Man sagt ja oft, es sei sinnvoll Kinder zu beobachten und von Ihnen zu lernen. Vielleicht ist das auch bei Langfristplänen überlegenswert. Denn Kinder leben in den Tag hinein und planen nicht.Erreicht man aber erst mal ein gewisses Alter, hat einen Job und Familie, dann kommt das Thema Planung dagegen 100%ig auf die Tagesordnung. Man fühlt sich geradezu dazu verpflichtet. Sei es das eigene Haus, die Rentenversicherung oder andere Finanzplanungen. Das Problem mit den ganzen Planungen: Sie gehen von einer Reihe von Prämissen aus, deren Eintrittswahrscheinlichkeit man unmöglich abschätzen kann. Wie Gunther treffend feststellt: Schon um die Ereignisse der nächsten Woche hüllt sich ein mehr oder weniger undurchsichtiger Nebel (wie wahr!). Was in 20,30 oder gar 50 Jahren sein wird, kann niemand wissen! Demzufolge kann man auch niemals so weit planen. „Ein Plan ist eine lebenslange Ordnungsillusion.

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Gunther weiter: „Was alle diese hoffnungsvollen Planer entweder nicht erkennen oder bewusst ignorieren, ist die Tatsache, dass die Welt der Finanzen nur in sehr geringem Maß dem Wachstum eines Baumes ähnelt. Es ist lächerlich zu glauben, die Zukunft der Welt erkennen zu können, indem man einfach heutige Trends beobachtet. In den kommenden 20 Jahren werden zweifellos einige dieser Trends enden oder sich in ihr Gegenteil verkehren. Niemand weiß, welche das sein werden. Ganz neue Trends werden entstehen; Faktoren, von denen wir heute noch nicht einmal träumen.“

Man muss bedenken, dass die Erstausgabe der Zürich-Axiome 1992 erschien. Wie viel wahrer scheinen diese Worte heute, im Angesicht der letzten großen Finanzkrisen!

Gunthers Rat: Schmieden Sie gar nicht erst langfristige Pläne und lassen Sie sich auch keine aufschwatzen. Bleiben Sie statt dessen immer beweglich. „Statt Ihre Angelegenheiten so zu gestalten, dass sie sich unvorhersehbaren Ereignissen in der Zukunft anpassen, sollten Sie auf Ereignisse dann reagieren, wenn sie sich entfalten. Wenn Sie Chancen sehen, sollten Sie sie nutzen. Wenn Sie eine Gefahr kommen sehen, gehen Sie ihr aus dem Weg.“ Lassen Sie sich nicht von einem Plan lähmen!

Nebenaxiom XVI: Hüten Sie sich vor langfristigen Investments!

Jesse Livermore, einer der größten Spekulanten aller Zeiten, schrieb einmal: „Ich bin mir absolut sicher, dass die Verluste bei kurzfristigen Spekulationen recht gering sind, verglichen mit den riesigen Summen, die von so genannten Investoren verloren werden, die ihre Investments einfach laufen lassen. Aus meiner Sicht sind die langfristigen Investoren die großen Glücksspieler. Sie machen eine Wette, bleiben dabei, und wenn es schief geht, verlieren sie ihren gesamten Einsatz. Der intelligente Spekulant wird seine Verluste auf ein Minimum beschränken, indem er sofort handelt.“

Jesse Livermore war sicherlich eine Art Anti-Warren Buffett. Der Erfolg von letzterem gibt natürlich zu denken. Aber wer hat das schon drauf, was Buffett kann?

Völlig zu Recht schießt sich Gunther auf Teile der Finanzbranche ein, wie beispielsweise die Versicherungen. Je langfristiger deren Versprechungen sind, desto eher sollten Sie davon Abstand nehmen. Auch und insbesondere im Lichte der Erfahrungen der Finanzkrise. Wir wissen nicht mal, ob die Kreditinstitute nächstes Jahr überleben. Gibt es Ihre Versicherung in 20 Jahren überhaupt noch? Denken Sie drüber nach!

Gunther: „Auf morgen zu wetten ist schon riskant genug. Auf 20 bis 30 Jahre in die Zukunft zu wetten ist absolut verrückt!“

Fazit:





- Eine Zukunft zu planen, über die Sie nichts wissen, ist sinnlos und gefährlich




- Legen Sie sich nicht auf langfristige Investments fest




- Spekulieren Sie wenn sich gute Chancen ergeben und schützen Sie sich vor Gefahren, wenn sie auftauchen




- Schätzen Sie ihre finanzielle und auch örtliche Bewegungsfreiheit und geben Sie sie nie auf




- Sie brauchen nur einen Langfristplan: Den Vorsatz, wohlhabend zu werden. Das Wie kann man nicht planen

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