Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihre Order über das Internet, per Telefon, per Fax oder bei Ihrem Bankberater aufzugeben. Die Entwicklung geht hier stark in Richtung Orderaufgabe im Internet mittels eines Onlinebrokers. Sie müssen als Privatanleger also auf jeden Fall den Umweg über einen Intermediär – das heißt einen Zwischenhändler – machen, der zwischen Ihnen und dem Handelsplatz vermittelt. Sie selbst können nicht direkt Aufträge an den Börsenplatz geben. Sobald die Order fertig erteilt wurde, gelangt sie in kürzester Zeit in das Orderbuch des gewählten Handelssystems, wo schnellstmöglich eine Preisermittlung stattfindet. Die Bank erhält dann eine Ausführungsbestätigung, die an Sie weitergeleitet wird. Danach wird die Transaktion in Ihrem Depot umgesetzt, also werden zum Beispiel Aktien eingebucht und ihr Verrechnungskonto wird mit dem Gegenwert belastet. Doch bevor Ihre Order durch den Onlinebroker an die Börse durchgestellt wird, müssen Sie noch einige Entscheidungen fällen und entsprechende Angaben machen.

Wie findet man die Wertpapiere die man kaufen will?

Zunächst wählt man auf der Website des persönlichen Brokers aus, ob man einen Kauf oder einen Verkauf tätigen will. Um eine bestimmte Aktie zu suchen und auszuwählen gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen kann man ganz einfach den Namen des Unternehmens suchen. Bei der Eingabe von Siemens beispielsweise, werden einem jedoch zahlreiche verschiedene Anlagemöglichkeiten angezeigt, die sich alle auf Siemens beziehen. Hier finden sich nämlich auch Zertifikate, Anleihen und Optionsscheine, die den Anleger aber unter Umständen gar nicht interessieren. Deswegen hat man häufig die Zusatzoption, die Anlageklasse bereits vorher festzulegen und damit die Auswahl zum Beispiel nur auf Aktien zu begrenzen. Dann muss man nur noch darauf achten, die Stammaktie nicht mit der Vorzugsaktie zu verwechseln.

Eine andere Möglichkeit, das gesuchte Wertpapier direkt zu finden, bieten eindeutige Identifikationsnummern. Hier gibt es zum einen die Wertpapierkennnummer (WKN), die als sechsstellige Buchstaben- und Ziffernkombination die zweifelsfreie Erkennung von deutschen Wertpapieren erlaubt. Die Wertpapieridentifikationsnummer ist beispielsweise für Siemens 723610 und für Bayer BAY001. Außerdem gibt es noch die „International Securities Identification Number“, kurz ISIN, die nach und nach weltweit eingeführt wird und die im Zuge der Angleichung der Finanzmärkte in Deutschland seit 2000 als verbindlicher Standard festgelegt ist. Sie besteht aus zwölf Buchstaben und Ziffern. Sowohl WKN als auch ISIN können ganz einfach gefunden werden wenn man „Siemens Aktie“ in eine Suchmaschine eingibt und die ersten Überschriften der Ergebnisse betrachtet. Gibt man eine dieser beiden in das Suchfeld ein bekommt man immer ein eindeutiges Ergebnis und muss nicht lange suchen. Nachdem die richtige Aktie gefunden und ausgewählt wurde, muss man auswählen über welchen Handelsplatz die Aktie gekauft werden soll. Diese Entscheidung kann auf Basis der Grundlagen getroffen werden, die im Wissensfeld „Wo liegt eigentlich dieses Xetra?“ erläutert werden.

Wie lege ich das Ordervolumen fest?

Um das Kaufvolumen festzulegen gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man in das Eingabefeld „Nominalbetrag“ eintragen, welches Volumen man in die Aktien investieren will. Dann wird automatisch die Stückzahl berechnet, die man mit diesem Betrag zum angezeigten Kurs am gewählten Handelsplatz erwerben kann. Alternativ kann man auch die Stückzahl angeben, sodass der zu investierende Nominalbetrag berechnet wird. Man muss darauf achten, ob dieser Kurs sich von selbst aktualisiert oder nicht. Wenn nicht, dann wird nach Kursänderungen ein veralteter Wert weiterhin als Berechnungsgrundlage verwendet. Wenn man also bei der Orderaufgabe keine Pushdaten (sich automatisch aktualisierende Kursdaten) hat, lohnt es sich manuell die Kurse zu aktualisieren, da sie sich laufend ändern. Außerdem empfiehlt es sich nebenher ein Fenster zu öffnen um die Realtime-Pushkurse während der Orderaufgabe verfolgen zu können.

Wie lange ist eine Order gültig?

Weiterhin muss man sich für einen Ordertypus entscheiden, wie im Wissensfeld „Stop-Loss und andere Ordertypen“ beschrieben wird. Zudem muss ausgewählt werden, wie lange die Order gültig sein soll. Die Order kann tagesgültig (Good-for-day) sein und wird damit am Ende des Handelstages automatisch gelöscht. Ultimo bedeutet, dass die Order bis zum Ende des Monats im Orderbuch stehen kann, bevor sie gecancelt wird. Eine mit Good-till-cancelled aufgegebene Order ist so lange gültig, wie der jeweilige Handelsplatz maximal eine Order im Orderbuch stehen lässt. Bei XETRA sind das beispielsweise 90 Tage. Außerdem kann man selbst ein bestimmtes Datum eintragen, bis zu dem die Order ihre Gültigkeit behalten soll.

Was bedeuten die Orderzusätze?

Schließlich gibt es noch einige Orderzusätze. Die englischen Kürzel werden auch im deutschen verwendet. Die beiden wichtigsten, die über Xetra ausführbar sind, heißen „Immediate or cancel“ (IOC) und „Fill or kill“ (FOK). Beide können bei Kauf und Verkauf angewendet werden. Im Folgenden wird jeweils nur der Kauf betrachtet. Mit dem Zusatz IOC wird die Order nur dann ausgeführt, wenn der Nachfrage sofort ein Verkaufsangebot gegenübersteht. Dabei ist es egal wie groß das Angebot ist. Es kann also auch dazu kommen, dass die Order nicht vollständig ausgeführt wird, sondern zum Beispiel nur zur Hälfte, aber auf jeden Fall sofort. Mit „Fill or kill“-Orders geht man noch einen Schritt weiter und gibt vor, dass eine Order nur sofort und vollständig ausgeführt werden soll. Wenn die Order also im Moment der Aufgabe nicht zu ihrem kompletten Volumen durch das Angebot gedeckt werden kann, wird sie aus dem Orderbuch gestrichen. Das bedeutet nicht, wie weithin im Internet verbreitet wird, dass dadurch Teilausführungen der Order verhindert werden können. Wenn sofort mehrere Angebote vorliegen, die die Order insgesamt bedienen können, kann sich eine Order auch mit dem Zusatz FOK aus mehreren Teilausführungen zusammensetzen. FOK ist also keine Lösung des Problems, dass man bei diversen Brokern für jede Teilausführung fixe Gebühren zahlen muss. Der Zusatz dient viel mehr Großanlegern, wie institutionellen Anlegern, die ihre Order zu einem einzigen Einstiegspreis ausführen wollen. Da man bei einem sehr großen Ordervolumen das Risiko hat, durch eigene teilausgeführte Orders den Preis nach oben zu treiben und deswegen für die nächsten Teilausführungen ungünstigere Einstiegskurse erzielen würde, ergänzt man die Order mit dem Zusatz FOK um zu gewährleisten, dass sie – wenn überhaupt – sofort und vollständig ausgeführt wird.