Wenn Sie zu den glücklichen Tradern gehören, die mit dem Handel kleiner Trefferquote gar kein Problem haben, dann darf man Ihnen nur gratulieren. Mit entsprechender Ausbildung dazu, ist es nahezu unmöglich, am langen Ende zu verlieren. Lassen Sie mich dies an einem eindrucksvollen Beispiel erklären.

Kauf bärischer Impulse!

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Im Rahmen meiner ständigen Marktrecherche schaute ich mir jüngst ein einfaches Muster an: Was passiert, wenn der DAX-Future (DAX) im 30-Minutenchart per Schlusskurs unter das Tief der vorangegangenen Kerze fällt? Im Grunde handelt es sich bei diesem Muster um einen bärischen Impuls. Der Kurs ist in den letzten 30 Minuten gefallen und hat dabei auch die Range der vorangegangenen 30 Minuten verlassen. Was aber, wenn ich dieses Muster kaufe, den Stopp auf das Kerzentief setze und als Ziel das Hoch meiner „Musterkerze“ anvisiere? Was, wenn ich also gegen den eigentlichen Impuls der Kerze handele? Die folgende Abbildung zeigt das entsprechende Muster?

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Quelle: erstellt mit Tradesignal-Terminal

Verluste begrenzen ist der Schlüssel!

Wie Sie wahrscheinlich schon anhand des Beispiels und meiner Einleitung richtig vermuten, handelt es sich bei diesem Trading-Set-up um eines, mit dem Sie in fast 70 % der gesamten Fälle schlicht und ergreifend falsch liegen. Sie machen zehn Trades und bekommen im Durchschnitt sieben davon mit einem Verlust um die Ohren gehauen. Und trotzdem zeigt sich über die letzten fünf Jahre eine Performancekurve, die von der Volatilität und Geradlinigkeit her ihresgleichen sucht. Schauen Sie nur auf die folgende Abbildung, in der sie auf der linken Seite die Performancekurve sehen, während auf der rechten Seite die Statistik zusammengefasst ist. (PS: bei der Performance Bewertung ist zu beachten, dass der Gewinn in Euro angegeben ist, wenn immer ein Dax-Future gehandelt wird. Der ausgewiesene Gewinn vor Kosten entspricht ca. 7.185 Punkten.)

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Quelle: Chart erstellt mit Tradesignal-Terminal

Losgelöst von technischen Aspekten oder Problemen zeigt diese Performancekurve vor allen Dingen eines: Verluste begrenzen ist der Schlüssel zum Erfolg. Ungünstiger Weise geht dies aber oftmals mit Trefferquoten einher, die unter 50 % liegen.

Bevor Sie loslegen!

Als Tradingscoach kann ich Ihnen nur raten, sich dahingehend zu trainieren, den Fokus weniger auf die Trefferquote sondern mehr auf das Gesamtergebnis zulegen. Bevor sie jetzt aber die hier vorgestellte Taktik nutzen, um dies zu üben, müssen einige Dinge angesprochen werden.

Zunächst habe ich Ihnen hier nicht das vollständige Regelwerk geben können. Es kommt zwar nicht mehr viel hinzu und schon gar nichts, was etwas an der dahinter stehenden Idee ändert, aber den einen oder anderen Punkt gäbe es noch. Diese kleinen Regeln stehen meinen Guidants-Followern zur Verfügung. Darüber hinaus müssen Sie sich im Klaren sein, was es bedeutet, mit geringen Trefferquoten zu handeln. Denken Sie bitte daran, dass Sie nicht vom linken Ende der Performancekurve ausgehend von null, einen Zeitsprung zum rechten Ende und einem Gewinn von fast 180.000 EUR machen. Sie müssen die gesamte Strecke - und das sind immerhin vier Jahre - jeden einzelnen Schritt ablaufen. Und letztlich ist zu berücksichtigen, dass die gesamte Performance vor Kosten ermittelt wurde. Angesichts der Häufigkeit der Trades kann dies je nach Broker zu deutlichen Problemen führen. Aber all dies ändert an der grundlegenden Aussage nichts: begrenzen Sie Verluste, lernen Sie mit kleinen Trefferquoten umzugehen und Sie erhöhen ihre Erfolgschancen ungemein! Dies hier ist nämlich nur ein Beispiel von vielen, welche mir in den letzten Jahren zu diesem Thema untergekommen sind.

Viel Erfolg

Rene Berteit