Nach der Random-Walk-Hypothese können Aktienkurse und andere Kurse von Finanzinstrumenten nicht vorhergesagt werden. Die Verfechter dieser These gehen davon aus, dass alle für den Kurs einer Aktie relevanten Informationen sofort „eingepreist“ werden und der aktuelle Kurs demnach also immer dem fundamentalen Wert des Finanzinstruments entspricht. Aktien und andere Finanzinstrumente sind deshalb nie über- oder unterbewertet. Eine bessere Performance als der Gesamtmarkt kann ein Anleger laut Random-Walk-Theorie nur durch Zufall erzielen, oder indem er ein besonders hohes Risiko eingeht. Laut Random-Walk-Theorie wird ein Anleger auf lange Sicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht besser abschneiden als der Gesamtmarkt, wenn die risikoadjustierte Performance betrachtet wird.

Aus Sicht der Random-Walk-Theorie sind Methoden wie die Technische Analyse und die Fundamentalanalyse nicht erfolgsversprechend, weil sämtliche Informationen aus der Vergangenheit (wie Kursverläufe oder fundamentale Entwicklungen) keine Aussagen über die zukünftige Kursentwicklung eines Finanzinstruments erlauben. Anhänger hat die Random-Walk-Theorie vor allem im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Viele Praktiker an den Börsen gehen hingegen davon aus, dass die Annahmen der Random-Walk-Hypothese in der Realität häufig nicht gelten.

Trotz großer Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Random-Walk-Hypothese und der Technischen Analyse. Auch die Technische Analyse geht davon aus, dass relevante Informationen schnell in den Kurs eingepreist werden. Im Unterschied zur Random-Walk-Hypothese geht die Technische Analyse aber davon aus, dass trotzdem Aussagen über die Wahrscheinlichkeit der künftigen Kursentwicklung aus den Kursdaten der Vergangenheit abgeleitet werden können.