Die Deutsche Bank stuft die Aktie von Aviva von „hold“ auf „buy“ auf. Das Kursziel wird von 893 auf 935 Pence angehoben.

    Der größte britische Versicherer werde gemeinhin als wachstumsschwaches Unternehmen mit fallenden Gewinnen im Nicht-Lebens-Geschäft betrachtet, das zudem eine unstete Akquisitionspolitik aufweise. Allerdings sei das Gegenteil der Fall. So verfüge der Konzern außerhalb von Großbritannien über beträchtliche Wachstumsmöglichkeiten. Eine Erholung im britischen Lebensversicherungsgeschäft sei in Sicht; zudem generiere das Geschäft außerhalb der Lebensversicherungen hohe Cash Flows. Größere Zukaufsversuche seien weiterhin denkbar; allerdings sei das Management daran gebunden, weiter eine Eigenkapitalrendite von 12,5 Prozent zu erzielen.

    Die Titel würden gegenüber anderen Branchenvertretern mit einem Abschlag von 15 Prozent gehandelt. Seit der missglückten Übernahme von Prudential hätten sie sich in Großbritannien 10 Prozent schlechter als der Sektor entwickelt und würden für 2006 nur noch ein KGV von 9,3 aufweisen. Vor diesem Hintergrund sei sogar denkbar, dass Aviva selbst das Interesse eines Aufkäufers finden könnte.

    Insgesamt halte man diese Abschläge nicht für gerechtfertigt. So habe sich der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent verbessert. Der Konzern habe verschiedene neue Produkte auf den Markt gebracht und könne auf dem Heimatmarkt mit seinen verschiedenen Bereichen Kostensynergien erzielen. Im Sachgeschäft sei bei den Erträgen das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Aufgrund von Synergieeffekten, neuen Unterzeichungspraktiken und einer disziplinierten Risikokontrolle seien hier auf Sicht von drei Jahren Gewinnsteigerungen möglich.