Ein einfacher Tradingzugang, relativ geringe Kosten, diverse Handelsmöglichkeiten und nicht zuletzt eine mediale Omnipräsenz - wen wundert es angesichts solcher Fakten, dass sich der Dax bei privaten Tradern einer hohen Beliebtheit erfreut. Im CFD-Handel bilden Indices die mit Abstand größte Assetklasse. Wie aber gehen Trader mit Seitwärtsbewegungen im DAX um?

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Diese Frage ist nicht nur höchst aktuell, sondern äußerst wichtig. Jedem Trader ist klar, dass für den Erfolg entweder ein ausgewogenes Portfolio oder aber eine gewisse Tradingsfrequenz notwendig ist. Was aber tun, wenn sich der Markt einfach nicht bewegt?

Viele privater Anleger lassen sich in solchen Seitwärtsbewegungen ständig von einer Seite auf die andere zwängen, immer mit der Wunschvorstellung, dass der Markt endlich wieder tendieren wird. Ein solcher Gedankengang scheint auf den ersten Blick nur logisch, denn natürlich hat jede Range früher oder später ein Ende und wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass die meisten Trader größere Trends handeln und ihrerseits wissen, dass es relativ teuer ist (Opportunitätskosten), einen solchen zu verpassen, kann die ständige Annahme, dass hinter jedem Zucken des Kurses ein neuer Trend lauert, nicht überraschen. Das Problem ist jedoch, dass Seitwärtsbewegungen länger anhalten, als vielen Tradern lieb ist. Selbst wenn dann der Trend kommt, reicht der Gewinn eventuell nicht mehr aus, um die vorangegangenen Verluste auszugleichen. Man schaue sich nur den aktuellen Stundenchart im Dax mit seinen vielen Fehlsignalen innerhalb der Range an:

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Die beste Lösung…

… ist eigentlich, mit dem Erkennen einer Range abzuwarten und im Zweifel die Seitenlinie einzunehmen. Diese einfache Lösung fällt vielen Tradern jedoch unheimlich schwer. Sie wissen, dass sie mit dem Abwarten Gefahr laufen, eventuell einen lukrativen Trade zu verpassen. Zudem bewegen sich die Kurse auch innerhalb einer Range und bieten so kleine Gewinnchancen und wer weiß, vielleicht ist ja die nächste Zuckung auch der Startschuss für den nächsten großen Trend. Zudem kann am Jahresende nur der Trader verdient haben, der zwischenzeitlich einige Geschäfte abgeschlossen hat. Je mehr, desto besser, so die Denke vieler privater Trader. Die aktuelle Range im Dax läuft schon über 150 Handelstunden. Eine lange Zeit, in der Trader des DAX-Stundencharts angesichts solcher Gedankengänge einfach nur zuschauen sollen.

Alternativen müssen her!

Im Grunde ist Abwarten auch auf die Gefahr hin, einen lukrativen Trade zu verpassen, weil der Markt die Range zu schnell beendet und man selbst keine Chance mehr bekommt, sich günstig in den laufenden Trend einzuklinken, immer noch besser, als in einer ausgedehnten Range mit vielen Fehlsignalen konfrontiert zu werden. Wer sich beispielsweise Aktien auf Tagesbasis anschaut, wird unweigerlich feststellen, dass auch dort mehrere 100 Handelstage vergehen können, ohne dass ein echter Trend entsteht. Der Aktieninvestor reagiert darauf recht simpel: er sucht sich andere Basiswerte, die einen für ihn passenden Trend vorweisen.

Diese Lösung bietet sich im Grunde auch für unseren Dax-Händler an. Statt zu versuchen hinter jeder Bewegung innerhalb der Range einen neuen Trend zu vermuten, kann man sich beispielsweise in Guidants einfach Alarme an den Rangegrenzen setzen und in der Zwischenzeit andere Basiswerte handeln. Als Tradingcoach habe ich jedoch immer wieder erleben müssen, wie schwer eine solch einfache Lösung dem einen oder anderen privaten Trader fällt. Verantwortlich dafür sind emotionale/psychologische Aspekte im Trading. Letztlich aber hat jeder Trader es in der Hand. Er kann sich vom Markt hetzen lassen oder aber seinen Weg gehen. Es ist weder schlimm, einen Move im Dax zu verpassen, noch uncool nicht zu wissen, in welche Richtung der Markt sich demnächst bewegen wird. Hauptsache ist, am Jahresende stimmt die Performance. Und für diese Profitabilität sorgt ein vorsichtiges bis gänzlich reduziertes Trading in einem nicht passenden Umfeld (bspw. Trendtrading in einer Range) und ein ausgewogenes Handelsportfolio in anderen Märkten und/oder Zeitrahmen.

Viel Erfolg

Rene Berteit

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