Regionenfonds

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Regionenfonds gehören in die Gruppe der Spezialitätenfonds. Ihre vorgegebene Anlagepolitik führt dazu, dass sich der Anlagebereich auf eine Ländergruppe oder einen Kontinent erstreckt. Gegenüber weltweit investierenden Fonds hat das Fondsmanagement ein engeres Betätigungsfeld. Es darf nur in bestimmten Regionen investieren, kann sich jedoch auch auf diese spezialisieren. Dies führt dazu, dass die Fondsergebnisse einer größeren Schwankungsbreite unterliegen als bei einer international ausgerichteten Anlagepolitik. Hinzu kommt bei Regionen außerhalb Europas ein nicht zu unterschätzendes Währungsrisiko. In Phasen sekundärer Bärenmärkte bieten ausgewählte Regionenfonds mit die besten Chancen, sich von großen globalen Markttrends abkoppeln zu können. Für die folgenden Regionen stehen entsprechende Fonds zur Verfügung:

Europa

Große Unternehmen in Europa stellen für europäische Anleger ebenfalls eine Basisinvestition dar. Seit der Einführung des Euro kann das Fondsmanagement auf sämtliche Aktien im Euroland zurückgreifen, ohne dass ein Währungsrisiko eingegangen wird. War dies vor der Einführung des Euro das Hauptargument für einen rein deutschen (Länder-)Fonds, sollte hier der Europafonds zwischenzeitlich immer den Vorzug bekommen. Die wesentlich höhere Auswahl- und Ausweichmöglichkeit bildet die Grundlage für ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis. „Small Cap“- Fonds stellen durch ihre teilweise konträre Entwicklung zum Gesamtmarkt eine sinnvolle Diversifikation im Vermögensaufbau dar.

Nordamerika

Der amerikanische Aktienmarkt ist der größte der Welt. US-Fonds sollten daher in jedem Portfolio, welches mit Regionenfonds aufgebaut ist, berücksichtigt werden.

Lateinamerika

Lateinamerika zeigt, wie nahe Chance und Risiko in Schwellenländern beieinander liegen. Überschuldete Staatsfinanzen haben 2002 in Argentinien zur ersten Staatspleite seit den Weltkriegen geführt. Die wirtschaftliche Verflechtung birgt die Gefahr, dass sich in Form eines Flächenbrandes in den anderen lateinamerikanischen Ländern Ähnliches tut. Dies verhindert auf Jahre hinaus eine solide und gesunde Wachstumschance.

Südostasien

Das starke Bevölkerungswachstum in Südostasien sorgt auf lange Sicht für eine hohe Nachfrage nach sämtlichen Wirtschaftsgütern. Dies führt zu überdurchschnittlichen Ertragschancen in den dort tätigen Unternehmen. Neben Osteuropa ist Südostasien die zweite Region, welche sich mit den gegebenen Rahmenbedingungen eventuell dem Sog der Bärenmärkte in Euroland und USA entziehen kann. Geringe politische Stabilität und wenig ausgereifte Finanzsysteme erhöhen jedoch die Risiken.

Emerging-Markets-Fonds

Emerging-Markets-Fonds sind eine Mischung aus Regionen- und globalen Fonds. Die Regionen der Schwellenländer Osteuropa, Lateinamerika und Südostasien werden übergreifend durch ein Fondsmanagement abgedeckt.

Die Marktanalysten und Medien stellen aufgrund des großen Bevölkerungswachstums und der damit einhergehenden Verbrauchernachfragen seit Jahren die hohen Wachstumschancen heraus, die die Entwicklung vom Schwellenland zum Industriestaat mit sich bringt. Die einfachste Lösung, daran zu partizipieren, sei der global anlegende Emerging-Markets-Fonds. Die praktischen Erfahrungswerte der letzten Jahre zeigen jedoch, dass ein Fondsmanagement, welches alle diese Regionen allein abdecken soll, keine optimalen Ergebnisse erzielt. Die Tatsache, dass es sich nicht um solide gewachsene Kapitalmärkte handelt, stellt eine immense Anforderung an das Fondsmanagement. Die Grundlage für die Aktienauswahl bilden sich allmählich entwickelnde Börsen mit all ihren Untugenden wie Währungsattacken, nicht vorhandene Kontrollbehörden, Kursmanipulationen, Korruption, politische Instabilität, Enteignungsgefahren und von Zeit zu Zeit kollabierende Finanzsysteme. Bei der Analyse von globalen Emerging-Markets-Fonds und Fonds, die direkt in die einzelnen Regionen Osteuropa, Lateinamerika und Südostasien investieren, ist festzustellen, dass sich Regionenspezialisten wesentlich besser auf die Probleme ihres Marktes einstellen können. Deshalb ist ein gleichmäßiges Verteilen der zu investierenden Gelder direkt in die einzelnen Regionenfonds einem globalen Emerging- Markets-Fonds vorzuziehen.

Länderfonds

Länderfonds können ebenfalls der Gruppe der Spezialitätenfonds zugeordnet werden. Es gibt sie für fast alle Börsenländer. Die einzelnen Börsenmärkte werden hierbei nicht länderübergreifend abgedeckt. Dadurch bietet sich dem Anteilsinhaber die Chance, an der Wertentwicklung eines ganz bestimmten, von ihm ausgewählten, Marktes zu partizipieren. Gleichzeitig verzichtet er allerdings auf viele Chancen, welche die restlichen Weltmärkte bieten.

Der Fondsmanager muss sich genau an seine Vorgaben halten, das heißt, er kann Umschichtungen nur innerhalb des Anlagelandes vornehmen. Durch diese spezielle Vorgabe muss er sein Sondervermögen selbst in Phasen, in welchen er keine positive Entwicklung für „seinen Teilmarkt“ sieht, in diesen Markt investieren. Solche negativen Trendrichtungen können also nicht durch Ausweichen auf andere positive Märkte ausgeglichen werden. Der Länderfonds ist dadurch von der zyklischen Entwicklung seiner Wirtschaft sehr stark abhängig. Das Fondsmanagement kann lediglich versuchen, in negativen Phasen die liquiden Mittel innerhalb des Sondervermögens zu erhöhen, um diese dann auf niedrigerem Niveau wieder zu investieren. Aber selbst diese Strategie wird äußerst selten angewandt. Die Fondsgesellschaften vertreten hier die folgende Argumentationsweise: Derjenige, der sich für einen Länderfonds entscheidet, erwarte es, dass sein Geld auch in die besten Aktien dieses Landes investiert sei. Deshalb sind Länderfonds, abgesehen von der gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditätshaltung, fast immer nahezu voll investiert. Aufgrund dieser Einschränkung liegt die langfristige durchschnittliche Performance der Länderfonds in der Regel unter der von weltweit investierenden Aktien(basis)fonds.

Neben den Kursrisiken der einzelnen Börsen besteht je nach Land auch ein nicht zu unterschätzendes Währungsrisiko. Diese beiden Faktoren führen beim Länderfonds letztlich zu größeren Kursschwankungen als bei Fonds, die überall auf der Welt investieren können.