Investmentfonds werden von Kapitalanlagegesellschaften (KAG) oder Investmentgesellschaften aufgelegt und verwaltet. Sie bündeln das Geld von vielen verschiedenen Sparern. Jeder Investmentfonds hat fest definierte Anlagerichtlinien und Anlageziele, an die sich das Management halten muss und die im Verkaufsprospekt des Fonds festgehalten werden. Anders als beim Kauf einzelner Aktien müssen Fondssparer keine weiteren Anlageentscheidungen treffen. Die Bündelung der Gelder ermöglicht Investitionen in unterschiedliche Branchen, Regionen und Anlage-Klassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, Währungen). Damit können sich auch Privatanleger schon mit kleinen Beträgen ein breit gestreutes Portfolio aufbauen und damit das Risiko minimieren. Diese Risikostreuung lässt sich mit Direktanlagen in einzelnen Wertpapieren oder Immobilien kaum erreichen.

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Bei Investmentfonds handelt es sich um sogenanntes Sondervermögen. Anders als z.B. bei Zertifikaten wird das Kapital der Anleger strikt vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt verwahrt. Dadurch ist das Geld auch im Insolvenzfall geschützt. Diese strikte Trennung dient insbesondere dem Schutz der Anleger.

Anleger erwerben beim Kauf von Investmentfonds Anteile an diesem Sondervermögen. Der Anfangspreis eines Anteils wird von der KAG bei Auflage des Fonds festgesetzt, z.B. 100 Euro. Für 5.000 Euro bekommt man also 50 Anteile. Der Preis eines Anteils hängt anschließend von der Wertentwicklung der Vermögenswerte im Investmentfonds ab. Der Wert des gesamten Fondsvermögens dividiert durch die Zahl der ausgegebenen Anteilscheine ergibt den Wert eines Anteils. Es hat keinen Einfluss auf den Preis, wenn neue Anteilseigner hinzukommen oder sich Anleger von ihren Anteilen trennen, da das Verhältnis des Fondsvermögens zur Zahl der ausgegebenen Anteile im gleichen Maße steigt bzw. fällt.

Mit Investmentfonds sind Anleger nicht an eine feste Laufzeit gebunden. Anteile können börsentäglich ge- und verkauft werden. Dennoch sind die meisten Investmentfonds nicht zur kurzfristigen Spekulation sondern als langfristige Anlage zur Vermögensbildung gedacht. Insbesondere für die Altersvorsorge sind Investmentfonds geeignet, da sie aufgrund ihrer Sparplanfähigkeit auch für monatliche Anlagen geeignet sind. Teilweise ist das schon mit einem monatlichen Beitrag von 10 Euro möglich. Monatliches Sparen hat aufgrund des sogenannten Cost Average Effekts sogar einen besonderen Vorteil. Bei Anlageplänen mit regelmäßigen Einzahlungen gleichbleibender Beträge erreicht der Anleger, dass bei fallenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen entsprechend weniger Fondsanteile erworben werden. Auf lange Sicht kauft der Anleger also zu einem günstigeren Durchschnittspreis. Zudem sind die Anleger nicht auf das richtige Timing wie bei Einmalanlagen angewiesen.

Die Fondsgesellschaften informieren halbjährlich mit umfangreichen Berichten über die getätigten Transaktionen. Damit ist für den Anleger auch Transparenz gewährleistet. Zudem stellen die meisten KAGs im Internet aktuelle Informationen über die Aufteilung des Fondsvermögens nach Branchen oder Regionen sowie über die größten Einzelpositionen der Fonds bereit.

Der Anteilspreis eines Investmentfonds wird von der KAG nur einmal täglich berechnet. Bei der Auftragserteilung kennen die Anleger daher den Abrechnungspreis noch nicht. Viele Investmentfonds werden mittlerweile aber auch an der Börse notiert. Sie können dann wie eine Aktie gehandelt werden.