Das Konzept des Trends kommt in Weisheiten wie „the trend is your friend“ zum Ausdruck und dürfte jedem Anleger und Trader vertraut sein. Bestimmen lässt sich ein Trend auf unterschiedlichsten Wegen, beispielsweise über Trendlinien, Indikatoren wie gleitenden Durchschnitten oder auch rein Markttechnisch.

    Welche Vorteile bietet der Handel in Trendrichtung?

    Orientieren sich Anleger am Trend und gehen nur Positionen in Trendrichtung ein, sollen damit diverse Vorteile gesichert werden. Zum einen hört und liest man immer wieder, dass eine Trendfortsetzung wahrscheinlicher als eine Umkehr ist. Zudem soll das Potenzial (CRV) in Richtung des Trends größer sein. Zusammengenommen ergibt dies Tradingchancen, die einfach besser zu sein scheinen. Mathematisch formuliert haben sie den höheren Erwartungswert.

    Trendhandel vs in Trendrichtung handeln!

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    Bisher haben wir lediglich beleuchtet, in welche Richtung ein Trade mehr Sinn macht. Sofern ein Trade eröffnet wurde, stellt sich jedoch die Frage, wie mit diesem umzugehen ist. Dem Trader stehen dafür verschiedene Optionen zur Verfügung. Er kann sich entscheiden, einen kurzfristigen Scalptrade zu platzieren, oder aber seinen Trade als Swingtrade bzw. Trendtrade zu managen. Während der Scalptrader relativ schnell nach seinem Einstieg wieder aussteigt und nicht bereit ist, Gegenbewegungen gegen seinen Trade zuzulassen, ist der Trendtrader am gegenüberliegenden Spektrum zu finden. Ein Trendtrader versucht eine möglichst große Bewegung (großes CRV) zu ertraden und ist dafür auch bereit, zwischenzeitliche Korrekturen auszusetzen. Im Grunde möchte dieser den Trend so lange reiten, solange dieser intakt ist. Als Swingtrader sind sie irgendwo mittendrin angesiedelt. Die folgende Grafik soll die Unterschiede im Management der Position verdeutlichen:

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    Ausgehend von diesem Vergleich scheint erneut der Trendtrader die besseren Karten zu haben, schließlich erzielte er hier den größten Gewinn. Dies stimmt so jedoch nur bedingt, denn die anderen beiden Trainingstile kompensieren den früheren Ausstieg mit einer höheren Tradingsfrequenz. Innerhalb eines Trends werden Swing- und Scalptrader viel häufiger aktiv und können so in einer Vergleichsperiode ähnlich hohe Renditen erzielen.

    Trendtrading – ein paar wichtige Fakten!

    Wie bereits angedeutet, hat das Trendtrading trotzdem einige Vorteile. Wir können zwar nicht per se sagen, dass es der bessere oder gar der beste Tradingstil ist, aber gerade für viele private Trader scheint diese Art des Handelns interessant. Sofern Sie sich für das Trendtrading entscheiden, sollten Sie noch einige Dinge beachten:

    1. Kein Trend hält ewig! Auch wenn die größeren Chancen im allgemeinen in Trendrichtung zu finden sind, sollte dies nicht damit verwechselt werden, dass die Kurse ewig in die gleiche Richtung weiterlaufen. Innerhalb eines Trends gibt es Korrekturen und früher oder später auch eine Trendwende.
    2. Die ganz großen Trends sind die Ausnahme! Jeder Trendtrader träumt von ihnen, den ganz großen Trends. Nach dem Einstieg verdoppeln, verdreifachen oder verzehnfachen sich die Kurse, ohne größere Gegenbewegungen zu vollziehen. Ohne Zweifel treten solche Trends immer wieder auf, sie sind jedoch eher die Ausnahme denn die Regel.
    3. Je größer das Kursziel, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit! Diesen simple und logische Erkenntnis sollten Trendtrader nie aus den Augen verlieren, denn sie hat Einfluss sowohl auf den Einstieg in eine Position als auch auf das Positionsmanagement. In Kombination mit den vorangegangenen Punkten macht es beispielsweise keinen Sinn, in einem bereits weitgelaufenen Trend einzusteigen und nochmals darauf zu hoffen, dass sich die Kurse verdoppeln und verdreifachen. Wer spät in einen Trend einsteigt, sollte seinen Trade eher ins Swingtrading verlagern. Wer hingegen große Trends handeln möchte, wird zum Bottomfischer. Ein Trendtrader versucht also früh in einen Trend einzusteigen.
    4. Als Trendtrader müssen Sie sicherstellen, keinen der großen Trends zu verpassen! Ein typisches Kennzeichen für Trendtrading ist die eher moderate Trefferquote. Dies ergibt sich unmittelbar aus den vorangegangenen Punkten. Wir haben bereits festgestellt, dass es für einen echten Trendtrader wichtig ist, möglichst früh in einen Trend einzusteigen. Trendtrader werden zu Bottomfisher und als solcher wird man unter Umständen einige Versuche brauchen, um den großen Trend zu erwischen. Einige Bodenbildungen scheitern, andere ziehen nur moderate Trends nach sich etc. Dementsprechend enden viele Trades leicht im Minus, Plus/Minus Null oder mit leichtem Gewinn. Nur wenige Trades aber bringen den ganz großen Profit. Ein Trendtrader kann es sich im Grunde nicht leisten, diese Trades zu verpassen.
    5. Ihre Persönlichkeit muss passen! All die Vorteile des Trendtradings nützen Ihnen nichts, wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihrer Strategie zu folgen. Als Trendtrader müssen Sie Voraussetzungen wie Geduld und Kapital mitbringen. Sie müssen auf Ihre Trades warten können und sollten über ausreichend Kapital verfügen, um dieses zu streuen. Sie müssen verlieren können, Vertrauen haben und viele Dinge mehr, um das Trendtrading erfolgreich zu meistern. Waren die bisher angeführten Punkte rein "technischer" Natur, geht es hier ans Eingemachte! Aus meiner Erfahrung als Tradingcoach ist dies der Punkt, über den die meisten Trader am Ende stolpern.

    Viel Erfolg

    Rene Berteit

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