• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 11.977,13 Pkt

Der Gewinn ist das, was an der Börse zählt. Auf diese Größe fokussieren sich nahezu alle Trader, vor allem auf privater Seite. Das komische ist nur, dass es keine Kunst ist, an der Börse zu den Gewinnern zu zählen, wie Sie gleich sehen werden. Im Anschluss können wir uns anschauen, worauf es wirklich ankommt und was im Fokus eines jeden Traders stehen sollte.

Der sichere Gewinn

Die meisten privaten Trader kommen über den Aktienmarkt an die Börse und an diesem lässt sich zeigen, dass Gewinne im Handel kein Hexenwerk sind. Dazu macht sich der Aktientrader die Tatsache zunutze, dass Aktien langfristig deutlich höhere Chancen haben zu steigen, als zu fallen. Unabhängig davon, wo der Trader einsteigt, es ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Frage der Zeit, um zumindest einen kleinen Gewinn realisieren zu können. Dies ist selbst bei solchen „trendschwachen“ Aktien wie der Lufthansa der Fall (siehe Abb. 1).

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Natürlich ist klar, dass es Ausnahmen geben wird. Diese sollten jedoch in der Minderheit sein und dagegen kann jeder Anleger etwas tun: er kann sein Kapital auf möglichst viele Aktien aufteilen, möglichst aus unterschiedlichen Segment & Co. So besteht eine sehr hohe Chance, dass die Verluste der wenigen „faulen Eier“ im Depot, durch die Gewinntrades mehr als kompensiert werden. Was bleibt, ist ein Gewinn.

Es geht noch besser!

Sofern dieser Gedankengang klar ist, werden Sie die Chancen weiter erhöhen können, in dem Sie eines der beliebtesten Spiele privater Trader spielen: Sie verbilligen im Verlustfall.

Mit der Lufthansa-Aktie in Abb. 1 wurde absichtlich ein nicht gerade perfektes Beispiel dafür genutzt, dass Aktien langfristig steigen. Es ist unschwer zu erkennen, dass Anleger des Jahres 2000 / 2001 zumindest kurstechnisch keine Chance hatten, ihre Einstiegspreise von bspw. 25 EUR wieder zu erzielen (Dividendenzahlungen lassen wir an dieser Stelle außen vor). Das spannende aber ist, dass Aktien maximal auf 0 zurückfallen können und so könnte man auf die Idee kommen, den gesamten Preisbereich vom Ersteinstieg bis hin zur Null-Grenze einzuteilen und in regelmäßigen (oder unregelmäßigen) Abständen weitere Käufe vorzunehmen. Damit wird der Einstiegspreis nach unten gezogen.

Je nachdem wie aggressiv der Anleger vor allem bei der Wahl seiner Positionsgrößen vorgeht, sollten die nächsten Aufschwünge in der Aktie zu einem Kurs führen, der dem Anleger eine Gewinnrealisation ermöglicht.

Auch im Fall des Verbilligens muss einkalkuliert werden, dass es nicht alle Aktien schaffen werden, so dass das Kapital, welches dem Anleger zur Verfügung steht, clever auf viele Aktien aufgeteilt werden muss. Dies bedarf natürlich einer gewissen Kapitalausstattung, aber wer eine Risikostreuung schafft, hat mehr als gute Chancen, zu den Gewinnern zu zählen.

Es gibt ja nicht nur Aktien!

Ein möglicher Einwand gegen die pauschale Aussage, dass es ein leichtes ist, zu den Gewinnern an der Börse zu zählen, wäre der, dass es natürlich nicht nur Aktien gibt. Andere Märkte wie der Forexmarkt besitzen nämlich keinen langfristigen Vorteil auf der einen oder anderen Seite, so dass ein auf den ersten Blick wichtiges Argument für unsere bisherige Argumentation wegfällt.

Diesem kann jedoch mit der Volatilität begegnet werden. Egal welchen Markt Sie sich anschauen, jeder hat seine eigene Volatilität und Maximalschwankungsbreiten. Statt also eine konkrete, über alle Zeiträume gleichermaßen geltende Preisgrenze anzusetzen, könnten Sie ausgehend von dem jeweils konkreten Ersteinstieg die „Nullgrenze“ außerhalb der Maximalschwankungsbreite platzieren. Betrug diese in der Vergangenheit 50 %, setzen Sie jetzt mit einem kleinen Puffer vielleicht 60 % an.

Auch hier gilt, dass das Kapital auf viele Märkte aufzuteilen ist, dass es auch jetzt einige Trades geben wird, die über das bisherige maximale Volatilitätsmaß hinaus schwanken und damit quasi als Totalverlust enden. Mit einer ausreichend großen Portfoliobildung kann am Ende jedoch auch hier ordentlich etwas für den Anleger übrig bleiben.

Und wo ist das Problem?

Wie Sie sehen, ist es rein formal keine Kunst, zu den Gewinnern an der Börse zu zählen. Dazu brauchen Sie eigentlich nur einige Zutaten:

  1. Ausreichend Kapital
  2. Einen Plan für einen gestaffelten Einstieg
  3. Sitzfleisch
  4. Disziplin

Wenn Sie hinter jedem dieser Anforderungen ein Häkchen machen können, könnte man Ihnen gratulieren. Zumindest auf dem Papier haben Sie gute Chancen, besser zu sein als angebliche 75 % aller Trader, die bekanntlich an der Börse Geld verlieren.

Ich habe bei dieser Formulierung jedoch absichtlich den Konjunktiv gewählt. Gerne würde ich Ihnen gratulieren, aber sind Sie wirklich so gut, wie es allein mit Blick auf den Gewinn aussieht? Jeder, der das Spiel des Nachkaufens im Verlust bereits einmal betrieben hat, wird wissen, wie hoch die Trefferquoten und Erfolgschancen in einem solchen Ansatz sind. Rein von den Zahlen her, wird man Sie bewundern, denn läuft es sogar gut für Sie, sind absolut betrachtet auch beachtliche Renditen möglich. Ich habe nicht selten Konten gesehen, die innerhalb kürzester Zeit 100 % und mehr zugelegt haben.

Schauen Sie hinter die Kulissen!

Viele Trader lassen sich von solchen Ergebnissen blenden, die am Ende aber nicht einmal halb so viel wert sind, wie sie zunächst erscheinen. Wie Sie bereits lesen konnten, ist es keine hohe Kunst, die hinter dieser Taktik und ihren Spielarten steht. Mit Können hat das meist wenig zu tun.

Noch schwerer lastet aber die Frage, unter welchen Risiken die Gewinne erzielt wurden. Stellen Sie sich vor, Sie steigen in Ihrer Lieblingsaktie erstmals mit 1.000 EUR bei 100 EUR ein und müssen dann, weil es weniger gut läuft, alle 10 EUR nachkaufen. Dabei sind Sie extrem aggressiv und verdoppeln Ihre Positionsgröße jedes Mal - schließlich ist es ja Ihre Lieblingsaktie und so tief wird sie schon nicht fallen. So ziehen Sie den Einstandspreis natürlich extrem nach unten, aber erst kurz unterhalb von 50 EUR findet die Aktie ihren Boden (letzter Nachkauf bei 50 EUR), womit sich folgende Rechnung ergibt:

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Angenommen, Sie verkaufen die Aktie nun bei 65 EUR, womit Sie einen stattlichen Gesamtgewinn von 630 Stück * (65 – 59,05) = 3.748,50 EUR erzielen würden. Das ist ein ordentlicher Batzen Geld, vor allem, der sich noch mehr potenziert, wenn die Masse Ihrer Investments so läuft.

Aber eines sollten Sie dabei nie vergessen: Ihr Risiko! An den Tiefstkursen in der Aktie, bspw. bei 45 EUR standen Sie zwischenzeitlich 8.851,50 EUR im Minus. In Relation zu diesem Drawdown ist Ihr Gewinn mehr als nur bescheiden. Das CRV des Beispiels beträgt nicht einmal 0,5. Hinzu kommt, dass Sie als Trader auch die Nerven behalten müssen, den Plan durchzuziehen. Dies wird umso schwerer, umso mehr die Position vorher ins Minus lief. Je größer der Verlust war, desto eher ist man zudem geneigt, auch beim nur kleinsten Gewinn zuzuschlagen. Damit aber fehlt eventuell das Geld, um die tatsächlichen Verlierer zu kompensieren.

Aber selbst, wenn sich der Trader keine Fehler leistet, eines bleibt: ein verdammt schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis. Genau dieses Kriterium sollten Sie aber ansetzen, um Tradinggewinne zu bewerten.

Viel Erfolg

Rene Berteit

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