Wie bist du zum Traden gekommen?

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1995 begann ich, auf die Aktienkurse zu starren. Die kannten damals nur einen Weg: Nach oben. Ich informierte mich detailliert über Finanzprodukte, investierte erst einmal in Aktienfonds und profitierte von der Börsenrallye in den Jahren 1995 bis 2000. Meine Fondskäufe waren sofort sehr profitabel, weil der Markt wie verrückt stieg. Von 1995 bis Mitte 2000 gab es nur Gewinne! Das war kinderleicht.

Wie hast du Traden gelernt? Wie hast du dich über Börsenhandel informiert?

Ab 2000 war ich Stammkunde im BörseGo-Forum. So versuchte ich mich im Nasdaq100-Aktien-Handel und kurz darauf ab 2002 im Handel mit Knockout- Scheinen auf den Nasdaq100. Mit Erfolg! Endlich war das Einbahnstraßenhandeln von Nasdaq100-Aktien der Jahre 2000/2001 vorbei. Das war nämlich mühsam, weil der Markt stark fiel in dieser Zeit, was auch Verluste mit sich brachte. Verluste sind eine gute Schule. Da muss jeder durch. Verluste führen dazu, dass man das Wesen der Börse näher ergründet. Das passierte bei mir 2001. Ich hatte einige Experten, deren Wissen ich studierte und für mich passend kombinierte. Der eigene Wissens- und Erfahrungszuwachs dieser Zeit war der Grundstock für nachhaltige Erfolge in den darauf folgenden Jahren. Mein Lieblingsbuch ist weiterhin »Tools und Tactics für den Mastertrader« (Velez und Capra).

Was hat deine Leidenschaft für Börse und Trading geweckt? Was macht für dich den Reiz des Tradens aus?

Der Reiz ist, an einem Tag genauso viel zu erwirtschaften wie ein Zinskonto in einem Jahr. Der Reiz ist Spannung. Der Reiz ist, Gewinnchancen zu haben, egal ob der DAX steigt oder fällt, weil es Derivate gibt, die das bewerkstelligen können. Der Reiz ist, mit geringem Kapitaleinsatz viel bewegen zu können.

Hattest oder hast du Vorbilder?

Klar! Herrn Weygand, Herrn Strehk und »Hieronymus« sowie Herrn Onischka.

Kannst du dich noch an deinen ersten Trade erinnern?

Ich kaufte Ende 2000 ein Nemax50-Indexzertifikat. Es war schnell sehr ordentlich im Plus. Der Gewinn sollte über eine Order an der Börse Frankfurt realisiert werden. Dazu war eine Telefonorder nötig. Ich orderte unlimitiert (hatte keine Ahnung) und die Order wurde ganz mies ausgeführt, fast ohne Gewinne, da das Zertifikat illiquide war und hohen Spread aufwies. Böse Falle.

Was hat sich bei dir im Trading über die Jahre geändert?

Zu hohe Einsätze wurden heruntergefahren, ein Anfangsfehler. Planung ist ein Muss und zwar schon bevor der Trade überhaupt beginnt. Ich muss zuerst immer wissen, was ich verlieren kann. Der Anfänger guckt hingegen nur, was er gewinnen kann, ein fataler Fehler. Optimale Einsätze, es gibt dafür einfache Gleichungen, führen dazu, dass ich die Trades besser durchstehen kann, da nie zu viel auf dem Spiel steht. Über die Jahre trade ich weniger, dafür sehr gezielt, wenn es mir ausgesprochen wahrscheinlich ist, dass ich die Aktion, den Trade gewinnen könnte. Ungeduld und wildes Handeln, ein Handelszwang ist der Fehler der Anfänger. Geduld schont das Konto, eine klare Erkenntnis.

Welche (drei bis fünf) Tipps kannst du aus deinen Erfahrungen für Einsteiger und erfahrene Anleger weitergeben? Welche Erkenntnis willst du mit allen teilen?

Das eigene Konzept, das meist gut ist, eine längere Zeitdauer (ein bis drei Jahre) umzusetzen, ist ein guter Weg. Das permanente Optimieren des Tradingkonzepts bei kleinen Verlustphasen ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Drawdownphasen sind unvermeidbar. Das liegt nicht am eigenen Konzept. Der größte »Feind« auf dem Weg zum Gewinn ist der Trader selbst. Hier wird viel verschenkt. Der beste Weg, dieses Risiko zu minimieren, ist: Plan erstellen, Plan automatisieren und dann im Tradeverlauf im wahrsten Sinne des Wortes weggucken. Der Kontoauszug bestimmt den Erfolg eines Trades, nicht die Angst und Gier des Traders im Tradeverlauf. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Angst und Gier führen zu unmotivierten, sinnlosen Aktionen.

Was war dein »Schwarzer Freitag« (schlimmstes Erlebnis als Trader) und was könnten andere Trader aus diesem Misserfolg lernen?

Zu hoher Einsatz in einen Aktientrade vor Quartalszahlen der gehandelten Firma, aufgrund von vermeintlichem Expertenwissen aus einem Börsenforum. Schlussfolgerung: Zu hoher und dann noch planloser Einsatz ist der Grund für die höchsten Börsenverluste, die schlagartig, innerhalb eines Trades, auftreten. Vermeiden kann man das nicht. Das ist Lehrgeld, weil es keiner glaubt, bevor es ihm selbst passiert ist.

Was war dein größter Erfolg? Was hast du erfolgreich umgesetzt?

Mein größter Erfolg ist das erfolgreiche Führen des GodmodeTrader Tradingservice »KNOCKOUT TRADER«. Hier kann ich seit mehr als zehn Jahren sehr große Orientierungshilfe für viele neue und erfahrene Trader, meine Leser, sein. Das dauerhaft positive Feedback ist eine große Freude für mich und Ansporn, weiter an mir zu arbeiten.