Um eines gleich vorweg zu nehmen: in diesem Artikel geht es weniger um eine abschließende Erörterung und Beurteilung der Frage, ob es überhaupt Sinn macht, sich Aktien gegenüber kritisch zu äußern, sondern vielmehr um die Möglichkeit, diese Problematik mit ihnen gemeinsam zu diskutieren. Hintergrund für diesen Artikel ist letztlich meine analytische Tätigkeit hier auf dem Godmode-Trader.de. Im Rahmen dessen schaue ich mir täglich Dutzende von Aktien an und wie es sich für unser Portal gehört, geht es nicht nur um die Frage, ob und in welche Richtung der Analyst ein favorisiertes Szenario sieht, sondern auch, unter welchen Bedingungen dieses hinfällig wird und welche Potenziale sich damit auf der Gegenseite ergeben.

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    Intuitiv würde ich sagen, dass Sie in den letzten Jahren auf dem Godmode deutlich mehr bullische denn bärische Analysen lesen konnten. Nichtsdestotrotz hatten die meisten Statements auch Szenarien in Richtung Süden mit entsprechenden Triggerlinien/-marken. Wenn man sich das Gebaren der letzten Jahre aber anschaut, waren die Potenziale auf der Unterseite bei den meisten Aktien begrenzt, selbst dann, wenn die entsprechenden Triggermarken unterschritten wurden. Natürlich gibt es die ganz großen Bärenmärkte und/oder einige Ausreißer-Aktien, bei denen solche Signale gut funktionieren. In Summe aber stellt sich die Frage, ob diese profitabel gehandelt werden können.

    Spinne ich diesen Gedanken weiter, stellt sich automatisch die Frage, ob nicht sämtliche Kurse und damit auch die im Rahmen kurzfristig fallender Märkte, Kaufkurse sind. In diesem Zusammenhang fällt mir spontan ein kleiner Test meinerseits von vor einigen Tagen ein, bei dem ich das Pyramidisieren unter die Lupe nahm. Ohne auf den Test einzugehen, stellte ich tendenziell fest, dass es langfristig relativ egal war, ob man die Pyramide in fallenden Kursen oder steigenden Kursen aufbaute. Natürlich unterschieden sich die Performancekurven im Detail/Verlauf, jedoch waren die End-Ergebnisse in allen Fällen recht ähnlich.

    Was meinen Sie? Ist das Denken und/oder handeln in beide Richtungen sinnvoll? Oder ist es nicht eher so, dass Aktien kurzfristig zwar unter Druck geraten können, aber in einem ausgewogenen Portfolio fallende Notierungen eher Chancen für Einstiege darstellen? Statt also Long- und Short handeln zu wollen, sollte man sich in kurzfristig schwierigen Phasen nicht viel mehr die Frage stellen, wo sich die Aktie wieder stabilisieren könnte, um dort Long zuzuschlagen? Hätte dies nicht auch psychologische/analytischer Vorteile, da wir a) weniger Entscheidungsalternativen hätten, b) weniger von Gier getrieben wären, auf der Unterseite eventuell was zu verpassen und c) das Trading für uns übersichtlicher/einfach strukturierter wird? Ich bin auf Ihre Meinung gespannt.

    Viel Erfolg

    Ihr Rene Berteit

    Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!