Zürich (BoerseGo.de) - Nachdem der Baumwollpreis Mitte März mit ca. 94 US-Cent ein knappes Zwölfmonatshoch erreicht hatte, schwächte er sich im April etwas ab. Nach der starken Rally seit Jahresbeginn nahmen die Marktteilnehmer offenbar Gewinne mit und liquidierten ihre Long-Positionen, wie die Analysten der Credit Suisse im aktuellen „Research Monthly – Commodities“ schreiben.

    Im Zuge des jüngsten Preisrückgangs sei das Momentum in neutrales Terrain gesunken. Der Trend bleibe indes positiv. Aus technischer Sicht sei daher nach wie vor eine Aufwärtstendenz festzustellen, obwohl der unmittelbare Aufwärtsdruck geschwunden sei. Die fundamentale Situation erscheine unklar. Der globale Baumwollmarkt werde durch einen umfangreichen Bestandsüberhang geprägt. Bislang sei China von entscheidender Bedeutung für das Marktgleichgewicht gewesen und unterstützte durch den Import großer Baumwollmengen im Rahmen des staatlich geförderten Lageraufbaus den globalen Preis. Derzeit entfielen nahezu 50 Prozent des globalen Gesamtbestands auf China, heißt es.

    „Während wir ursprünglich einen Importrückgang und damit verbunden eine schwindende Preisunterstützung erwartet hatten, wird zuletzt über eine möglich Verlängerung des staatlichen Programms in China spekuliert. Die chinesischen Baumwollimporte dürften auch in den kommenden Monaten essentielle Bedeutung für den Sektor haben. Angesichts der Unklarheit über das Volumen der chinesischen Käufe empfehlen wir jedoch eine vorsichtige Haltung. Trotz einer Preisrally um zehn Prozent seit Jahresbeginn erscheint Baumwolle noch nicht teuer bewertet. Aufgrund der nach wie vor positiven technischen Unterstützung halten wir trotz unserer vorsichtigen fundamentalen Einschätzung einen Preisanstieg weiterhin für möglich. Da die technischen Faktoren den Ausschlag geben, sind allerdings die Risiken für unsere positive Haltung gestiegen“, so die Credit-Suisse-Analysten.