Eines der heikelsten Zürich-Axiome: Prognosen! Max Gunter verdammt sie in Bausch und Bogen. Er weiß natürlich eine Liste von „Experten“ aufzuzählen, die mit ihren Weissagungen hinsichtlich der Finanzmärkte versagt haben. Besser gesagt: Sie lagen mal richtig, mal falsch, wie man es bei zufälligen Ereignissen erwarten würde. Der WirtschaftswissenschaftlerDr. Theodor Levitt brachte es so auf den Punkt: „Prophet zu sein ist einfach. Sie geben 25 Prognosen ab und reden später nur noch über die, die zutreffend waren“.

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Tatsächlich ist es natürlich unmöglich, in die Zukunft zu sehen. Dies gilt ganz allgemein, aber besonders für die Finanzmärkte. Denn hier gelten keine berechenbaren physikalischen Gesetze, sondern es regiert das Chaos, das aus den Handlungen millionenfach interagierender Menschen resultiert.

Anders gesagt: Während sogar das Wetter, obwohl Musterbeispiel der Chaostheorie, letztlich deterministischen Gesetzen gehorcht und somit zumindest prinzipiell vorhersagbar ist, gilt das für die Wirtschaft und die Börse nicht. Die Reaktion der menschlichen Psyche und insbesondere verschiedener Psychen ist grundsätzlich unvorhersehbar. Und damit macht es keinen Sinn, Prognosen zu erstellen. So jedenfalls Max Gunther:

„Niemand hat auch nur die blasseste Ahnung, was nächstes Jahr, nächsten Monat, oder auch nur morgen passieren wird. Wenn Sie als Spekulant Erfolg haben wollen, müssen Sie es sich abgewöhnen, auf Prognosen zu achten“.

Was ist die Konsequenz? Nach Gunther ist es einfach nur Glück bzw. Zufall, ob man die richtigen Aktien im Depot hat oder nicht. Ein sehr unbefriedigendes Fazit. Denn während es tatsächlich keinen Sinn macht, den DAX-Stand am 30.12. 2011 vorherzusagen, sind andere Prognosen durchaus gehaltvoll, insbesondere wenn es Szenario-Analysen sind. Denken Sie z.B. an die Charttechnik - die Existenz von Trends, Widerständen und Unterstützungen wird von praktisch niemandem angezweifelt außer vielleicht den Vertretern der Random-Walk-Hypothese, in deren geistiger Nähe sich Gunther ganz klar bewegt.

Aber auch fundamentale Prognosen sind nicht grundsätzlich abzulehnen, sofern sie keine unhaltbare Exaktheit suggerieren. So ist z.B. die Annahme von langfristigem Wirtschaftswachstum, solange die Bevölkerungszahl zunimmt, eine absolut plausible Prognose (tatsächlich sind die Aktienkurse langfristig auch immer gestiegen). Eben so ist es legitim, steigende Preise von Vermögensgütern anzunehmen, wenn die Geldmenge aufgebläht wird.

In einer Hinsicht hat Gunther aber auf alle Fälle recht: Prognosen muss man mit großer Skepsis begegnen, und je konkreter sie sind, desto skeptischer sollten Sie als Spekulant sein. Wo der DAX Ende des Jahres stehen wird weiß nämlich tatsächlich kein Mensch.

Fazit:




- Bauen Sie Ihr spekulatives Programm nicht auf Basis von Prognosen auf




- Missachten Sie alle Prognosen




- Richten Sie Ihre Handlungen nicht an dem aus, was vermutlich passieren WIRD, sondern an dem was tatsächlich PASSIERT




- Verlieren Sie NIE die Möglichkeit aus den Augen, dass Sie eine schlechte Spekulation eingegangen sind




- Wenn das passiert, denken Sie an Axiom 3: Steigen Sie aus!

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