Ein einfacher Tradingzugang, relativ geringe Kosten, diverse Handelsmöglichkeiten und nicht zuletzt eine mediale Omnipräsenz - wen wundert es angesichts solcher Fakten, dass sich der Dax bei privaten Tradern einer hohen Beliebtheit erfreut. Im CFD-Handel bilden Indices die mit Abstand größte Assetklasse. Wie aber gehen Trader mit Seitwärtsbewegungen im DAX um? Eine wie wir aktuell wissen, extrem wichtige Frage. Schauen Sie sich nur einmal die Kursmuster unseres Lieblingsindex seit Juni an. Trendtrader sind verzweifelt, egal in welchem Timeframe man sich bewegt.

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Wie also handelt man Konsolidierungen? Diese Frage ist nicht nur höchst aktuell, sondern äußerst wichtig. Jedem Trader ist klar, dass für den Erfolg entweder ein ausgewogenes Portfolio oder aber eine gewisse Tradingfrequenz notwendig ist. Was aber tun, wenn sich der Markt einfach nicht bewegt oder zumindest nicht weit genug für einen Trend bewegt?

Der Tod des Depots: Trendhandel in einem Rangemarkt!

Viele privater Anleger lassen sich in Seitwärtsbewegungen ständig von einer Seite auf die andere zwängen, immer mit der Wunschvorstellung, dass der Markt endlich wieder tendieren wird. Natürlich hat jede Range früher oder später ein Ende und wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass die meisten Trader größere Trends handeln (wollen) und ihrerseits wissen, dass es relativ teuer ist (Opportunitätskosten), einen solchen zu verpassen, ist es nur logisch hinter jedem Zucken des Kurses einen neuen Trend zu vermuten. Das Problem ist jedoch, dass Seitwärtsbewegungen länger anhalten, als vielen Tradern lieb ist. Selbst wenn der Trend dann irgendwann kommt, reicht der Gewinn eventuell nicht mehr aus, um die vorangegangenen Verluste aus der Range auszugleichen. Aktuell sehen wir schon seit Juni 2020 ein für Trendtrader schwieriges Umfeld. Das sind mitlerweile mehr als 4 Monate und das ist keine Seltenheit. Seitwärtbewegungen gibt es mehr als uns vielleicht lieb ist, im Großen und im Kleinen, wie auch der folgende, alte DAX-Stundenchart zeigt. Gut zu erkennen sind in diesem auch die vielen Fehlausbrüche innerhalb der Range, die einen Trendtrader in den Wahnsinn oder gar Ruin treiben können.

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Die beste Lösung…

… als Trendtrader ist, mit dem Erkennen einer Range abzuwarten und die Seitenlinie einzunehmen. Diese einfache Lösung fällt vielen Tradern jedoch unheimlich schwer. Sie wissen, dass sie mit dem Abwarten Gefahr laufen, eventuell einen lukrativen Trade zu verpassen. Zudem bewegen sich die Kurse auch innerhalb einer Range und bieten so kleine Gewinnchancen und wer weiß, vielleicht ist ja die nächste Zuckung auch der Startschuss für den nächsten großen Trend. Zudem kann am Jahresende nur der Trader verdient haben, der zwischenzeitlich einige Geschäfte abgeschlossen hat. Die aktuelle Marktphase im Dax läuft schon seit Wochen. Eine lange Zeit, in der Trendtrader einen Verlusttrade nach dem anderen hinnehmen müssen, wenn man jeden Ausbruchsversuch nutzt. Im folgenden möchte ich Ihnen drei weitere Tradingmöglichkeiten in einer solchen Phase vorstellen.

1. Ausbruch & Pullback

Die erste Möglichkeit auf ein schwieriges Trendumfeld zu reagieren, besteht darin, den Ausbruch aus einer Range und einen anschließenden Pullback abzuwarten, um sich dann zu positionieren. Durch diese Verzögerung gegenüber dem direkten Ausbruchstrade erhalten wir vom Chart zusätzliche Informationen, Informationen, die uns beim Ausbruch selbst nicht zur Verfügung standen. Wir können so beispielsweise erkennen, wie dynamisch der Ausbruch verlief, ob er mit einem erhöhten Volumen einherging und wie schwungvoll die anschließende Gegenbewegung ist. Fällt der Kurs dabei wieder deutlicher unter das Ausbruchsniveau zurück, ist dies ein weiteres Puzzleteil, um eventuell Abstand von einem Trade zu nehmen. Im Extremfall warten wir nicht nur den Pullback und das Verhalten am alten Ausbruchsniveau ab, sondern sogar bis der Markt ein neues Hoch/Tief nach dem Ausbruch macht. Die folgende Abbildung zeigt ein paar aktuelle Beispiele, wobei ich bewusst darauf verzichtet habe, perfekte Beispiele zu präsentieren.

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2. Antizyklisches Antizipieren innerhalb der Range

Eine zweite Möglichkeit für einen Trendtrader innerhalb eines rangelastigen Marktumfeldes besteht darin, spekulativ innerhalb der Range eine Position einzunehmen. Dabei kann man sich am übergeordneten Trend, sofern vorhanden, orientieren. Bewegt sich der Dax beispielsweise in einem Aufwärtstrend und geht anschließend in eine Konsolidierung über, kann man den unteren Unterstützungsbereich für spekulative Käufe nutzen. Die Erwartungshaltung ist letztlich die, dass die Range in Richtung des ursprünglichen Trends verlassen wird (siehe folgende Abbildung).

Der Vorteil dieser Methodik liegt auf der Hand. Gelingt der Einstieg und es kommt anschließend zur Fortsetzung der vorangegangenen Bewegung, hat man einen guten Einstiegspreis inklusive eines relativ guten Stop-Loss.

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3. Alternativen müssen her!

Die letzte Idee, die ich Ihnen zeigen möchte, ist simpel: suchen Sie sich einen anderen Markt! Statt zu versuchen hinter jeder Bewegung innerhalb der Range einen neuen Trend zu vermuten, kann man sich beispielsweise in Guidants einfach Alarme an den Rangegrenzen setzen und in der Zwischenzeit andere Basiswerte handeln. Die Korrelation am Markt mag hoch sein, aber es wird selbst in der rangelastigsten Zeit Basiswerte geben, die tendieren.

Viel Erfolg

Rene Berteit

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