bzw. durchstößt. Allein bei bloßem Erreichen des gesetzten Limitkurses durch den Marktpreis wird dem Investor üblicherweise keine Garantie auf Ausführung seiner Order ("a fill") zugebilligt. In der Praxis erreicht der Marktpreis sogar oft mehrere Male hintereinander vergeblich den gesetzten Limitkurs, ohne dass es hierbei zu einer erwünschten Orderausführung kommt ("touched unable") und dem Broker deswegen irgendein Vorwurf zu machen wäre. Limitorders besitzen nämlich im Handel eine der niedrigsten Prioritäten unter allen Orderarten, d.h. sie sind erst dann an der Reihe, nachdem alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp- und MIT-Orders zuvor Berücksichtigung gefunden haben. In den meisten Fällen darf ein Investor also erst dann auf eine Ausführung rechnen, wenn der Markt den Limitkurs über- (bei Verkaufs-Limitorders) bzw. unterschreiten konnte (bei Kauf-Limitorders).

Zu beachten ist fernerhin: Geht der Orderumfang über ein volles "round lot" hinaus, so wird stillschweigend unterstellt, dass der Kunde mit einer Teilausführung seiner Limitorder einverstanden ist. Die vollständige Ausführung einer Kauf-Limitorder über einen Handelsumfang von beispielsweise 300 CDE-Aktien kann demnach zu verschiedenen Zeiten in verschiedener Stückzahl und somit oftmals zu unterschiedlichen Kursen erfolgen. Wer dies vermeiden will, sollte daher besser entweder von einer AON-Order oder ggf. von einer FOK-Order Gebrauch machen.

Limitorders können niemals von selbst oder aus markttechnischen Gründen zu Marktorders werden (vgl. hierzu: Stopp-Orders), und zwar auch dann nicht, wenn der aktuelle Marktpreis den Limitkurs in seiner Höhe punktgenau erreicht. Um diesen Sachverhalt zu betonen, werden Limitorders im englisch-amerikanischen Sprachraum oftmals auch "resting orders" ("resting", auf Deutsch soviel wie "dabei bleiben") genannt.

Sollten Sie indes eine Limit-or-Market-on-Close-Order erteilen (bei der es in Kombination mit einer MOC-Order um eine Variante einer gewöhnlichen Limitorder handelt), so verhält sich die Sachlage anders: Ist es dem Broker bis Handelsschluss nicht möglich, die betreffende Limitorder zu den gesetzten Konditionen auszuführen, wandelt sich dieselbe innerhalb der letzten Handelssekunden automatisch in eine Marktorder und wird dementsprechend zum nächstbesten Kurs ausgeführt werden.

Unterlässt ein Investor bei der Formulierung Angaben zur Gültigkeitsdauer einer Limitorder, so erstreckt sich ihre Gültigkeit grundsätzlich auf den gesamten Handelszeitraum desjenigen Tages, an dem diese erteilt wurde. Eine Limitorder erlischt immer dann, wenn sie ausgeführt werden konnte, wenn der Gültigkeitszeitraum überschritten wurde oder wenn sie durch den Investor vor Ablauf bzw. Ausführung ausdrücklich widerrufen wurde.

Doch welche Gesichtspunkte bestimmen die konkrete Grenze der Preisauszeichnung einer Limitorder? – Generell lässt sich dazu sagen, dass in jedem Einzelfall ein für gewünscht und realistisch gehaltener Preis angesetzt werden wird, welcher die persönliche Preisunter- bzw. Preisobergrenze (d. i. die subjektive Wertschätzung) des Wertpapierhändlers für die in Frage stehende Aktie widerspiegelt. Dies geschieht regelmäßig in Ansehung der herrschenden Marktvolatilität sowie vor dem Hintergrund des gesamten Marktumfelds. Wird der Limitkurs jedoch hierbei zu hoch bzw. zu niedrig gesetzt, läuft der Händler Gefahr, leer auszugehen oder aber unverrichteter Dinge auf seinem offenen Posten sitzen zu bleiben. Zu beantworten ist diese Frage somit letztlich nur im konkreten Einzelfall.

Der Häufigkeit nach werden Limitorders bevorzugt dazu eingesetzt, Wertpapiere zu erwerben (Positionen auf- bzw. auszubauen), statt bereits vorhandene Wertpapierbestände wieder zu veräußern (dem Schließen von Positionen). Dagegen sollten zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten bzw. Absicherung von Gewinnen bestehender Engagements weniger Limitorders als vielmehr Stopp-Orders zum Einsatz kommen.

Fazit zu Limitorders: Eine Limitorder kann als eine Maßnahme zur Herabsetzung der Eintrittswahrscheinlichkeit überraschender, unerwünschter Ausführungskurse (Preisrisiko) betrachtet werden. Eine Limitorder wird regelmäßig dann erteilt, wenn es die Absicht ist, zu einem spezifizierten, möglichst noch zu einem besseren Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Damit liegt gleichzeitig auch die Höchstbeschaffungsausgabe für die zu erwerbende bzw. die Mindestveräußerungseinnahme für die abzustoßende Menge an Wertpapieren fest. Im Gegensatz zu einer Marktorder kann ein Investor bei Erteilung einer Limitorder indes niemals ganz sicher darauf rechnen, dass seine Order auch tatsächlich um den von ihm gewünschten Kurs im Markt Berücksichtigung findet. Er läuft somit Gefahr, leer auszugehen bzw. auf seinen Beständen sitzen zu bleiben. Besteht das Hauptanliegen des Investors dagegen in erster Linie in einer sofortigen Orderausführung, so ist prinzipiell einer Market-Order der Vorzug einzuräumen; denn offenkundig ist der Gebrauch von Limitorders zugleich auch mit einem stets zu beachtenden Ausführungsrisiko behaftet. Andererseits bietet eine Limitorder dem Anleger, und zwar insbesondere in beweglichen (volatilen) Märkten oder in solchen mit wenig ausgefahrenen Geleisen, einen sicheren Schutz vor ungewollt hohen (bei Kauf-Orders) bzw. ungewollt niedrigen Preisen (bei Verkaufs-Orders).


Preislich unlimitierte Order: Marktorder ("market order")

Die Marktorder ("market order"; schriftl. Abkürzung: "MKT") verkörpert jenen Order-Typ, der in der Terminmarktpraxis für die unterschiedlichsten Zwecke (Trading, Hedging) zu den belangreichsten zählt. Im deutschen Sprachraum – und hier insbesondere bei Wertpapieren – wird eine Marktorder im Falle eines Kaufauftrags üblicherweise gekennzeichnet durch den Zusatz "billigst", im Falle von Verkaufs-Marktorders dagegen durch den Zusatz "bestens". Beispiele zu Futures-Geschäften sind:

  • "Sell 1 December08 Gold COMEX, at the market". Dies ist eine typische Verkaufs-Marktorder. Hiermit wird der Auftrag erteilt, einen Dezember 2008 Gold-Futures an der Terminbörse COMEX in New York bestens zu verkaufen.
  • "Buy 1 December08 Gold COMEX, at the market"; hierbei handelt es sich um eine Kauf-Marktorder: Es ist ein Dezember 2008 Gold-Futures an der genannten Terminbörse bestens zu verkaufen. – Marktorders enthalten offensichtlich keine Preisangaben, sind also immer preislich unlimitierte Orders und von Haus aus zugleich auch Tages-Orders. Marktorders werden von den Derivatebörsen nur zu deren Handelszeiten entgegengenommen, außerhalb der Handelszeiten werden sie zurückgewiesen. Doch Achtung: Einmal erteilt, können "market orders" nicht mehr rückgängig gemacht werden; denn sie werden i.d.R. sofort an der Börse ausgeführt!

Eine auszuführende Marktorder im Derivatehandel weist den Broker an, eine gewünschte Anzahl von Terminkontrakten bzw. Optionen für den Auftraggeber mit dem höchsten Grade von Dringlichkeit und gleichzeitig so vorteilhaft wie möglich zu kaufen bzw. zu verkaufen. D.h. mit der Erteilung einer Marktorder beauftragen Sie Ihren Broker, ab dem Zeitpunkt der Orderannahme alles in seiner Macht Stehende zu unternehmen, um Ihre Order sofort und zugleich um den für Sie bestmöglichen Preis an der Börse auszuführen: Dies ist im Falle von Kauf-Marktorders der im Markt für den sofortigen Abschluss momentan niedrigste mögliche Kurs (der vorliegende Briefkurs, Angebotskurs, "ask-price", "offered"), bei Verkaufs-Marktorders dagegen der derzeit höchste mögliche Kurs (der vorliegende Geldkurs, Nachfragegebot, "bid-price").

Marktorders werden prinzipiell für alle Arten von singulären Terminkontrakten und Optionen entgegengenommen. Jede Marktorder ist dabei selbstverständlich an die dafür vorgesehene Terminbörse weiterzuleiten; eine direkte Ausführung mit dem Brokerhaus als Gegenpartei (Selbsteintritt des Brokers in das Kommissionsgeschäft, Kompensationsgeschäft) ist demgegenüber grundsätzlich nicht statthaft.

Marktorders gehören konstruktionsbedingt zu denjenigen Orders, die auf dem Börsenparkett resp. in elektronischen Börsenhandelssystemen (Computerbörsen) bei jedem augenblicklich herrschenden Marktpreis vor allen übrigen Orderarten zuerst ausführt werden (Orderart mit der höchsten Priorität). Lässt die aktuelle Marktsituation die Ausführung einer größeren Marktorder in einer Aktion nicht zu, kann sie – abhängig vom geltenden Marktmodell der jeweiligen Terminbörse – durchaus auch durch mehrere aufeinander folgende Teilausführungen zusammengeführt werden. Wie leicht begreiflich, kann es als (mitunter unerwünschte) Begleiterscheinung hierbei in manchen Fällen durchaus auch zu unterschiedlichen Ausführungskursen kommen.

Mit Erteilung einer Marktorder geht der Investor grundsätzlich keinerlei Ausführungsrisiko ein. Der besondere Vorteil einer "market order" besteht mithin darin, dass – ein hinreichend funktionierender und liquider Markt vorausgesetzt – der Auftraggeber sicher mit einer Orderausführung ("a fill") rechnen kann. Nachteilig bei Verwendung einer "market order" ist für ihn jedoch der Umstand, dass infolge fehlender Limitierung der sich tatsächlich einstellende Kauf- bzw. Verkaufskurs aus seinem Börsengeschäft mitunter vom erwarteten Preis auch erheblichen abweichen kann ("slippage"-Effekt, "execution-risk"; Preisrisiko), wobei der Investor bis zum Erhalt einer verbindlichen Ausführungsbestätigung durch seinen Broker über die genaue Preishöhe im Ungewissen bleibt. Dies wiegt um so schwerer, als ein Marktorder erteilender Akteur prinzipiell die Verpflichtung eingeht, jeden beliebigen der sich nachfolgend einstellenden und ausführbaren Kurse zu akzeptieren, sofern dieser aufgrund der gegebenen Marktverhältnisse im Zeitpunkt der Orderausführung den bestmöglichen bedeutete, und zwar ganz unabhängig von bisher festgestellten Kursen. Ausnahmen bestehen allerdings an der Terminbörse Eurex und der CME Group: Hier werden insbesondere zum Schutze vor starken und unvermittelten Kurssprüngen feste, maximal zulässige Preisspannen für Marktorders (sog. "market order matching range" MOMR, "protection range") bereits durch die Börsenordnung vorgegeben. Damit handelt es sich aber nun nicht mehr um eine Marktorder im reinsten Sinne, sondern um eine sog. "market with protection order".

Der Marktorder erteilende Investor erwartet demnach, dass der aktuell gültige Marktpreis (oder ein für ihn besserer) im Moment der Orderausführung noch besteht, obwohl zusätzliches Angebot bzw. zusätzliche Nachfrage diesen jederzeit zu seinen Ungunsten verändern kann. Aufgrund mangelnder Kenntnis der exakten Auftragslage im Zeitpunkt des "matching" gelingt die sichere Orderausführung also nur um den "Preis" einer Unsicherheit über den Kurs. Grundsätzlich aber lässt sich feststellen: Je breiter und liquider ein Markt sich zeigt, desto besser eignet sich der aktuelle Marktpreis zum Zeitpunkt der Ordererteilung einer "market order" als Indikator für den bei Orderausführung tatsächlich erzielbaren Kurs (idikativer Preis).

Beispiel: Es sei angenommen, Termin-Gold (Ticker-Symbol: GC) wird an der Börse COMEX in New York augenblicklich mit 640,10 US-$ "bid" zu 640,20 US-$ "ask" quotiert. Eine zeitgleich bei einem Brokerhaus (FCM) eintreffende Marktorder eines Investors, der einen Gold-Futures schleunigst zu kaufen beabsichtigt ("buy at the market"), würde vom zuständigen Kundenbetreuer direkt und innerhalb weniger Augenblicke auf das Parkett der COMEX an einen "floor broker" weitergeleitet. Letzterer wird nun versuchen, diese Order zum "ask"-Preis (hier, sofern sich die Quotation für den Gold-Futures im Markt inzwischen nicht verändert hat, von 640,20 US-$) zusammenführen. Da es jedoch nicht auszuschließen ist, dass der Goldpreis zwischenzeitlich angestiegen ist (auf bspw. 641 US-$ "ask"), muss der Investor in unserem Beispiel freilich auch mit höheren Kaufpreisen für seinen Gold-Futureskontrakt rechnen.

Bei Verwendung von Marktorders ist demzufolge stets auch die Möglichkeit unvermittelter und unerwünschter Kursbewegungen mit ins Kalkül zu ziehen. Dies ist umso nötiger, als im Falle eines sogenannten "fast market" die Börsenkurse sehr rasch und zum Teil sprunghaft sich ändern können. Zu beachten ist fernerhin, dass gerade in einem wenig liquiden Markt, der eine entsprechend weite Marktspanne ("bid-/ask-spread") vorführt, Marktorders mit verhältnismäßig hohen impliziten Handelskosten einhergehen können. Machen Sie also von Marktorders grundsätzlich nur dann Gebrauch, wenn Sie einen sehr guten Grund haben, alternative Orderarten nicht zu verwenden. (Ein weiteres Beispiel für Marktorders, diesmal bezogen auf den Aktienmarkt, finden Sie hier.)

Statistisch betrachtet werden Marktorders nach ihrer zweckbezogenen Häufigkeit bevorzugt dafür eingesetzt, um bereits eingeleitete, offene Position wieder zu schließen, statt neue Positionen in Futures oder Optionen aufzubauen.

Eine Variante der Marktorder endlich verkörpert die "market not held order", die auch unter dem Namen DRT-Order ("disregard tape-order") geläufig ist. Hierbei erteilen der Auftraggeber dem "floor broker" eine Handlungsvollmacht über einen Ermessensspielraum, wann genau die betreffende Marktorder auszuführen ist. Die Qualität der Orderausführung ist damit unweigerlich verknüpft mit der Fähigkeit des Brokers, den richtigen Zeitpunkt für die Ausführung adäquat einzuschätzen.

Fazit: Marktorders vermeiden, dass die Kauf- bzw. Verkaufsabsicht ins Leere läuft, denn das Börsengeschäft kommt hiermit im Regelfalle "um jeden Preis" zustande. Das primäre Anliegen eines Akteurs, der eine Marktorder erteilt, ist mithin die prompte Ausführung seiner Order und erst in zweiter Hinsicht, welcher konkrete Kurs sich damit verwirklicht. Eine Marktorder erscheint i.d.R. immer dann angebracht, wenn ein Händler den Unannehmlichkeiten eines Den-Kursen-ständig-Hinterherlaufens durch wiederholtes Nachziehen von Limiten – wie häufig bei Limitorders in beweglichen Märkten zu beobachten – entgehen will, um sich auf der Grundlage des gegenwärtig herrschenden Kursniveaus eine Erfolg versprechende Positionierung möglichst rasch zu sichern.


Die Stopp-Order ("stop order")

Eine Stopp-Order ("stop order", "stop market order", speziell auch: "stop-loss order", "protective stop" bzw. "buy-stop order", oder seltener auch als "memorandum order" bezeichnet) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Investor mit Auftragerteilung ausdrücklich einen Stopp-Kurs ("trigger price", "Auslösepreis") als Orderbeschränkung benennt. Die Wirkung einer Stopp-Order im Markt ist nun folgende: Erreicht bzw. durchschreitet der Kurs des Wertpapiers im Börsenhandel den Wert des gesetzten Stopp-Kurses – und nur dann – wandelt sich die betreffende Stopp-Order hierdurch augenblicklich und automatisch zu einer Marktorder – und ein Abschluss kommt damit, wie für Marktorders typisch, zum nächsten herrschenden Marktpreis zustande.

Auch bei der Stopp-Order ist das Verständnis darüber, wo ein Stopp-Kurs im Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs zu setzen ist, wiederum von ausschlaggebender Bedeutung für eine möglichst wirkungsvolle Anwendung dieser Orderart: Abhängig davon, ob es sich hierbei um eine Kauf- oder Verkaufs-Stopp-Order handelt, sind zwei Fälle zu unterscheiden:

a.) Soll eine Verkaufs-Stopp-Order ("sell stop order") erteilt werden, so muss der Stopp-Kurs unterhalb des derzeit aktuellen Marktpreises liegen; handelt es sich hingegen b.) um eine Kauf-Stopp-Order ("buy stop order"), so muss der Stopp-Kurs über dem derzeit aktuellen Marktpreis liegen. Im Unterschied zur Verkaufs-Stopp-Order, wo der Stopp-Kurs unter dem Marktpreis liegt, wird der Stopp-Kurs einer Kauf-Stopp-Order also über dem derzeitigen Marktpreis fixiert.

Doch unter welchen Voraussetzungen genau wandelt sich eine Stopp-Order zu einer Marktorder, sodass dieselbe im Markt zur Ausführung gelangt? Nun, eine Kauf-Stopp-Order, bei der der Stopp-Kurs ja stets über dem aktuellen Marktpreis fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Marktorder, wenn 1.) zum vom Investor benannten Stopp-Kurs tatsächlich Umsatz zustande kommt, oder 2.) wenn Nachfrage zu oder über dem gesetzten Stopp-Kurs entsteht ("bid at or above the stop price").

Eine Verkaufs-Stopp-Order, bei der der Stopp-Kurs stets unterhalb des laufenden Marktpreises fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Marktorder, wenn 1.) zum benannten Stopp-Kurs tatsächlich Umsatz zustande kommt, oder 2.) wenn Angebot zu oder unterhalb des gesetzten Stopp-Kurses entsteht ("offered at or below the stop price"). Eine Stopp-Order lässt sich daher auch als eine "bedingte Marktorder" auffassen.

Worin besteht nun der Zweck einer Stopp-Order? Eine Stopp-Order kann in den folgenden Fällen zweckvoll sein:

1. zum strategisch ausgerichteten Kauf bzw. Leerverkauf eines Wertpapiers (d.i. zum "Einstoppen" in einen einsetzenden Trend),

2. zur Begrenzung von Extraverlusten gehaltener bzw. leerverkaufter Wertpapiere, oder

3. zur Absicherung eines Buchgewinns gehaltener bzw. leerverkaufter Wertpapiere.

Beispiel zu b: Verlustbegrenzung gehaltener Wertpapiere: Ein Investor, der 1000 XYZ-Aktien mit einem Einstandkurs von 33 $ pro Aktie sein Eigen nennt, möchte potenzielle Kursverluste aus dieser Position auf insgesamt maximal 5000 $ begrenzen, ohne dabei sein Portfolio ständig im Auge behalten zu müssen. Der aktuelle Aktienkurs möge 30 $ betragen. Er platziert zu diesem Zweck eine Verkaufs-Stopp-Order ("protective stop") wie folgt: "Sell 1000 XYZ-Shares at $ 28, Stop". Beachten Sie, dass der Stopp-Kurs, zu dem gegebenenfalls der Verlust begrenzende Verkauf stattfinden soll, wie oben erörtert, unterhalb des derzeitigen Marktpreises von 30 $ liegt, und zwar ohne dass es dadurch zu einer sofortigen Orderausführung kommt.

Solange nun die XYZ-Aktie über dem "trigger price" von 28 $ notiert wird, verbleibt die Stopp-Order im Orderbuch des auf dem Parkett der Börse für die Orderausführung zuständigen Händlers ("specialist"; bzw. im zentralen Orderbuch des elektronischen Handelssystems der Börse), ohne zunächst irgendeinen Einfluss auf den Kursverlauf in der gehaltenen Effektenposition auszuüben. Sollte der XYZ-Aktienkurs jedoch eine rückläufige Bewegung antreten und sich dabei soweit ermäßigen, dass sich in der Folge am Markt ein Angebot ("offer") bzw. Umsatz zu 28 $ bildet, so wird hierdurch die Verkaufs-Stopp-Order sofort aktiviert und wandelt sich damit im gleichen Augenblick zu einer Marktorder. Die nunmehr zur Marktorder gewordene Stopp-Order wird jetzt umgehend – wie bei Marktorders üblich – zum nächstbesten laufenden Kurs ausgeführt werden.

Schauen wir uns zur Erläuterung hierzu eine Sequenz der letzten fünf getätigten Umsätze an: $ 28,20 – $ 28,10 – $ 28,05 – $ 28,00 – $ 27,90.

Die Notizen der ersten drei Umsätze der vorstehenden Kurssequenz liegen über dem zuvor ausgezeichneten Stopp-Kurs von 28 $ der Verkaufs-Stopp-Order und haben daher keinen Einfluss auf die Order. Der vierte Umsatz kommt zum Stopp-Kurs von 28 $ zustande und aktiviert zunächst die Stopp-Order ("elected sale"). Die Stopp-Order ist somit zur Marktorder geworden und wird nun so schnell wie möglich zum nächsten erzielbaren Kurs im Markt zusammengeführt werden. Der nächste Handel findet zu 27,90 $ statt und die 1000 XYZ-Aktien wechseln somit zu eben demselben Kurs die Hände ("stopped out").

Offensichtlich wurde das Ziel, den Verlust auf maximal 5000 $ zu begrenzen, um 100 $ verfehlt [(33 $ – 27,90 $) × 1000 = 5100 $ Verlust]. Dieses lehrt uns: Das Setzen eines Stopp-Kurses darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass eine Stopp-Order tatsächlich auch immer exakt zum gesetzten Stopp-Kurs zur Ausführung gelangen muss. Vielmehr verhält es sich so, dass ein nach Ordererteilung stattfindender Handel zu gerade eben diesem "trigger"-Kurs (bzw. zu einem Kurs nach Durchbrechen des Auslösekurses) eine Aktivierung der Stopp-Order erst bewirkt, womit dieselbe sich gleichzeitig in eine Marktorder verwandelt. Die Orderausführung selbst kommt dann zum anschließend nächstbesten Kurs zustande – und dieser kann naturgemäß höher, tiefer oder zufällig auch gleich hoch wie der Stopp-Kurs liegen. Eine Stopp-Order kann jedoch niemals selbst ihre eigene Auslösung bewirken. Zur Aktivierung bedarf es stets Orders dritter Marktteilnehmer. Die genauen Modalitäten, die zur Auslösung und Aktivierung einer Stopp-Order führen (wie z.B. zu beachtende "uptick"-Regeln u. dgl.), können sich indes von Wertpapierbörse zu Wertpapierbörse in einigen Nuancen unterscheiden.

Das Missverhältnis zwischen Auslösekurs und tatsächlich erzieltem Handelspreis einer Aktie wird besonders häufig dann schlagend, wenn es an den Wertpapierbörsen zu einer plötzlichen und unerwartet heftigen Kursbewegung in diese oder jene Richtung kommt. So wird es in nicht wenigen Alltagsfällen passieren, dass ein Aktienkurs aufgrund unverhofft eintreffender Nachrichten von erheblicher Bedeutung für die künftige Marktentwicklung stark schwankt mit der Folge, dass der Ausführungskurs sehr deutlich und unliebsam vom "trigger price" einer Stopp-Order abweicht (im obigen Beispiel kommt der Handel möglicherweise erst bei einem Aktienkurs von, sagen wir, 27 statt 28 $ zustande). Aber auch im Falle einer Anhäufung von Stopp-Orders jenseits einer psychologisch wichtigen (aus "charttechnischer" Sicht oft bedeutenden) Kursmarke werden sehr nachteilige Ausführungskurse mitunter dann die Folge sein, wenn an jener Marke erste Stopp-Orders handelstechnisch aktiviert werden, sich dabei nach und nach zu Marktorders wandeln und im Zuge ihrer Wirkung einer Kettenreaktion vergleichbar weitere Stopp-Orders auslösen.

Eine Kauf-Stopp-Order dagegen findet – neben der Absicherung eines Buchgewinns bei einer bestehenden offenen Leerverkaufsposition ("short") – bei der Begrenzung von Verlusten einer bereits eingeleiteten und noch nicht eingedeckten "short"-Position in Wertpapieren in einer zum obigem Beispiel analogen Weise Anwendung.

Eine weitere strategische Anwendungsmöglichkeit der Stopp-Order besteht in der Öffnung spekulativer Positionen. Musterbeispiel hierfür ist folgende Marktsituation: Ein Investor mag nach einem beobachteten Kursrückgang zu der Überzeugung gelangen, dass der Markt auf dem gegenwärtigen Kursniveau seinen vorläufigen Tiefpunkt gesehen habe. Sollte sich im Anschluss an einer von ihm vermuteten sogenannten "technischen Bodenbildung", die von "Chartisten" häufig als Bestätigung für eine Trendwende angesehen werden, ein Aufwärtstrend entwickeln, so möchte er in jedem Falle daran partizipieren. Zu diesem Ende platziert der Investor eine Kauf-Stopp-Order mit Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis. Dreht der Markt, so seine Hoffnung, wird hierdurch seine Kauf-Stopp-Order aktiviert und sodann, wie üblich, als Marktorder ausgeführt werden. Täuscht er sich hingegen, und der Kurs fällt wider erwarten weiter, so erhält er Gelegenheit, seine Markteinschätzung noch einmal zu überdenken, um dann ggf. später auf der Grundlage neuer Informationen mit einer entsprechend modifizierten Order abermals Position zu beziehen, oder aber dem Markt fern zu bleiben.

Eine gewisse Schwierigkeit bei der praktischen Anwendung einer Stopp-Order liegt in der Festsetzung der exakten Höhe des Stopp-Kurses in Relation zum momentan herrschenden Kursniveau. Dass der Kurs einer Kauf-Stopp-Order (Verkauf-Stopp-Order) über (unter) dem aktuellen Kurs liegen muss, ist bereits aus den obigen Ausführungen deutlich hervorgegangen. Doch soviel steht fest: Bei der Entscheidungsfindung über die zweckgerechte Höhe des Stopp-Kurses – sei es zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten, der Absicherung eines Buchgewinns oder der Öffnung einer neuen Position – wird regelmäßig die derzeitige Markt-Volatilität die ausschlaggebende Rolle spielen.

Wird in volatilen Märkten der Stopp-Kurs innerhalb eines zu engen Bereichs um das vorherrschende Kursniveau gesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, vorschnell und unvermittelt "ausgestoppt" zu werden. Wird hingegen der Stopp-Kurs in einem relativ ruhigen Markt nicht eng genug um das vorherrschende Kursniveau gesetzt, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Stopp-Kurs nicht zur Ausführung gelangt, obwohl eigentlich gewünscht, mit dem Ergebnis, eine möglicherweise profitabel verwertbare Spekulationsgelegenheit verpasst zu haben.

Achtung: Werden Stopp-Orders bereits vor Handelsbeginn platziert, so ist stets besonders hohe Aufmerksamkeit geboten; denn sollte der Markt dann sehr viel höher bzw. niedriger als erwartet eröffnen und dabei der Stopp-Kurs durchdrungen werden, sind gemeinhin vom Stopp-Kurs stark divergierende und damit oft höchst unerwünschte Ausführungskurse die unmittelbare Folge.

Fazit: Eine Stopp-Order bietet trotz vieler strategischer Vorzüge keine Garantie auf die erhoffte Orderausführung zum vom Auftraggeber gesetzten Stopp-Kurs; denn bevor eine Stopp-Order zur Ausführung gelangen kann, wandelt diese sich zunächst zu einer Marktorder, und eine Marktorder wiederum kann, wie man weiß, zu jedem möglichen erzielbaren Kurs im Markte ausgeführt werden. Somit verbleibt immer eine gewisse Gefahr, dass postnumerando der tatsächlich erzielte Kurs in nicht unerheblichem Maße vom gewünschten Stopp-Kurs abweicht.


Stopp-Limitorder ("stop-limit order")

Um die mit der Orderausführung verbundene Unsicherheit über den erzielbaren Kurs bei Verwendung herkömmlicher Stopp-Orders besser in den Griff zu bekommen, wurde die Stopp-Limitorder konzipiert. Durch den Einsatz einer Stopp-Limitorder soll insbesondere der Gefahr von vom Stopp-Kurs stark abweichenden, unerwünschten Ausführungskursen wirkungsvoll begegnet werden.

Zur ordnungsgemäßen Erteilung einer Stopp-Limitorder ist stets die Angabe zweier separater Kurse erforderlich, bestehend aus: 1.) einem Stopp-Kurs ("trigger price") und 2.) einem Limit-Kurs.

Handelt es sich hierbei um eine Verkaufs-Stopp-Limitorder ("sell-stop-limit order"), so muss der Stopp-Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises liegen; handelt es sich dagegen um eine Kauf-Stopp-Limitorder ("buy-stop-limit order"), so muss der Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis gesetzt werden. Beispiel:

Der Preis der DFGH-Aktie liegt bei 37,80 US-$. Der Investor erwartet, dass nach Durchbrechen der Marke von 38 US-$ der Kursanstieg sich weiter fortsetzt. Er erteilt zu diesem Zweck folgende Order: "Buy 300 DFGH-Aktien at $ 38 Stop, $ 38,20 Limit". Eine jede Stopp-Limitorder setzt sich also, wie vorstehend dargestellt, grundsätzlich aus zwei Kursangaben zusammen: Stopp-Kurs und Limit-Kurs.

Für die Bestimmung der Höhe des Stopp-Kurses von Stopp-Limitorders gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei einer Stopp-Order, geradeso wie für die Festlegung des Limitkurses der Stopp-Limitorder die gleichen Voraussetzungen gelten, die auch für eine Limitorder maßgeblich sind. Es empfiehlt sich daher, vor Gebrauch einer Stopp-Limitorder mit den Details und Anwendungsvoraussetzungen von Stopp-Orders einerseits und Limitorders andererseits hinreichend vertraut zu sein.

Erreicht oder überwindet späterhin der Börsenkurs den vom Investor gesetzten Stopp-Kurs ("trigger price") einer Stopp-Limitorder, so wandelt sich dieselbe augenblicklich und automatisch zu einer herkömmlichen Limit-Order mit dem vom Investor gewählten Limitkurs. Die folgende Ausführung der Stopp-Limitorder im Markt ist damit immer nur zum Limitkurs oder zu einem für den Auftraggeber besseren Kurs möglich.

Der Unterschied zwischen einer Stopp-Limitorder und einer Stopp-Order liegt demzufolge darin, dass sich die Stopp-Limitorder – nachdem sie durch eine entsprechende Marktbewegung ausgelöst wurde – in eine Limitorder verwandelt, während sich die Stopp-Order stets in eine Marktorder wandelt. Eine Stopp-Limitorder lässt sich demnach auch als "bedingte Limitorder" betrachten.

Genau besehen: Eine Kauf-Stopp-Limitorder, bei der der Stopp-Kurs stets über dem aktuellen Marktpreis fixiert wird, wandelt sich immer dann in eine Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt oder b.) wenn Nachfrage zum oder zu Kursen über dem genannten Stopp-Kurs entsteht ("bid at or above the stop price"). Zur Orderausführung selbst kommt es indes nur unter der Vorbedingung, dass im Anschluss an eine Aktivierung der Stopp-Limitorder der Marktpreis das Niveau des vom Investor gesetzten Limitkurses nicht überschreitet.

Eine Verkauf-Stopp-Limitorder, bei der der Stopp-Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert wird, wandelt sich immer dann in eine Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt oder b.) wenn Angebot zum oder zu Kursen unterhalb des genannten Stopp-Kurses entsteht ("offered at or below the stop price"). Zur Orderausführung selbst kommt es indes nur unter der Voraussetzung, dass im Anschluss an die Aktivierung der Marktpreis das Niveau des vom Anleger gesetzten Limitkurses nicht unterschreitet.

Anwendung findet die Stopp-Limitorder – analog zur Stopp-Order – hauptsächlich in folgenden Marktsituationen:

  • dem strategisch ausgerichteten Kauf bzw. Leerverkauf eines Wertpapiers
  • der Begrenzung von Verlusten gehaltener bzw. leerverkaufter Wertpapiere
  • der Absicherung eines Buchgewinns gehaltener bzw. leerverkaufter Wertpapiere

Auch vor Beginn des Börsenhandels, und besonders dann, wenn mit relativ starken und unberechenbaren Kursbewegungen gerechnet werden muss, verdienen Stopp-Limitorders i. Allg. den Vorzug vor einfachen Stopp-Orders. Doch Vorsicht: Bei plötzlich eintretenden extrem starken Kursausschlägen in diese oder jene Richtung verfehlt die Stopp-Limitorder zumeist jedoch ihre beabsichtigte Wirkung!

Als Faustregel gilt beim Einsatz von Stopp-Limitorders überdies: Je schneller Sie aus einem Markt heraus wollen (müssen), also eine Position glattzustellen ist, desto weniger sollten Sie von Stopp-Limitorders Gebrauch machen.

Es folgen einige Beispiele:

  • "Kaufe 200 VWX-Aktien zu 30 € Stop, 30,50 € Limit". Solange die VWX-Aktie unter 30 € notiert, passiert zunächst nichts. Kommen jedoch Abschlüsse zu 30 € oder darüber zustande, so wird die Kauf-Stopp-Limitorder aktiviert und wandelt sich automatisch in eine Limitorder mit einem Limit-Kaufkurs von 30,50 €.
  • "Sell 300 CDE-Shares at $ 50, Stop Limit". In diesem Fall sind Stopp-Kurs und Limit-Preis identisch. Wird die CDE-Aktie zu US-$ 50 oder tiefer gehandelt, so wird die Verkaufs-Stopp-Limitorder zu einer Verkaufs-Limitorder mit Limit-Preis von 50 US-$. Hierbei besteht indes die nicht unerhebliche Gefahr, dass die Order zwar aktiviert, jedoch niemals ausgeführt wird, da der Marktpreis es nicht vermag, abermals an das Limit heranzureichen. Beispielsweise könnte die CDE-Aktie von 50,10 US-$ auf 49,50 US-$ fallen und hierdurch die hier betrachtete Stopp-Limitorder auslösen. Sollte der Kursrückgang sich nun fortsetzen, ohne dass der Limitkurs von 50 US-$ noch einmal erreicht würde, bliebe die Stopp-Limitorder damit unausführbar.

Fazit: Stopp-Limitorders besitzen ebenso wie Limitorders die niedrigste Priorität unter allen Orderarten, d.h. sie sind erst dann an der Reihe, nachdem alle sonst noch offen stehenden Markt-, Stopp- und MIT-Orders zuvor ausgeführt werden konnten. Ein Investor darf also erst dann mit einer Ausführung seiner Stopp-Limitorder rechnen, wenn dieselbe zuvor durch Angebot und Nachfrage vorschriftsmäßig aktiviert worden ist, und der Markt anschließend den Limit-Kurs noch einmal zu über- (bei Verkauf-Stopp-Limitorders) resp. unterschreiten (bei Kauf-Stopp-Limitorders) vermochte.


Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order")

Eine Variante der Stopp-Order ist die sogenannte Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order"). Hierbei handelt es sich um eine ansonsten gewöhnliche Stopp-Loss-Order mit dem kennzeichnenden Unterschied, dass der Stopp-Loss-Kurs bei steigenden Wertpapierkursen automatisch um einen vom Auftraggeber fest vorgegebenen Betrag (absolut oder in Prozent) mit den Bewegungen des Wertpapierkurses im Markt variiert. Vermittelst einer auf die Marktsituation abgestimmten Trailing Stopp-Order lässt sich in vielen Alltagsfällen ein vorliegender Buchgewinn harmonisch absichern, und zwar ohne dass die betreffende Position durch eine ansonsten notwendige permanente Überwachung und aktive Anpassung derselben außer allem Verhältnis viel Zeit bindet. Verluste lassen sich auf diese Weise bei fallenden Marktpreisen durch den anfangs gesetzten bzw. später mit anziehenden Preisen automatisch aufwärts versetzten "stopp-loss"-Kurs nach unten eingrenzen. Zugleich lassen sich durch ein Nachziehen des "stop-loss"-Kurses bei steigenden Wertpapierkursen Gewinne nach oben offen halten und sichern. Nachteilig ist hierbei jedoch der Umstand, dass der Bezug zu den konkreten markttechnischen Erfordernissen der jeweils obwaltenden Marktsituation durch eine Trailing Stopp-Order pauschal übergangen wird. Für Optionsgeschäfte werden von den Börsen im Regelfall jedoch keine Trailing Stopp-Orders angenommen.

Fazit: Stopp-Limitorders ähneln Stopp-Orders mit dem Unterschied, dass sich Stopp-Limitorders bei ihrer Aktivierung statt sofort zu einer Markt- zunächst zu einer Limitorder wandeln. Im Gegensatz zur Stopp-Order ist indes auch bei Auslösung durch einen Umsatzakt zum Stopp-Kurs eine hieran anschließende Ausführung einer Stopp-Limitorder nicht mit Sicherheit gewährleistet; denn Spielraum für die Ausführung einer Stopp-Limitorder besteht nur in den engen Grenzen eines vom Investor zuvor festgesetzten Limit-Kurses.


Zeitlich limitierte Orders ("time limit orders")

Zeitlich limitierte Orders zeichnen sich dadurch aus, dass zusammen mit Erteilung einer Order der Bank bzw. dem Brokerhaus eine Gültigkeitsklausel benannt wird, wann bzw. für wie lange diese Gültigkeit beanspruchen soll. Unterlässt der Investor dagegen die explizite Spezifikation einer Zeitangabe für die Ausführung seiner Order und bestehen diesbezüglich auch sonst keine anderweitigen Vereinbarungen, so wird das kontoführende Bank- bzw. Brokerhaus davon ausgehen, dass es sich bei der betreffenden Order um eine Tagesorder ("nur heute gültig", GFD, "good-for-day", "day order") handeln soll.

Der Gültigkeitszeitraum bei einer Tagesorder erstreckt sich im Regelfall auf den gesamten Handelszeitraum desjenigen Kalendertages, an dem die Order aufgegeben wurde. Erteilen Sie eine tagesgültige Order außerhalb der Handelszeiten, dann gilt diese für den nächsten Handelstag. Sollte es dem Broker bis zum Ende des Tages nicht gelingen, eine GFD-Order auszuführen, wird diese automatisch gecancelt.


OB-Order ("Limit-or-Better"-Order)

Im Zuge des Ausführungsprozesses einer Limitorder wird der Broker vor Ort versuchen, wenn irgend möglich, im Interesse des Kunden den gewünschten oder einen für ihn besseren Kurs ("or better") auszuhandeln. "Besser" bedeutet bei Kauf-Limitorders einen niedrigeren und bei Verkaufs-Limitorders ein höheren Ausführungskurs als der vom Auftraggeber benannte Limitkurs.

Bei der Erteilung einer Limitorder braucht demzufolge der Zusatz "or better" im Allg. nicht explizit angegeben zu werden (allein durch den Zusatz "or better" wird der Broker nicht härter arbeiten). Eine Ausnahme hierzu wäre indes durch den folgenden Fall gegeben: Die YZA-Aktie notiert aktuell mit 30,50 US-$ und ein Kunde erteilt hierauf eine Limitorder, diese Aktie zu 30 US-$ "or better" zu verkaufen. Der Broker ist hier gefordert, den Markt vorab auf bessere Kurse als den zunächst festgelegten Limitkurs zu prüfen.

Machen Sie von dem Zusatz "or better" also nur dann Gebrauch, wenn der Markt auch wirklich besser ist, da es ansonsten zu Klärungsbedarf kommen kann, ob es sich bei der fraglichen Order de facto nicht doch um eine Stopp-Order handelt, wodurch sich die Ausführung insgesamt verzögern könnte.


OCO-Order ("One Cancels Other") bzw. Alternativ-Order

Eine sog. OCO-Order ("One Cancels Other"), gelegentlich auch bezeichnet als Alternativ-Order, besteht aus zwei separaten Teil-Orders, die indes zusammen auf einem Orderticket vermerkt werden und damit auch als Einheit gehandhabt werden. Hierdurch wird der Broker angewiesen, sobald eine der beiden Teil-Orders ausgeführt werden konnte, die übrig gebliebene Order umgehend zu stornieren. Alternativ-Orders zählen zu den strategisch kombinierten Aufträgen ("strategy orders"), die zwar nicht an allen, doch aber an vielen Wertpapierbörsen ausdrücklich erlaubt sind. Strategisch kombinierte Orders tragen zur Erhöhung der Planungssicherheit bei, indem sich sämtliche ihrer Teil-Orders konzeptionell aufeinander abgestimmt lassen.

Obwohl grundsätzlich alle Orderarten miteinander kombiniert werden können, handelt es sich bei der einen Teil-Order einer Alternativ-Order typischerweise um eine Limitorder, bei der anderen regelmäßig um eine Stopp-Order. In Erwartung steigender Kurse ("bullish strategy") liegt auch hier der Stopp-Kurs der Kauf-Stopp-Order über dem aktuellen Marktpreis und der Limitkurs der Kauf-Limitorder unter dem aktuellen Marktpreis. Für eine Spekulation auf fallende Kurse ("bearish strategy") gilt hingegen: Der Stopp-Kurs der Verkauf-Stopp-Order liegt unter dem aktuellen Marktpreis und der Limitkurs der Verkauf-Limitorder über dem aktuellen Marktpreis.

Beispiel für eine Hausse-Spekulation ("bullish"): Die CDE-Aktie wird mit 25 US-$ notiert. Ein Anleger erwartet, dass die CDE-Aktie kurzfristig zwar noch etwas nachgeben, auf lange Sicht jedoch nachhaltig steigen wird. Der Investor könnte nun einfach eine Limitorder mit einem Limitkurs von knapp unter 25 US-$ erteilen. Dies birgt indes die Gefahr, dass die CDE-Aktie zu steigen beginnt, und zwar ohne dass der Limitkurs vorher noch einmal erreicht wird. Um dieser Möglichkeit aber entgegenzuwirken, kommt die OCO-Order in Betracht. Hiernach könnte der Anleger nun folgende OCO-Order erteilen: "Either Buy 500 CDE-Shares at 24,50 or Buy 500 CDE-Shares at 26,50, Stop", um damit jetzt auch bei unmittelbar steigenden Kursen in jedem Falle Position zu beziehen.

Zur Erläuterung: Fällt die CDE-Aktie im Anschluss daran auf 24,50 US-$ oder noch darunter, so wird dadurch die Limitorder ausgeführt, gleichzeitig aber die dazugehörige Stopp-Order gestrichen. Steigt hingegen die CDE-Aktie, ohne vorher noch einmal auf 24 US-$ zurückzufallen, über 26,50 US-$, so kommt es zur Ausführung der Stopp-Order und die Limitorder wird nun unfehlbar gecancelt.

Doch Achtung: Wie bei Limitorders allgemein üblich, wird stillschweigend unterstellt, dass der Anleger mit einer Teilausführung seiner Limitorder einverstanden ist. Dies gilt auch für Limitorders als Bestandteil von OCO-Orders. Kommt es zur Teilausführung der Limitorder als Teil einer OCO-Order, wird der Stopp-Order-Teil jedoch automatisch um die Anzahl der bereits georderten Wertpapiere reduziert.

Der Einsatz einer OCO-Order ist i. Allg. immer dann zweckmäßig, wenn zwar zwei in enger Beziehung zueinander stehende, aber sich gegenseitig ausschließende Orders erteilt werden sollen. Bei ordnungsgemäßer Ordererteilung und vom Broker korrekt gehandhabter OCO-Order schließen Sie dadurch die Möglichkeit zuverlässig aus, dass ungewollt beide Orders im Markt zugleich ausgeführt werden.


GTC-Order ("good-till-cancelled order")

Grundsätzlich lässt sich jede Order entweder als Tages-Order oder als GTC-Order ("good-till-cancelled order", "open order", übersetzt: "Order bis auf Widerruf") klassifizieren. Fehlt eine Zeitangabe und lässt der Investor nichts Gegenteiliges verlauten, wird die betreffende Order stets als Tages-Order gehandhabt. Fügt ein Investor bei Ordererteilung indes ausdrücklich den Zusatz "GTC" an, handelt es sich hierbei um eine Order bis auf Widerruf, und sie verbleibt damit zunächst solange in den Order-Büchern vermerkt, bis es dem Broker gelingt, sie zu den vom Investor gesetzten Konditionen auszuführen. Eine GTC-Order kann aber auch – sofern noch unausgeführt – vom Auftraggeber oder gegebenenfalls vom Brokerhaus nahezu jederzeit widerrufen werden.

Da GTC-Orders grundsätzlich für einen unbestimmten Kalenderzeitraum ("auf Dauer") Gültigkeit beanspruchen, kommt es nicht selten vor, dass ein Investor nach gewisser Zeit – insbesondere bei hohem persönlichen Orderaufkommen und/oder bei vom gegenwärtigem Kursniveau weit entfernten Limitkursen – eine noch offene GTC-Order aus den Augen verliert, mit der denkmöglichen Folge, dass die betreffende Order zu einem nunmehr unerwünschten Zeitpunkt bzw. zu einem dem Investor sehr unliebsamen Kurs zur Ausführung kommt. In Kenntnis dieses Umstandes wird ein solid wirtschaftendes, umsichtiges Brokerhaus daher den Anleger von Zeit zu Zeit um Bestätigung seiner GTC-Order ersuchen.

Aber auch die Effektenbörsen ihrerseits belassen GTC-Orders nicht bis "in alle Ewigkeit" in ihren Büchern stehen (i.d.R. maximal 6 Monate: so storniert die NYSE bspw. GTC-Orders am letzten Geschäftstag im April bzw. im Oktober, Xetra indes nach 90 Kalendertagen, der aktuelle Tag einschließlich). Sofern GTC-Orders also nicht ab und an vom Kunden ausdrücklich bestätigt werden, kann es passieren, dass sie – je nach Maßgabe des jeweiligen Marktmodells der Börse – nach einigen Monaten automatisch gestrichen werden. GTC-Orders, die im Aktienhandel zum Einsatz kommen, erlischen im Regelfall darüber hinaus auch dann, wenn es bei der betreffenden Aktiengesellschaft zu bestimmten Kapitalmaßnahmen kommt. Eine GTC-Order erlischt aber in jedem Fall mit erfolgter Ausführung im Markt.

GTC-Orders werden regelmäßig in Verbindung mit Limitorders bzw. Stopp-Orders oder deren zahlreichen Varianten verwendet, niemals jedoch in Verbindung mit Marktorders.

Zu den Varianten der GTC-Order zählen sämtliche "good-till-date-orders"; diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie allesamt bei Erreichen einer bestimmten Datumsgrenze automatisch erlischen, so z.B. die GTW- ("good-this-week") oder die GTM-Order ("good-this-month"). Die Gültigkeit einer GTW-Order erstreckt sich dabei bis zum Ende einer Woche, die einer GTM-Order bis zum Ende eines Monats. Bei vorstehenden Varianten handelt es sich im Grunde um GTC-Orders, die mit einem Ablaufdatum versehen und jeweils am Ende einer Woche bzw. eines Monats im Interesse des Kunden (zumeist durch das kontoführende Brokerhaus) systematisch gecancelt werden. GTW- und GTM-Orders werden also nur deshalb von einigen Brokerhäusern akzeptiert, um Kundenwünschen weitestgehend zu entsprechen. Die meisten Börsen selbst nehmen GTW- und GTM-Orders jedoch nicht direkt entgegen.


MIT-Order ("market-if-touched order"

Die MIT-Order ("market-if-touched order", seltener auch "board order" genannt) ist in ihrem Wesen der Stopp-Order sehr ähnlich. Bei Ordererteilung setzt der Investor einen sogenannten MIT-Limitkurs, dem hierbei prinzipiell die gleiche Aufgabe zukommt, wie dem Stoppkurs einer Stopp-Order. Um überhaupt zur Ausführung gelangen zu können, muss die MIT-Order demzufolge zunächst erst durch eine entsprechende Marktbewegung aktiviert werden. Die Aktivierung kommt aber nur unter der Vorbedingung zustande, dass der Markt den vom Investor benannten MIT-Limitkurs zu erreichen bzw. zu durchbrechen vermag. Auf diese Weise einmal aktiviert, wandelt sich die MIT-Order sodann augenblicklich und automatisch in eine Marktorder. Nach erfolgter Aktivierung durch den Markt ist eine MIT-Order somit auch nicht mehr an den sie auslösenden Limitpreis gebunden.

Der Hauptunterschied einer MIT-Order zur Stopp-Order besteht in der Relation des MIT-Limitkurses zum aktuell herrschenden Marktpreis im Zeitpunkt der Orderformulierung: Handelt es sich um eine Verkaufs-MIT-Order ("sell MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs über dem aktuellen Marktpreis liegen; handelt es sich dagegen um eine Kauf-MIT-Order ("buy MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert werden.

Eine Verkaufs-MIT-Order begründet durch ihre Ausführung im Wertpapiermarkt eine Verkaufsposition (Short) bzw. schließt damit eine offene Kaufposition (Long), wohingegen eine Kauf-MIT-Order eine Long-Position neu aufbaut bzw. eine gehaltene Short-Position wieder schließt. Zur Veranschaulichung mag ein Beispiel dienen:

Formuliert sei folgende Order: "Buy 100 WXY-Shares at $ 60, market-if-touched", bei einem augenblicklichen Marktpreis der WXY-Aktie von 60,25 US-$. Der Investor bezweckt hiermit, die WXY-Aktie zu einem Kurs zu kaufen, der für ihn vorteilhafter ist als der herrschende Marktpreis, da der spezifizierte Preis ja unterhalb desselben liegt. Ein denkbares Motiv für eine solche Vorgehensweise mag sein, dass der Investor mutmaßt, der Markt habe auf dem gegenwärtigen Niveau von 60 US-$ seinen vorläufigen Tiefpunkt gesehen, um in unmittelbarer zeitlicher Folge wieder anzusteigen.

Zwar könnte er alternativ eine Marktorder erteilen und damit sofort kaufen, doch hofft er, im Wege der Platzierung einer MIT-Order im Markt einen für ihn besseren, weil niedrigeren Kaufkurs zu erzielen. Die Gefahr hierbei ist, dass der Markt schon vor Erreichen der 60 US-$-Marke wieder steigt und der Investor seinen gewünschten Einstieg somit verpasst; denn solange der Marktpreis über 60 US-$ verharrt, verbleibt die MIT-Order unangetastet in den Auftragsbüchern der Börse.

Fällt jedoch der WXY-Aktienkurs wie erwartet und kommt Umsatz zu 60 US-$ oder zu tieferen Kursen zustande, so wird die MIT-Order aktiviert, wandelt sich dadurch augenblicklich und automatisch in eine Marktorder und wird zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt werden. Der Ausführungskurs kann somit de facto höher, niedriger oder auch gleich hoch ausfallen wie der MIT-Limit-Kurs von 60 US-$.

Da MIT-Orders nach Aktivierung zu Marktorders werden und Marktorders bekanntlich zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt werden, empfiehlt es sich, in wenig liquiden Märkten von MIT-Orders abzusehen und stattdessen gegebenenfalls auf Limitorders zurückzugreifen.

MIT-Orders haben ebenso wie Stopp-Orders nach den meisten Marktmodellen eine geringere Priorität als Marktorders, d.h. sie werden im Handel erst dann zusammengeführt, nachdem alle sonst noch ausstehenden Marktorders zuvor berücksichtigt und ausgeführt werden konnten. Indes umgeht der Investor infolge der höheren Priorität gegenüber Limitorders die Gefahr, eine wünschenswerte Ausführung allein deshalb zu verpassen, weil sich der Marktpreis nur für einige wenige Augenblicke auf dem Niveau des Limitpreises hat halten können und seine Limitorder dabei nicht zur Ausführung gelangt.

Fazit: MIT-Orders sind Stopp-Orders sehr ähnlich, werden in praxi jedoch schwergewichtig zum Aufbau statt zum Schließen neuer Positionen verwandt. Mit Erteilung einer MIT-Order richtet der Investor seine Absicht darauf, dass bei Erreichen eines vorab bestimmten Kursniveaus seine Order unverzüglich zur Ausführung kommt. Im Vergleich mit einer Limitorder besteht hierbei allerdings das Risiko einer weniger vorteilhaften Ausführung als eigentlich gewünscht. Der Hauptunterschied zur Stopp-Orders in technischer Hinsicht liegt darin, dass MIT-Limit-Kurse spiegelbildlich zu den Stoppkursen gesetzt werden.


FOK-Order ("Fill-or-Kill"-Order)

Bei Orders, die mit der Orderbeschränkung "Fill-or-Kill"-Orders (FOK-Order, "quick order") ausgezeichnet werden, handelt es sich i.d.R. um Markt- oder Limitorders, die an der Börse unverzüglich und dabei in vollem Umfange auszuführen sind. Wird eine FOK-Order mit einem Preislimit versehen, so ist sie also in vollem Umfange zum benannten Limitkurs oder zu einem für den Auftraggeber besseren Kurs an der Börse auszuführen. Gelingt dies nicht, wird die "Fill-or-Kill"-Order sofort und automatisch storniert. Eine FOK-Order kann daher auch niemals Eingang in das Orderbuch einer Börse finden.

Der Limit-Kurs einer FOK-Order wird sich aus Gründen der Zweckmäßigkeit üblicherweise am derzeit aktuellen Marktpreis orientieren, wie folgendes Beispiel illustriert: "Sell 500 CDE-Shares at 50, fill-or-kill.", bei einem herrschenden Kurs der CDE-Aktie von 49,90 US-$. An Präsenzbörsen wird der Broker auf dem Börsenparkett nach Entgegennahme der Order i.d.R. drei Mal hintereinander – aber in einer Aktion – versuchen, die FOK-Order zum gesetzten Limit (oder besser) auszuführen. Sollte dies nicht auf Anhieb gelingen, wird die FOK-Order sofort und zur Gänze gestrichen. Dabei ist es belanglos, ob kurz danach oder später noch ein Handel zum Order-Limitkurs möglich gewesen wäre oder nicht.

Die Abwicklung der FOK-Order erfolgt insgesamt sehr rasch, so dass es sich bei telefonischer Ordererteilung für den Investor lohnen kann, während der Orderausführung am Telefon auf eine Ausführungsbestätigung ("a fill") zu warten.

Eine FOK-Order erweist sich oftmals dann als sinnvoll, wenn der Kauf bzw. Verkauf einer ganz bestimmten, vorgegebenen Anzahl von Wertpapieren beabsichtigt ist, aufgrund der momentan gegebenen Markverhältnisse indes eine Ausführung zum vorgesehenen Kurs lediglich in einer unerwünschten, geringeren Stückzahl vorauszusehen ist. Auf diese Weise können Teilausführungen und die meistenteils hierdurch verursachten zusätzlichen Handelskosten vermieden werden.

Teilausführung sind bei FOK-Orders somit grundsätzlich nicht erlaubt. Leider findet dieser Leitgedanke nicht bei einer jeden Wertschriftenbörse resp. bei jedem Brokerhaus uneingeschränkt Beachtung. Daher empfiehlt es sich, vor Gebrauch des FOK-Orderzusatzes hierzu verlässliche Informationen einzuholen. Auf das obigen Beispiel gemünzt wird der Broker jedoch im Regelfall versuchen, alle 500 CDE-Aktien auf einmal zu verkaufen. Entsprechendes gilt für Aufträge an Computerbörsen. Gelingt dies nicht, wird die Order sofort gestrichen.


IOC-Order ("Immediate-or-Cancel-Order")

Die IOC-Order ("Immediate-or-Cancel-Order", auch "Immediate and Cancel Order", oder kurz IC-Order genannt) wird in Verbindung mit Limitorders verwendet und verlangt ebenso wie die "Fill-or-Kill"-Order eine sofortige Orderausführung, aber nur soweit wie möglich. Der unausgeführte Teil wird sofort gelöscht. Der Unterschied zur "Fill-or-Kill"-Order besteht mithin darin, dass die IOC-Order Teilausführungen ermöglicht. Die IOC-Order findet zumeist bei Kauf- bzw. Verkaufsaufträgen von mehreren "round lots" Verwendung.

Beispiel: Ein Investor ordert 800 DEF-Aktien zu 19 US-$/Aktie, "Immediate-or-Cancel". Die Order gelangt nur wenige Augenblicke später auf das Parkett der Börse. Es kommt ein Handel über lediglich 400 DEF-Aktien zu 19 US-$ zustande, dann steigt der Kurs auf 19,20 US-$. Der erübrigende Teil der Order wird sofort gestrichen, und der Anleger erhält eine Ausführungsbestätigung über 400 DEF-Aktien zu 19 US-$/Aktie. Auch bei der IOC-Order ist es unerheblich, ob im Anschluss hieran ein Handel zum Order-Limitkurs von 19 US-$ neuerdings möglich gewesen wäre.


AON-Order ("All-or-None-Order")

AON-Orders ("All-or-None-Orders") sind dadurch charakterisiert, dass sie stets in einem Handelsakt und dabei in vollem Umfange auszuführen sind; lässt sich dies nicht sofort im vorgesehenen Maße bewerkstelligen, so bleibt die fragliche Order im Orderbuch vermerkt, bis gegebenenfalls ein "matching" später möglich wird. Vergleichbar ist die AON-Order mit der FOK-Order insofern als sie keine Teilausführungen zulässt. Der Unterschied zur FOK-Order liegt in der Zeitkomponente: AON-Order werden nicht automatisch storniert, wenn keine unverzügliche und vollumfängliche Orderausführung erzielbar ist. Der Anleger vermeidet somit, dass seine Order zu verschiedenen Zeitpunkten und damit einhergehend oftmals zu seinem Nachteil zu unterschiedlichen Kursen ausgeführt wird.

Die Schwäche, welche einer AON-Order anzurechnen ist, besteht darin, dass sie gewöhnlich nur eine sehr geringe Priorität aufweist. Sie steht erst dann zur Ausführung an, nachdem alle sonstigen Orderarten, insbesondere Markt- und Limitorders, im laufenden Marktprozess bedient werden konnten. Außerdem werden hierbei nicht selten Mindestvolumina von zumeist drei "round lots" (i.d.R. = 300 Aktien) vorausgesetzt.

Praktisch finden AON-Orders vorwiegend an US-amerikanischen Börsenplätzen im Zusammenhang mit größeren Limitorders über mehrere "round lots" Anwendung. Als Marktorders mit dem Zusatz "AON" werden sie regelmäßig zurückgewiesen.

Darüber hinausgehende Varianten sind: a) die sogenannte Scale Order und b.) die Eisberg-Order ("iceberg order"). Eine Scale Order legt bestimmte Preisintervalle fest und ordnet diesen jeweils bestimmte Mengen an Wertpapieren zu, die zu den jeweils abgestuften Preisen ge- bzw. verkauft werden sollen; Eisberg-Orders dagegen werden häufig von institutionellen Marktteilnehmern zum Kauf wie auch zum Verkauf größerer Stückzahlen verwendet. Zur Vermeidung unliebsamer Kurseinflüsse infolge eigener Handelsaktivitäten ("price impact") wird die Unterbringung des beabsichtigten Gesamtvolumens am Markt mithilfe der Eisberg-Order aufgeteilt in sukzessiv auszuführende Teilorders, bis das gewünschte Transaktionsvolumen letztlich abgewickelt werden konnte. Für Dritte erkennbar wird dabei in der Regel nur der jeweilige Umfang der gerade anstehenden Teiltransaktion ("die Spitze des Eisberges"), nicht jedoch der Gesamtumfang der Order.


MOO-Order ("market-on-opening order")

Viele, aber nicht alle Kommissionshäuser (resp. Börsen) räumen ihren Kunden bei der Entgegennahme von Orders die Möglichkeit ein, festzulegen, wann genau im Laufe einer Börsensitzung eine fragliche Order zur Ausführung gelangen möge. Eine dieser Möglichkeiten zur Festlegung der Ausführungszeit besteht in der Formulierung einer MOO-Order ("market-on-opening, "at-the-opening order" oder "market-on-open"): eine Marktorder, die sofort zu Handelsbeginn ("at the opening") auszuführen ist. Beispiel: "Buy 500 ABCD-Shares, market-on-opening".

Die MOO-Order beinhaltet grundsätzlich den Anspruch, als erste Order per se ausgeführt zu werden. Der Broker auf dem Parkett einer Wertpapierbörse ist demnach bestrebt, die MOO-Order beim ersten zustande kommenden Handel ("trade") in der betreffenden Aktie und zudem zum für seinen Kunden bestmöglichen Preis zusammenzuführen (bei Kauforders zum niedrigsten möglichen Preis, bei Verkaufsorders zum höchsten möglichen Preis). Demnach muss die MOO-Order zur Eröffnung ausgeführt werden, während andere "opening-only"-Orders, wie eine Limit-, Stopp- oder Stopp-Limit-"opening-only"-Order auch unausgeführt bleiben kann, abhängig von den jeweils bei Börseneröffnung herrschenden konkreten Marktbedingungen.

Ist eine MOO-Order aufgrund der Angebots- und Nachfragesituation zu Börseneröffnung unausführbar, so wird sie direkt an den Kundenbetreuer des Anlegers mit einem entsprechenden Vermerk zurückgeleitet.


MOC-Order ("market-on-close order")

MOC-Orders ("market-on-close order", "at-the-close order") sind Marktorders ("market-orders"), die bei Handelschluss des jeweiligen Börsentages auszuführen sind. Die exakte offizielle Zeitspanne, in der die Orderzusammenführung möglich wird, ist abhängig von den Börsenregeln der jeweiligen Wertpapierbörse und mitunter auch handelstechnisch beeinflusst vom augenblicklichen Orderaufkommen. Beispiel: "Sell 500 STUV-Shares, market-on-close". Liegen die während der letzten Sekunden ausgehandelten Kurse der STUV-Aktie bspw. zwischen 10,10 und 10,15 US-$, so sind nur Kurse, die innerhalb dieses Kursintervalls liegen, mögliche Marktpreise für eine Orderausführung einer MOC-Order.

Eine MOC-Order erheben indes nicht den Anspruch, als allerletzte Order per se ausgeführt zu werden. Zudem behält sich der zuständige "floor broker" nicht selten das Recht vor, eine MOC-Order bis 15 Minuten vor Handelsschluss zurückzuweisen, abhängig von den gerade herrschenden Marktbedingungen.

Die Zeitspanne, in der MOC-Orders auszuführen sind, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sich die jeweilige MOC-Order auf "round lots" oder auf "odd lots" bezieht:

MOC-Orders für "round lots" werden in der sogenannten "closing range" ausgeführt – eine sich täglich am Schluss, also z.B. während der letzten 30 Handelssekunden des Börsenhandels, bildende Handelsspanne. Der Broker ist bestrebt, innerhalb dieser Handelsspanne den für seinen Kunden bestmöglichen Marktpreis zu erwirken. Dadurch lässt sich i.d.R. sicherstellen, dass die Order in etwa auf dem Niveau des Tagesschlusskurses, d.h. in etwa zu jenem Kurs des offiziell letzten Handels eines Börsentages, ausgeführt wird.

MOC-Orders für "odd lots" hingegen werden regelmäßig erst nach Handelschluss einer Börsensitzung ausgeführt. MOC-Kauf-Orders erhalten den dann bestehenden "offered"-Kurs, MOC-Verkaufs-Orders den zu dieser Zeit bestehenden "bid"-Kurs zugeteilt.