Welcher Anleger träumt nicht davon: Einen relativ kleinen Betrag investieren und in ein kleines oder auch größeres Vermögen verwandeln.

    Russ Gremel, einem nun 98-jährigen Mann aus Chicago, ist genau dies gelungen. Vor rund 70 Jahren investierte Gremel 1.000 Dollar in Aktien der Apotheken- und Drogeriemarktkette Walgreens. Nun ist das Aktienpaket rund zwei Millionen Dollar wert.

    Gremel, der im US-Militär diente und anschließend Jura studierte und als Anwalt arbeitete, wegen seines Wohlstands aber bereits mit 45 Jahren in den Ruhestand gehen konnte, erzählte anderen Menschen nie von seinem Reichtum. Der phänomenale Anlageerfolg des Mannes wurde erst bekannt, weil Gremel nun die Aktien für einen gemeinnützigen Zweck spendete und die Tageszeitung "Chicago Tribune" darüber berichtete. Die Illinois Audubon Society wird mit Hilfe des Gelds nun ein Naturschutzprojekt finanzieren.

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    Die wichtigste Zutat für den Anlageerfolg Gremels war nicht etwa die richtige Aktienauswahl oder ein geschicktes Händchen beim Markttiming, sondern etwas ganz anderes: Geduld.

    Es ist unwahrscheinlich, dass der 98-jährige Russ Gremel je vom ungarischen Finanzjournalisten und Spekulanten André Kostolany gehört hat. Aber ein Zitat von Kostolany erklärt genau, wie Gremel zu seinem Reichtum kam:

    „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“

    Um innerhalb von 70 Jahren 1.000 Dollar in zwei Millionen Dollar zu verwandeln, sind keine astronomischen Renditen erforderlich. Wegen des Zinseszinseffekts bzw. des exponentiellen Wachstums der Wirtschaft und der Gewinne von Unternehmen reicht tatsächlich eine Performance von ungefähr 11,5 Prozent pro Jahr, um wie im Beispiel von Gremel eine Verzweitausendfachung des investierten Betrags zu erreichen - vorausgesetzt, sämtliche Dividendenausschüttungen werden reinvestiert.

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    Auch wenn Gremel mit seiner Geldanlage "nur" 11,5 Prozent pro Jahr erzielt hat, hat der Mann mit dem Kauf der Walgreens-Aktien alles richtig gemacht. Bei der Aktienauswahl hat sich Gremel vor 70 Jahren Gedanken gemacht, die fast an den US-Starinvestor Warren Buffett und seine Vorliebe für "langweilige" Qualitätsaktien erinnern. Denn Gremel entschied sich für die Aktien der Apotheken- und Drogeriemarktkette Walgreens, weil er davon überzeugt war, dass Menschen immer Medizin benötigen und Frauen immer Make-up kaufen würden. Auch Warren Buffett kauft gerne Aktien von Konsumgüterunternehmen, die kontinuierlich Geld verdienen und denen auch eine Wirtschaftskrise wenig anhaben kann. Beispiele für Buffetts Investitionen in langweilige Konsumgüteraktien sind etwa die Papiere des Softdrinkherstellers Coca-Cola und des Ketchupproduzenten Kraft Heinz.

    Wer dem Beispiel von Russ Gremel folgen will, sollte am Besten allerdings nicht auf die Aktie eines einzigen Unternehmens setzen. Zu groß ist die Gefahr, dass ausgerechnet dieses Unternehmen in eine existenzbedrohende Krise gerät und die Aktien irgendwann vielleicht sogar wertlos werden. Besser, als in die Aktien eines einzigen Unternehmens zu investieren, ist der Kauf börsengehandelter Indexfonds. Mit sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs) können Anleger in marktbreite Aktienindizes wie den S&P 500 oder den MSCI World investieren. Auf lange Sicht erreichen Anleger damit im Mittel Renditen von sechs bis neun Prozent pro Jahr.

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