Als TARGET2 wird ein System der Zentralbanken der Euroländer zur schnellen Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungsvorgängen bezeichnet. Die Abkürzung TARGET steht dabei für „Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer System“. TARGET2 ist die zweite Generation des Systems. Das System wird täglich für Zahlungen in Höhe von etwa 2,5 Billionen Euro zwischen Zentral- und Geschäftsbanken, Geschäftsbanken untereinander oder zwischen anderen Finanzinstitutionen genutzt.

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Im Rahmen der Euro-Krise sind die sogenannten TARGET2-Salden stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die TARGET2-Salden beschreiben die (Netto-)Forderungen oder -Verbindlichkeiten der nationalen Notenbanken untereinander. Durch große Ungleichgewichte im innereuropäischen Handel haben einige Notenbanken hohe Forderungen und andere Notenbanken hohe Verbindlichkeiten aufgehäuft. Während der Zuspitzung der Euro-Krise flüchtete privates Kapital aus den Krisenstaaten. Dieses private Kapital wurde durch Notenbankkredite der Überschussstaaten (darunter Deutschland) ersetzt. Bei einem Staatsbankrott der Schuldnerstaaten wären diese Forderungen wohl uneinbringlich. Die Verluste müssten in der Folge von den Steuerzahlern der Überschussländer getragen werden. Die Target-2-Salden sind ein Indikator für die Kapitalflucht aus den Krisenländern und werden deshalb auch als "Krisenindikator" betrachtet.