Wie gelingt der Einstieg in den Börsenhandel? Wer Trader werden möchte, der wird vermutlich als Autodidakt anfangen und sich mühsam verschiedenste Quellen erschließen, um das Trading zu erlernen. Was jedoch häufig fehlt, ist ein Leitfaden, der eine sinnvolle Reihenfolge von Lerninhalten sicherstellt.

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Dieser Artikel soll Ihnen einen solchen Leitfaden bereitstellen – entweder als Schritt-für-Schritt-Einführung für Trading-Anfänger oder als Nachschlagewerk für Fortgeschrittene. Hier finden Sie die wichtigsten Grundlagen für den Einstieg den Börsenhandel.

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Wir begleiten Sie durch die bedeutendsten Stationen auf dem Weg zum erfolgreichen Trader. Dabei klären wir zunächst entscheidende Ausgangsfragen, lernen dann die wichtigsten Werkzeuge und Strategien kennen, um uns schließlich ausführlich dem Risiko- und Moneymanagement zu widmen; schließlich sollen Sie und Ihr Trading-Konto dauerhaft im Spiel bleiben. Auch ein nicht zu unterschätzender Schwenk in die Welt der Börsenpsychologie darf nicht fehlen. Damit lernen Sie beliebte Fehler und Verhaltensweisen früh kennen und können rechtzeitig entgegensteuern. Um Ihr Wissen weiter zu vertiefen, empfehlen wir Ihnen außerdem, unsere Trader Ausbildung zu absolvieren!


Übersicht

1 Einführung
1.1 Was ist Trading überhaupt?
1.2 Trading vs. Investieren – der Unterschied
1.3 Warum will ich eigentlich traden lernen?

2 Trading-Werkzeuge und Broker
2.1 Technische Analyse als methodischer Werkzeugkasten
2.2 Chart-Software und Paper-Trading
2.3 Der Broker: Was ist das und wozu brauche ich ihn?
2.4 Die Trading-Plattform: Wie wäre es mit einer einzigen Lösung für alles? Natürlich auch mobil.

3 Umsetzung der Trades
3.1 Wie viel Startkapital benötige ich zum Traden?
3.2 Welche Märkte bzw. Werte eignen sich zum Traden?
3.3 Welches Trading-Instrument eignet sich zum Traden?
3.4 Welche Trading-Strategien gibt es?
3.4.1 Unterscheidung nach Zeithorizont
3.4.2 Unterscheidung nach Stil bzw. Methode
3.5 Wie viel Zeit brauche ich fürs Trading?

4 Risiko- und Moneymanagement
4.1 Kurze Einführung
4.2 Die wichtigsten Orderarten im Überblick
4.3 Die richtige Einstellung zu Trading-Verlusten und Fehlern
4.4 Das Trading-Journal: Wie Sie wirklich traden lernen!

5 Fazit
5.1 Die nächsten Schritte: Welche Trading-Ausbildung ist die richtige?


1 Einführung

1.1 Was ist Trading überhaupt?

Zunächst macht es Sinn, den Begriff „Trading" genauer abzugrenzen. Was bedeutet „Traden" und wo ist der Unterschied zum Investieren? Schlägt man im Wörterbuch des Vertrauens nach, so wird „traden" recht neutral mit „handeln" übersetzt. Das ist allerdings eine sehr weitläufige und ungenaue Bezeichnung. In Bezug auf die Börse bzw. den „Handel mit Wertpapieren" versteht man nämlich grundsätzlich den kurz- bis mittelfristigen Handel von Finanzprodukten wie Wertpapieren, Rohstoffen, Devisen oder Derivaten mit Gewinnerzielungsabsicht. Beim Trading wird versucht, kleinere Kursschwankungen oder Trendphasen auszunutzen und an diesen zu partizipieren, um eine kontinuierliche Performance zu erwirtschaften.

1.2 Trading vs. Investieren

Der Übergang zwischen den Disziplinen „Trading" und „Investieren" ist fließend. Jedoch kann grundsätzlich gesagt werden, dass mit Investitionen eher diejenigen Handelspositionen gemeint sind, die mit der Absicht einer Haltedauer von bspw. 6 Monaten oder länger eröffnet wurden. Der bekannte Investor Warren Buffett zum Beispiel sagte, er bezeichne seine Positionen nur dann als wirkliche Investments, wenn er plane, diese nie mehr zu verkaufen. Er beabsichtigt somit, regelmäßige Zahlungsströme in Form von Dividenden zu erhalten. Auch wenn er zum Teil Investments wieder veräußert, geschieht dies in der Regel in einem größeren Zeithorizont.

Der Trader hingegen versucht, die Kursschwankungen in einem Basiswert (etwa einer Aktie oder einer Währung) auszunutzen und seine eingegangen Trading-Positionen in einem überschaubaren Zeitfenster wieder zu schließen. Wie sich später in diesem Artikel herausstellen wird, kann dieses Zeitfenster von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Wochen oder Monaten andauern – je nach persönlichem Trading-Stil. Um mit den teilweise geringen Kursschwankungen arbeiten zu können, wird oft ein sogenannter Hebel eingesetzt, um die eingefahrene Rendite zu vervielfachen. Dazu mehr im Kapitel „Mit welchem Instrument handle ich?".

1.3 Warum will ich eigentlich traden lernen?

Bevor die Reise losgeht, ist es hilfreich, sich einige persönliche Fragen zu beantworten. Die richtige Einstellung zum Traden hilft dabei, Durststrecken und Motivationsrezessionen zu überwinden und das eigene Bewusstsein zu schärfen.

Warum also ausgerechnet Trading? Geht es vor allem ums Geld verdienen? Wenn ja, warum tut es nicht ein alternativer Job bspw. als Angestellter? Hier bekommt man sofort ein geregeltes Gehalt und muss nicht Monate oder gar Jahre warten, bis man endlich den profitablen Handel erlernt hat. Das Argument Geld hilft zwar, es wird Sie aber nicht alleine motivieren. Reizt Sie vielleicht vielmehr der Gedanke, selbstständig und ein freier Mensch zu sein? Mit der Möglichkeit, theoretisch von überall arbeiten zu können? Oder am Puls der Märkte agieren zu dürfen? Beantworten Sie sich diese Fragen in einer ruhigen Stunde selbst. Lesen Sie hierzu auch gerne den Begleitartikel „Ich will Trader werden" von Uwe Wagner.

2 Trading-Werkzeuge und Broker

2.1 Technische Analyse als methodischer Werkzeugkasten

Die charttechnische Analyse stellt ein beliebtes methodisches Werkzeug dar, um sich im scheinbaren Kurs-Wirrwarr zurechtzufinden, die Marktverfassung zu analysieren, Szenarien abzuleiten und in einen Trade überführen zu können. Dabei stellt diese Methode keinen heiligen Gral dar; vielmehr wird die Technische Analyse von Tradern unterschiedlich intensiv angewandt. Man kann aber sicher sagen, dass jeder kurzfristige Spekulant zumindest Grundelemente wie Widerstand- und Unterstützungszonen oder Trendlinien verwendet. Schließlich hilft es, einen Chart lesen und interpretieren zu können – ein Handwerk, das später im Kapitel Trading-Strategien wieder hilfreich sein wird.

2.2 Charting-Software und Paper-Trading

Um technische Analysen fürs Trading anfertigen zu können, wird eine leistungsstarke Software benötigt, mit der man Kursverläufe schnell und übersichtlich aufrufen, analysieren und für eine spätere Verwendung wieder abspeichern kann. Es ist dabei von enormem Vorteil, wenn die Charting-Software auch Stundencharts unterstützt oder gar kleinere Zeitintervalle anbietet (bspw. 15-Minuten-Charts, was bedeutet, dass eine Kerze im Chart einem Intervall von 15 Minuten entspricht).

GodmodeTrader hat eine eigene Charting-Software entwickelt, die Teil der Trading-Plattform Guidants ist. Gerade auch für Einsteiger, die das Traden lernen möchten, eignet sich die Software, da über ein Demokonto auf Probe gehandelt werden kann (das sogenannte „Paper-Trading"). Neben den üblichen Werkzeugen wie Trendlinien beherrscht die Software alle wichtigen Indikatoren, Oszillatoren sowie die Angabe von Handelsvolumen bei Aktien.

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Trading risikolos lernen via Demokonto auf Guidants.com

Das Orderformular lässt sich dabei bei Bedarf direkt neben dem analysierten Wert einblenden, sodass mit minimalem Aufwand ein virtueller Trade abgesetzt werden kann. Egal, ob man sich im Aktien- oder Indexbereich zurechtfinden möchte oder sich für Devisenhandel interessiert: Über das Demokonto auf Guidants lassen sich alle Strategien und Märkte testen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

2.3 Der Broker: Was ist das und wozu brauche ich ihn?

Der Broker handelt Finanzprodukte im Auftrag seiner Kunden. Der Hintergrund ist einfach: Sie sind als Privatperson nicht berechtigt, direkt an der Börse Kauf- oder Verkaufsaufträge abzugeben. Das soll unter anderem Qualitätsstandards sichern und effizientere Märkte gewähren. Der Broker seinerseits handelt deshalb immer auf fremde Rechnung.

Wer also den Einstieg ins Trading finden will, kommt an einem Broker nicht vorbei. Allerdings gibt es Brokeranbieter inzwischen wie Sand am Meer. Bei der Brokerwahl ist daher Vorsicht angesagt. Unter den folgenden Links finden Sie zwei Artikel, die sehr detailliert in diese Thematik eintauchen und Hilfestellung bei der Entscheidung bieten.

Sofern Sie Hilfestellung bei der Brokerwahl benötigen, testen Sie den Brokervergleicher von Brokerdeal.de. Dort finden Sie nicht nur das umfangreichste und detaillierteste Vergleichstool auf dem Markt, sondern können sich sogar dauerhaft günstigere Konditionen sichern.

Die Macher von GodmodeTrader haben eine eigene Multi-Brokerage-Plattform namens Guidants entwickelt. So können Sie direkt über eine umfassende, kostenlose Börsen-Plattform nahtlos integriert handeln. Sie werden keine anderen Finanzseiten mehr benötigen!

Sie brauchen lediglich ein Depot bei einem der an Guidants angeschlossenen Partner-Broker.

2.4 Die Trading-Plattform: Wie wäre es mit einer einzigen Lösung für alles? Natürlich auch mobil.

Mit Guidants wurde von der BörseGo AG eine Rundum-Lösung geschaffen, die alles bietet, was ein Investor oder Trader braucht.

Charting, Kurse, Watchlisten, Musterdepots, News, Aktienscreener, Expertenbeiträge und natürlich der nahtlos integrierte Handel über die Plattform machen Guidants einzigartig in der deutschsprachigen Börsenlandschaft.
Natürlich auch mobil und voll synchronisiert mit der Desktop-Version.

Die Basis-Version ist übrigens kostenlos nutzbar! Wer noch mehr Features will, kann auf die PRO-Version upgraden.

Hier finden Sie einen Link zum Mini-Handbuch, welches die wichtigsten Features erklärt.

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3 Umsetzung der Trades

3.1 Wie viel Startkapital benötige ich zum Traden?

Wie viel Geld brauche ich, damit ich sinnvoll mit dem Trading anfangen kann? Dies ist wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen von Einsteigern und es ist wichtig, hier keine falschen Erwartungen zu wecken. Traden ist heutzutage dank Hebelprodukten à la CFDs oder Hebelzertifikaten bereits mit einem sehr kleinen Konto grundsätzlich möglich. Wer sich auf günstige Handelsinstrumente und Basiswerte wie etwa Indizes (bspw. DAX) fokussiert, der wird auch mit einem 1000-Euro-Konto bereits mit sinnvollem Risiko- und Moneymanagement handeln und lernen können.

Allerdings muss der ambitionierte Einsteiger sich hier darüber im Klaren sein, dass er keinen großen Wurf landen wird. Kleine Konten eignen sich daher vor allem, um das Traden zu lernen, erste Strategien mit Echtgeld zu testen und sich an die Märkte zu gewöhnen. Natürlich kann das Kapital später aufgestockt werden, wenn der Trader nachhaltig profitabel ist und seine Trading-Strategie regelkonform durchführen kann.

  • Ebenso wichtig wie die Frage nach dem Startkapital ist das Thema Kapitalerhalt. Hierzu ein ausführlicher Artikel über die 1-Prozent-Regel, die das Verlustrisiko minimiert und dafür sorgt, dass ein Trader langfristig im Spiel bleibt:
    Der Kapitaleinsatz und Kapitalerhalt
  • Rene Berteit geht auf die Thematik des Startkapitals noch einmal genauer ein und zeigt, dass es Trading-Einsteiger mit wenig Kapital besonders schwer haben. Er erläutert, wann ein Konto „groß genug" ist und von welchen Faktoren dies abhängt:
    Sie handeln mit einem kleinen Konto? Sie haben es also besonders schwer!

3.2 Welche Märkte bzw. Werte eignen sich zum Traden?

Wer als Trading-Einsteiger ans Investieren oder Spekulieren denkt, der denkt zunächst meist an Aktien. Neben Aktien gibt es aber viele weitere interessante Anlageklassen, die sich für das Trading hervorragend eignen. Zu den wichtigsten gehören Anleihen, Währungen (auch: Devisenhandel), Rohstoffe, Fonds und Derivate. Alle Klassen können getradet werden. Natürlich hat jeder Bereich seine Eigenheiten und Unterschiede bspw. im Bereich der Gebühren oder des Kursverhaltens.

3.3 Welches Trading-Instrument eignet sich zum Handeln?

Nachdem geklärt wurde, welche Märkte handelbar sind, steht immer noch die Frage im Raum, wie die Trades tatsächlich umgesetzt werden sollen. Freilich können Aktien direkt über den Broker ge- oder verkauft werden. Aber wie verhält es sich mit Währungen, einem Index oder gar Rohstoffen? Ein Ölfass im Keller zu lagern, kann sich als umständliches Unterfangen entpuppen – gerade, wenn der Trade kurzfristiger Natur sein soll. Glücklicherweise gibt es derivative Finanzprodukte (lat.: derivare = „ableiten"), mit denen solche Werte ohne hohen Kapitaleinsatz gehandelt werden können und somit auch Privatanlegern zugänglich sind.

  • CFDs
    CFDs (Contracts for difference bzw. Differenzkontrakte) sind ein beliebtes Finanzprodukt, um Trades fast jeder Anlageklasse umzusetzen. Mit einem CFD lässt sich kostengünstig an der Kursbewegung des Basiswertes partizipieren, ohne diesen physisch tatsächlich besitzen zu müssen. CFDs gibt es dabei auf fast alle denkbaren Basiswerte: einzelne Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen und Anleihen. Auch das Traden auf der Shortseite (Spekulieren auf fallende Kurse) ist mit CFDs problemlos möglich Hierzu zwei weiterführende Artikel:
    Teil 1: CFDs – Grundlagen und Basiswissen
    Teil 2: Die Vorteile des Handels mit CFDs
    Tipp: Auf Guidants können Sie den CFD-Handel unter völlig realistischen Bedingungen mit einem Demokonto üben.
  • Zertifikate
    Zertifikate gehören zur Familie der strukturierten Finanzprodukte und beziehen sich wie alle Derivate auf einen Basiswert bzw. ein Underlying, von dem der Kurs abgeleitet wird. Zum Zertifikatedschungel finden Sie hier zwei Grundlagenartikel:
    Teil 1: Anlageprodukte und Zertifikate – Grundlagen und Anlegerwissen
    Teil 2: Effizientes Trading mit Hebelzertifikaten
  • Futures
    Futures gehören zur Kategorie der unbedingten Termingeschäfte und gelten als Königsinstrument im Trading. Bei Futures verpflichten (!) sich Käufer und Verkäufer, einen festgelegten Basiswert zu einem fest definierten Zeitpunkt in der Zukunft und zu einem festgelegten Preis zu kaufen bzw. verkaufen. Bei Futures muss der Trader stets nur einen Anteil des gehandelten Volumens hinterlegen: die sogenannte Sicherheitsleistung oder Margin. Der Handel mit Futures setzt ein ausreichend kapitalisiertes Konto voraus und ist mit kleinen Kontogrößen nicht möglich. Hierzu unser Grundlagenartikel „Futures" mit weiterführenden Infos: Futures – Grundlagen und Basiswissen
  • Optionen
    Optionen gehören im Gegensatz zu Futures zu bedingten Termingeschäften. Optionen sind an einer Terminbörse gehandelte Wertpapiere, welche dem Käufer das Recht – aber nicht die Pflicht – einräumen, einen Basiswert (etwa Aktien, Währungen oder Zinspapiere) innerhalb einer festgelegten Frist und zu einem genau festgelegten Preis entweder zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Optionen eignen sich eher weniger zum Trading für Einsteiger, da die Preisgestaltung und Trade-Umsetzung hier einigen Einflussfaktoren ausgesetzt ist, die für Einsteiger verwirrend sein könnten. Hier für Interessierte dennoch ein sehr ausführlicher Einführungsartikel: Der Handel mit Optionen

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3.4 Welche Trading-Strategien gibt es?

Die umfangreichste Frage in diesem Einführungsartikel ist sicherlich die nach der Selektion verschiedener Trading-Strategien. Schließlich gibt es beinahe unzählige Vorgehensweisen, um an den Kapitalmärkten eine Rendite zu erzielen. Es kann jedoch eine enorme Hilfe sein, sämtliche Strategien zunächst in Hauptkategorien zu untergliedern, um bei der Trading-Lektüre nicht komplett von der Fülle an Informationen erschlagen zu werden. Da wir aber von Beginn an das Traden richtig lernen möchten, hier zwei Einordnungen, die viel Recherchearbeit und Zeit sparen könnten.

3.4.1 Unterscheidung nach Zeithorizont

Zunächst lassen sich Trading-Strategien nach dem geplanten Zeithorizont unterscheiden. Das heißt, wie lange sieht eine Strategie vor, eine Position ungefähr zu halten?

  • Positionstrading
    Die Haltedauer beim Positionstrading beträgt einige Tage bis hin zu wenigen Monaten. Die Begrifflichkeit ist also recht weit gefasst. Wenn man in den Medien allgemein den Begriff „Trading“ liest, ist damit meistens das Positionstrading gemeint. Einige Beispiele dafür liefert Harald Weygand in diesem Artikel: Drei goldene Regeln für Trading-Anfänger
  • Swingtrading bzw. Bewegungshandel
    Swingtrading bezeichnet eine Strategie, bei der versucht wird, die nächste Bewegung (den nächsten „Swing") eines Wertes zu handeln. Natürlicherweise beträgt der Anlagehorizont in dieser Strategie einige wenige Tage, teilweise kann ein Swing auch bereits intraday, also noch am selben Tag, abgeschlossen sein. Swingtrading wird häufig mit der markttechnischen Betrachtungsweise (nach Voigt) umgesetzt. Hierzu ein äußerst ausführlicher Strategie-Artikel für Trading-Einsteiger von Markus Gabel: Mein Weg zur Markttechnik
  • Daytrading
    Der Name ist Programm: Beim Daytrading werden Trades in aller Regel am dem Tag geschlossen, an dem sie auch eröffnet wurden. Natürlich bedient sich auch ein Daytrader verschiedener Strategien und Taktiken, nach denen er seinen Handel betreibt. Dazu später mehr. Uwe Wagner hat sich in einem sehr ausführlichen Artikel den wichtigsten Fragen gewidmet, die man sich zu Gemüte führen sollte, wenn man Daytrading lernen möchte.
  • Scalping
    Das Scalping ist eine Unterart des Daytradings. Hier geht es nur um die Realisierung weniger Punkte, im FDAX (DAX-Future) könnten hier bspw. Kursziele von wenigen oder einem Punkt sein. Um dennoch sinnvolle Erträge erwirtschaften zu können, arbeiten Scalper über Hebel mit vergleichsweise großen Positionsgrößen. Wer einen Einblick in den Tag eines Scalpers bekommen möchte, dem empfehle ich wärmsten die Artikelserie von Heiko Behrendt:
    Teil 1: Erfolgreiche Trading-Setups für den (sehr) kurzfristigen Handel
    Teil 2: Erfolgreiche Trading-Setups für den (sehr) kurzfristigen Handel

3.4.2 Unterscheidung nach Stil bzw. Methode

Sämtliche existierende Handelsstrategien nach deren Taktik bzw. Methode detailliert aufzulisten, wäre natürlich ein sportliches, wenn nicht unmögliches Unterfangen. Es ginge außerdem am Schwerpunkt dieses Artikels vorbei, der ja vorsieht, Einsteigern eine Hilfestellung beim Traden lernen zu bieten. Daher soll hier ein grober, grundsätzlicher Überblick erfolgen, dem die meisten Trading-Setups untergeordnet werden können.

  • Zyklisches Traden
    Ein Trading-Signal wird recht „spät" generiert, wenn der Kurs bereits ein Stück weit in die favorisierte Richtung gelaufen ist.
    Beispiel: Ausbruchstrading
  • Antizyklisches Traden
    Man handelt gegen die vorherrschende Marktrichtung bzw. in anderen Worten: Man versucht, als einer der ersten Marktteilnehmer eine Richtungsänderung zu partizipieren und einen Wendepunkt zu erwischen.
    Beispiel: Extrema- bzw. Reversaltrading oder Ausbruch-Pullback-Strategie
  • Nicht-direktionales Trading
    Wie der Name schon sagt, wird hier kein Trade in eine bestimmte Richtung getätigt, sondern in der Regel wird bspw. das abrupte Ansteigen von Volatilität gehandelt – etwa bei wichtigen Zinsentscheiden oder Quartalszahlen. Eine andere bekannte Handelsmöglichkeit besteht darin, auf die Annäherung (oder Entfernung) zweier verschiedener Werte zu setzen.
    Beispiel: Marktneutrale Strategien von Clemens Schmale

3.5 Wie viel Zeit brauche ich fürs Trading?

Nachdem Sie sich nun diesen Artikel und insbesondere die verschiedenen Trading-Strategien durchgelesen haben, lässt sich diese Frage bereits sehr viel einfacher beantworten: Es kommt auf Ihren Trading-Stil bzw. Ihre Strategie an.

Logisch: Der Scalper oder Daytrader wird höchstwahrscheinlich mindestens mehrere Stunden am Tag benötigen, um sinnvoll handeln zu können. Hier sollten Sie also zumindest zur Börseneröffnung oder zum Börsenschluss 2 bis 3 Stunden einplanen können.

Der Positionstrader hingegen schätzt unter Umständen sogar das Trading auf Schlusskursbasis ohne jeglichen Eingriff ins aktive Börsengeschehen. Er muss zu Börsenöffnungszeiten gar nicht am Markt sein und investiert bspw. nach Feierabend seines regulären Berufes 30 Minuten in das Screenen des Marktes und managt seine Trades bzw. sucht neue Trade-Signale.

Ähnlich auch der Swingtrader, der zwar auch im Bereich des Daytradings zu finden ist, sofern er intensiver handelt. Aber wie der Artikel „Swingtrading für Berufstätige" von Michael Hinterleitner zeigt, ist Swingtrading – sofern richtig angewandt – auch nebenberuflich problemlos möglich.

Gerade die Möglichkeit, nebenberuflich zu traden, öffnet vielen Anfängern, die das Traden lernen möchten, später Tür und Tor in kurzfristigere Strategien, da diese so ihr Trading-Handwerk Schritt für Schritt verbessern können.


4 Risiko- und Moneymanagement

Hinweis vorweg: Das Thema Risiko- und Moneymanagement ist so umfangreich, dass es hier nicht in Gänze besprochen werden kann. GodmodeTrader hat deswegen einen umfangreichen und kostenfreien Ratgeber zusammengestellt, der Ihnen auf 22 Seiten detailliert erklärt, wie Sie das Risiko Ihres Tradings nachhaltig optimieren können. Hier geht's zum Moneymanagement-Ratgeber.

4.1 Kurze Einführung

Wie schütze ich als Trader mein Kapital? Eine fundamentale Frage, denn ohne Kapital traden Sie erstmal gar nichts. Das Risiko- und Moneymanagement (RMM) setzt hier an und ist die konsequente Verlängerung der Trading-Strategie.

Moneymanagement und Risikomanagement sind grundsätzlich stets eng miteinander verschlungen. Moneymanagement behandelt jedoch eher das Thema Positionsgrößenbestimmung. Werfen Sie einen Blick auf folgenden Kontoverlauf. Sowohl die schwarze als auch die graue Linie beschreiben den Verlauf zweier Trading-Konten, die mit exakt derselben Strategie gehandelt wurden – mit Ausnahme der Positionsgröße.

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Dieselbe Trading-Strategie – jedoch mit jeweils unterschiedlicher Positionsgrößenwahl

Es wird klar, dass RMM kein triviales Thema ist und eng in die Strategie eingebunden werden sollte. Nehmen Sie sich Zeit, um sich diesem Thema in aller Ausführlichkeit zu widmen. Wenn es überhaupt einen Heiligen Gral beim Traden gibt, dann ist es RMM. Hier finden Sie drei exzellente Artikel zu diesem Thema.

  • Nachhaltiges und dauerhaftes Traden lernen: Dieser Artikel fängt bei Null an und zeigt Schritt für Schritt und anhand eines Beispiels, wie richtiges RMM angewandt wird: Grundlagen des Risiko- und Moneymanagements
  • Lernen Sie alles über das Zusammenspiel von Trefferquote, Chance-Risiko-Verhältnis und welche Auswirkungen diese Kennzahlen auf das Trading hat. Ebenfalls mit anschaulichem Beispiel: Grundlagen zur Trefferquote

4.2 Die wichtigsten Orderarten im Überblick

Unter einer Order versteht man den Auftrag, den man an seinen Broker abgeschickt hat. In der Order geht es aber bei Weitem nicht nur um die Aufschrift „Kauf" oder „Verkauf". Es gibt weitaus mehr Ordertypen, die sich je nach Szenario, Trading-Stil und Marktlage anwenden lassen. Die wichtigsten und bekanntesten Orderarten sind: Market-Orders, Limit-Orders, Stop-Orders, Trailing-Stop-Orders, Stop-Limit-Orders und One-Cancels-Other-Orders.

4.3 Die richtige Einstellung zu Trading-Verlusten und Fehlern

Die richtige Einstellung zu Trading-Verlusten ist, diese niemals zu akzeptieren, richtig?

Falsch! Eine Trading-Strategie ist nichts anderes als ein auf Wahrscheinlichkeiten bestehendes System, dass idealerweise einen positiven Erwartungswert hat. Wir erinnern uns an das Kapitel Risiko- und Moneymanagement und haben uns im Bereich Trefferquote und CRVs mittlerweile eingelesen: Auch eine Trading-Strategie mit 40 %iger Trefferquote kann mir einen positiven Erwartungswert generieren – wenn die Gewinntrades den 60 %igen Anteil der Verlusttrades überkompensieren. Was heißt das aber konkret in Bezug auf Verlusttrades?

Offensichtlich erziele ich bei 10 Trades selbst bei regelkonformem Trading 6 Verlusttrades, obwohl ich meine Strategie gemäß Regelwerk, also korrekt, umgesetzt habe. Es liegt auf der Hand, dass ein Trade nicht aufgrund seines Ergebnisses bewertet werden kann. Vielmehr ist von Bedeutung, ob es ein angehender Trader schafft, sein (hoffentlich) definiertes Trading-System konsequent einzuhalten. Gelingt ihm das, handelt er fehlerfrei.

So banal dies klingen mag, so schwierig stellt sich in der Realität häufig die Umsetzung dar. Stellen Sie sich vor, Sie haben die letzten 5 Trades mit negativem Ergebnis schließen müssen, obwohl Sie gemäß Regelwerk fehlerfrei gehandelt haben. Eine Verlustserie, die durchaus häufig vorkommt. Versetzen Sie sich in die Lage! Glauben Sie, Sie bleiben in dieser Situation gelassen? Es geht nicht um emotionale Ausschreitungen, sondern um die kleinen, heimlichen Anpassungen, die Sie nach so einer Verlustserie evtl. vornehmen, ohne Sie mit dem Regelwerk „abzusprechen". Sie gehen einen Trade etwas früher ein, als es die Signal-Lage vorsieht (Hoffnung). Sie schließen einen bestehenden Trade zu früh (Gier). Sie testen auf einmal eine ganz neue, unerprobte Strategie aus. Diese letzten denkbaren Situationen, das sind nun die eigentlichen Trading-Fehler, die es zu vermeiden gilt, denn Sie führen zu impulsivem und unüberlegtem Traden. Und im schlimmsten Fall beenden Sie solche Trading-Fehler mit einem positiven Ergebnis und glauben, alles richtig gemacht zu haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: So sichern Sie sich die richtige Einstellung und schützen sich vor Fehlern und emotionalen Leichtsinnigkeiten:

  • Sie haben eine detaillierte Trading-Strategie
  • Sie halten sich daran

Hierzu empfehle ich den Artikel von Normal Welz, Experte für angewandte Trading-Psychologie, über Disziplin, Emotion und Verstand.

4.4 Das Trading-Journal: Wie Sie wirklich traden lernen

Das Trading-Journal oder Trading-Tagebuch ist im Grunde das Controlling-Zentrum eines jeden Traders. Stellen Sie sich vor, Sie sind nun einige Monate an den Märkten aktiv, haben die Grundlagen des Tradings erlernt und bereits zahlreiche Transaktionen abgeschlossen. Wissen Sie, wie viele Trades in der Vergangenheit Gewinner und wie viele Verlierer waren? Wie hoch war ein durchschnittlicher Gewinntrade und wie sieht es mit den Verlierern aus? Gehen wir einen Schritt weiter: Lässt sich ein Muster erkennen, welche gehandelten Werte sich tendenziell auffällig oft als Verlierer entpuppen und sind irgendwo Stärken zu erkennen? Funktionieren einige Strategien nicht mehr so optimal wie früher?

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Einfaches Beispiel eines Trading-Journals in Excel

All diese Fragen – und noch viele weitere – beantwortet das Trading-Journal. Um sich selbst bei der Trading-Ausbildung gezielt und effizient voranzutreiben, benötigen Sie einen Controlling- bzw. Feedbackmechanismus und eine aussagekräftige Datenbasis. Dazu gehört die umfassende Dokumentation aller eingegangen Trades sowie idealerweise auch eine kurze Einschätzung und Beschreibung Ihrer emotionalen Verfassung. Sie werden überrascht sein, wie positiv sich die Verwendung eines Trading-Journals auf Ihre Performance auswirkt!

Lesen Sie hierzu unbedingt folgenden Artikel von Rene Berteit: Das Trading-Tagebuch


5 Fazit

5.1 Die nächsten Schritte: Welche Trading-Ausbildung ist die richtige?

Sie haben es bis hierher geschafft? Glückwunsch! Vielleicht haben Sie den Artikel aber auch nur überflogen und werden sich nun allmählich durch die verlinkten Artikel durcharbeiten und Ihr Wissen im Bereich Trading anreichern.

Wie dem auch sei: Machen Sie sich bewusst, das Trading letztlich ein Handwerk ist. Es ist sinnvoll, sich gründlich in das Vokabular und die Funktionsweisen von Börse und Trading-Strategien einzuarbeiten, aber um es in den Worten von Fußballlegende Adi Preißler zu sagen: „Grau ist alle Theorie, maßgebend ist auf dem Platz." Im Unterschied zur Fußballmannschaft startet der ambitionierte Trader aber in der Regel alleine und autodidaktisch.

Das Selbststudium ist dabei ein häufig genutzter Weg zum profitablen Trading. Das Problem ist hierbei, dass Sie nur sehr schwer Austausch finden und selbst Ihr einziger Maßstab sind. Ich kann Ihnen wärmstens empfehlen: Schauen Sie sich um nach weiteren Börsen- und Trading-Begeisterten und fördern Sie aktiv den Austausch zugunsten Ihrer eigenen Trading-Ausbildung. Eine Trading-Gemeinschaft kann Ihnen Jahre an Ausbildungszeit sparen, steigert die Motivation und den Spaß am Trading, sorgt für regelmäßigen Austausch und gibt Ihnen kontinuierlich Feedback über persönliche Fehler und Fortschritte. Solche Gemeinschaften können Sie natürlich auch online finden. Möchten Sie Ihr Wissen dennoch zunächst autodidaktisch vertiefen, finden Sie in diesem ausführlichen Artikel eine Zusammenfassung der unserer Meinung nach besten Tradingbücher.

Tipp: Schauen Sie sich doch einmal die Trader-Ausbildung von Rene Berteit genauer an. Damit lernen Sie, wie Sie das Traden richtig professionell beherrschen!

Philipp Berger