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    Meb Faber ist ein bekannter und erfolgreicher Wall-Street-Analyst. Faber hat nicht nur die Investmentfirma Cambria Investments gegründet, sondern auch zahlreiche Fachbücher verfasst. In einem seiner sehr lesenwerten Bücher analysiert und erklärt Faber unter anderem die Investmentstrategien, mit denen die US-Eliteuniversitäten Yale und Harvard ihr Vermögen langfristig investieren und vermehren.

    Doch das geballte Investmentwissen Fabers kann nicht mithalten mit seinen Methoden zur Aktienauswahl, die er bereits als 12-Jähriger anwandte.

    Im Jahr 1989 schrieb der damals 12-jährige Faber seinem (inzwischen verstorbenen) Vater eine Postkarte aus einem Feriencamp, wie Faber nun in einem Tweet bekannt machte. Auf der Postkarte schrieb der 12-Jährige damals: "Ich denke darüber nach, ein paar Coke- [Coca-Cola] und Anheyser-Busch [sic] zu kaufen, vielleicht sogar McDonald's oder Disney."

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    Die Aktienauswahl des damals 12-Jährigen mag sich zufällig anhören, aber sie war es nicht. Der 12-Jähriger Faber beobachtete mutmaßlich, welche Produkte die Menschen in seinem Umfeld jeden Tag verwendeten. Die Unternehmen, die diese Produkte herstellten, mussten auch ordentlich Geld verdienen - für sich und ihre Aktionäre! So oder so ähnlich könnte der 12-jährige Faber damals gedacht haben.

    Hätte der 12-Jährige damals die vier genannten Aktien tatsächlich gekauft und langfristig behalten, so hätte er nicht nur ordentlich Geld verdient, sondern wohl auch deutlich besser abgeschnitten als mit ausgefeilten Analyse- oder Tradingmethoden.

    Nach einer Rückrechnung von Marketwatch auf Basis von Daten des Datenanbieters FactSet hätte Faber seit dem Jahr 1989 inklusive reinvestierter Dividenden mit Coca-Cola-Aktien 2100 %, mit McDonald's-Papieren 4000 % und mit Disney 1800 % verdient. Der Brauereikonzern Anheuser-Busch wurde im Jahr 2008 vom belgischen Unternehmen InBev übernommen. Bis zur Übernahme hätte man mit den Aktien rund 900 % verdient, seit der Übernahme mit den Aktien des kombinierten Anheuser-Busch-InBev-Konzerns weitere 285 %.

    Hätte Faber damals 1000 Dollar gleichgewichtet in die vier Aktien investiert, so wären daraus bis heute 30000 Dollar geworden. Hätte er hingegen einfach den breiten Aktienindex S&P 500 gekauft, so wären aus den 1000 Dollar "nur" rund 16000 Dollar geworden. Mit seiner intuitiven Aktienauswahl hätte der 12-Jährige über die Jahrzehnte doppelt so gut abgeschnitten wie der Gesamtmarkt.

    Meb Faber schreibt in seinem Tweet weiter: "Ich hätte beim Investieren beim Stil von Peter Lynch bleiben sollen. Diese Aktien hätten es gebracht!" Peter Lynch gilt als einer der erfolgreichsten Fondsmanager aller Zeiten. Lynch empfahl unter anderem, dass Anleger in erster Linie Aktien von Unternehmen kaufen sollten, deren Produkte sie aus dem Alltag kennen. Daneben war Lynch auch für seine langfristige Ausrichtung und seinen Fokus auf wachsende, aber trotzdem nicht zu hoch bewertete Unternehmen bekannt.

    Aus der Outperformance des damals 12-jährigen Meb Faber lassen sich direkt einige grundlegende Regeln ableiten, die nicht nur Peter Lynch, sondern auch Wall-Street-Legende Warren Buffett seit Jahrzehnten beherzigt:

    • Der wichtigste Faktor für Gewinne am Aktienmarkt ist Geduld. Wie Peter Lynch einmal sagte: "Abgesehen von jeder Menge Überraschungen, sind Aktien relativ vorhersehbar über 10 bis 20 Jahre. Bei der Frage ob sie in zwei bis drei Jahren höher oder tiefer stehen, kann man aber genau so gut eine Münze werfen." Auch für Börsenlegende Jesse Livermore war Geduld der wichtigste Faktor an der Börse: "Es waren nie meine Gedanken, die mir viel Geld einbrachten. Es war immer mein Stillsitzen. Verstanden? Mein konsequentes Stillsitzen!". (Das Zitat stammt nicht von Livermore selbst, sondern aus dem Buch "Reminiscences of a Stock Operator" des amerikanischen Autors Edwin Lefèvre, in dem dieser die fiktionalisierte Geschichte des legendären Investoren Jesse Livermore nachzeichnete.)
    • Wer auf Aktien von Konsumgüterunternehmen setzt, deren Produkte jeden Tag millionenfach eingesetzt werden, kann langfristig wenig falsch machen. Denn diese Unternehmen verdienen auch in einer Krise Geld für ihre Aktionäre und haben meist eine so große Marktmacht, dass ihnen nur wenig gefährlich werden kann. Kein Wunder, dass mit Warren Buffett auch einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten bevorzugt auf Aktien von großen Konsumgüterkonzernen wie Coca-Cola oder Kraft-Heinz setzt.
    • Erfolgreiche Unternehmen mit starker Marktmacht erzielen oft einen hohen freien Cashflow. Diese Unternehmen verdienen mit ihrem Geschäft kontinuierlich mehr Geld, als sie sinnvollerweise in ihr Geschäft reinvestieren können. Man erkennt diese Unternehmen häufig auch an hohen und steigenden Dividenden sowie an Aktienrückkäufen, mit denen die Konzerne ihre Aktionäre an ihren Überschüssen teilhaben lassen. Auch hier ist Coca-Cola ein gutes Beispiel. Der Konzern hat bereits seit mehr als 50 Jahren seine Dividende je Aktie jedes Jahr angehoben.

    Die Geschichte von Meb Fabers Aktienauswahl als 12-Jähriger erinnert auch an den Anleger Russ Gremel, der einen Betrag von 1000 Dollar im Laufe der Zeit in zwei Millionen Dollar verwandelte. Wie Gremel das erreichen konnte, könnten Sie hier nachlesen: So verwandelt man 1.000 Dollar in zwei Millionen


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