Auf der Suche nach Sicherheit sind Trader und Investoren erfinderisch. Früher war den Händlern die tägliche oder wöchentliche Schwankungsbreite bzw. das Rauschen in den Kursbewegungen zu groß, um Trends zu identifizieren. Wenig später waren gleitende Durchschnitte geboren. Ein anderer Trader, John Bollinger wollte aber nicht nur den Trend in einem Basiswert identifizieren, sondern auch noch die Masse der Kursbewegungen um diesen Trend herum einfangen und Unterstützungen bzw. Widerstände identifizieren und voila, die Bollinger Bänder waren geboren.

Solche Geschichten lassen sich im Grunde zu jedem Indikator finden und die Tatsache, dass es mittlerweile hunderte von Indikatoren gibt, lässt schon vermuten, dass es uns auch nach so vielen Jahren nicht gelungen ist, in die Zukunft zu schauen – zumindest nicht dauerhaft. Das mag einer der Gründe sein, warum viele professionelle Trader weitestgehend auf Indikatoren verzichten. Man folgt dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Ich selbst nutze Indikatoren weniger für Handelsentscheidungen, sondern oftmals für eine grundlegende Stimmungsanalyse des Basiswertes. So kann man beispielsweise am Momentum/ROC-Indikator sehr gut erkennen, ob ein laufender Trend in einer Aktie im historischen Vergleich schon weit gelaufen ist oder nicht. Auch fange ich gerne mit der ATR die Volatilität im Markt ein. Nicht zuletzt, weil ich viele Indikatoren ausführlichen Systemtests unterzogen habe, hält sich meine Euphorie für diese aber grundlegend in Grenzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sie nicht für den erfolgreichen Handel einsetzen kann. Sie sind jedoch nicht besser oder schlechter als beispielsweise der Kursverlauf selbst. Das können Sie am Ende auch nicht, da sie in der Regel diesen nur aus einem anderen Blickwinkel darstellen, in dem die Kursbewegungen mathematisch verändert werden.

ZigZag-Indikator – Endlich ist er da!

Sie können sich vorstellen, dass sich meine Begeisterung in Sachen Indikatoren angesichts dieser Erfahrungen in Grenzen halten. In den vergangenen Tagen habe ich mich jedoch tatsächlich über ein neues Feature in unserer Tadingplattform Guidants gefreut. Seit einigen Tagen ist der ZigZag-Indikator live. Aktuell finden Sie diesen im linken Menü unseres Charts unter „Extras“ und wie Sie in der folgenden Abbildung sehen, macht der Indikator seinem Namen alle Ehre. Aber was macht diesen so besonders?

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Was ist der ZigZag?

Bevor wir uns den Besonderheiten des ZigZag zu wenden, müssen wir diesen definieren. Wie der obigen Abbildung zu entnehmen ist, markiert der ZigZag-Indikator Wendepunkte im Kursgeschehen. Wer jetzt an den heiligen Gral im Trading denkt, wird jedoch enttäuscht. Die Wendepunkte werden nicht prognostiziert, sondern „nachträglich“ in den Chart eingezeichnet. Wann diese Wendepunkte fixiert werden, hängt von den gewählten Parametern des Traders ab:

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Für die Konstruktion des ZigZag ist lediglich der obere Bereich der Einstellungsmöglichkeiten verantwortlich:

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Zunächst wählen Sie aus, welcher Datensatz als Quelle für die Berechnung des Indikators eingesetzt werden soll. Es besteht die Möglichkeit, den Indikator auf Schlusskursbasis und auf Basis des Kerzenhochs und des Kerzentiefs zu berechnen. Beachten Sie dabei, dass ein Mischen der Datenbasis nicht möglich ist.

Mit dem „Prozentsatz nach oben“ und „Prozentsatz nach unten“ kommen wir nun zu den beiden Variablen, die den größten Einfluss auf den ZigZag haben. Das Prinzip des Indikators ist simpel:

  • ein Tief entsteht dann, wenn der Kurs mindestens den vom Trader gewählten Prozentsatz nach oben gelaufen ist.
  • Ein Hoch entsteht dann, wenn der Kurs ausgehend von diesem mindestens den vom Trader gewählten Prozentsatz nach unten gefallen ist

Im Beispiel der BMW-Aktie haben wir diese beiden Variablen auf 10 % bzw. 5 % eingestellt. Die BMW-Aktie muss also, da wir die Kursbasis „close“ gewählt haben, bezogen auf den höchsten Schlusskurs mindestens 5 % per Schlusskurs fallen, um den alten Punkt als Hoch zu markieren. Damit der momentan tiefste Schlusskurs im Chart zu einem ZigZag-Tief wird, muss der Kurs ausgehend von diesem mindestens 10 % per Schlusskurs steigen. Dann kann rückwirkend das Tief als ZigZag-Tief markiert werden.

Ein Indikator mit vielen Anwendungsmöglichkeiten

Obwohl der Indikator nicht in der Lage ist, zukünftige Hochs und Tiefs zu identifizieren, sondern diese lediglich rückwirkend in den Chart einzeichnet, bin ich von diesem begeistert. Der Grund dafür liegt in seinen Anwendungsmöglichkeiten und der einzigartigen Konstruktion, die wir in Guidants umgesetzt haben. Normalerweise ist es beim ZigZag nicht möglich, unterschiedliche Prozentsätze für die Rallyphase und die Korrekturphase zu nutzen. Da wir beide Variablen getrennt voneinander einstellen können, gibt uns dies viel mehr Optionen.

Der Indikator wird bei mir aufgrund seiner Möglichkeiten einen festen Platz in der täglichen Analysearbeit haben. Mithilfe des Indikators können wir sehr einfach Marktstrukturen erkennen und analysieren. Wir können mithilfe dessen Auswertungen historischer Daten vereinfachen, relevante Umkehrmuster analysieren, prognostizieren und identifizieren, Volatilitäten abschätzen, Tradingsignale wie Ausbrüche ableiten und vieles mehr. Wer seinen Markt strategisch/systematisch kennenlernen möchte, hat mit dem ZigZag-Indikator ein wirklich starkes Werkzeug zur Hand, um sich einen Vorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern zu erarbeiten. Diesen Einsatzmöglichkeiten werden wir in den folgenden Beiträgen auf den Grund gehen. Bis dahin können Sie sich schon mit dem ZigZag und Guidants vertraut machen, um dann später voll durchzustarten.

Viel Erfolg

Ihr Tradingcoach Rene Berteit