Ratingagenturen bewerten die Bonität von Unternehmen und Staaten. Sie analysieren die Zahlungsfähigkeit ihrer Auftraggeber und stellen anschließend ein Rating aus, also eine Bonitätseinschätzung. Beauftragt werden die Ratingagenturen in der Regel von denjenigen Unternehmen und Staaten, die bewertet werden sollen. Sie müssen sich häufig einem Rating unterziehen, um Wertpapiere ausgeben zu können.

Das Rating wird meistens durch einen Buchstabencode ausgedrückt. Anhand dieses Codes können Anleger und andere Interessenten auf einen Blick erkennen, wie die Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens oder Staates eingeschätzt wird. Die Ratingagenturen haben oft unterschiedliche, aber sehr ähnliche Bewertungsstufen. Die beste Bonitätsstufe ist das sogenannte Triple-A-Rating, also die Einstufung „AAA“ oder „Aaa“. Mit abnehmender Bonität folgen Stufen wie AA+, AA, AA-, A+, A, A-, BBB- usw. Die schlechteste Bewertung ist in der Regel das Rating „D“, womit ausgedrückt wird, dass das jeweilige Unternehmen oder jeweilige Staat zahlungsunfähig ist und seine Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen kann. Als „Investment grade“ bezeichnet man Ratings von „BBB-“ oder besser. Hier wird das Risiko eines Zahlungsausfalls von der jeweiligen Ratingagentur als gering eingeschätzt. Häufig dürfen institutionelle Investoren (z.B. Versicherer) nur in solche als sicher eingeschätzte Wertpapiere investieren.

Weltweit gibt es drei große Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch), die alle ihren Sitz in den USA haben. Daneben gibt es mehrere kleine Wettbewerber. Nach der Finanzkrise ab dem Jahr 2008 sind die Ratingagenturen vermehrt in die Kritik geraten, weil sie im Vorfeld der Krise oft falsche Bewertungen abgaben. Kritisiert wird außerdem, dass die Ratingagenturen oft einem Interessenkonflikt unterliegen und als Finanzdienstleister häufig eigene Interessen auf dem Finanzmärkten verfolgen.