Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit kräftigen Kursverlusten ins Wochenende verabschiedet. Der Leitindex DAX geriet vor allem am Nachmittag zunehmend unter Druck und verlor bis zum Handelsschluss 3,09 Prozent auf 5.414,96 Zähler. Kein einziges Schwergewicht am deutschen Aktienmarkt blieb dabei im positiven Bereich.

    Sorgen bereiten den Börsianern Berichte, wonach der US-Finanzkonzern CIT Group offenbar vor dem Bankrott steht. Dem können auch positive US-Konjunkturdaten derzeit offenbar nichts entgegensetzen. Der Konsumklima-Index der Universität Michigan und die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in der Region Chicago sind stärker gestiegen als erwartet, während die persönlichen Ausgaben im September wie erwartet um 0,5 Prozent sanken. Angesichts der Rallye seit März ist inzwischen eine kräftige Konjunkturerholung eingepreist und das Aufwärtspotenzial erst einmal begrenzt, sagen Händler.

    Eher nachdenklich stimmt auch, dass der Einzelhandelsumsatz in Deutschland im September 2009 überraschend gesunken ist. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes lag der Umsatz im deutschen Einzelhandel nominal 4,8 Prozent und real 3,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum August 2009 sank der Umsatz unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal und real jeweils um 0,5 Prozent, nachdem er im Vormonat bereits um 1,8 Prozent (real) nachgegeben hatte. Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 1,0 Prozent erwartet.

    Zu den schwächsten Werten im DAX gehörten die Siemens-Aktien, die sich um 4,73 Prozent auf 61,47 Euro verbilligten. Wie das "Handelsblatt“ berichtet, droht ein möglicher Auftrag der Deutschen Bahn über 300 neue IC- und ICE-Züge zu platzen. Die einzigen Angebote, von Siemens und Alstom, seien zu teuer.

    Die rote Laterne im DAX trugen am Freitag die Infineon-Aktien, die um 5,26 Prozent auf 3,06 Euro nachgaben. Dabei waren die Papiere mit einem deutlichen Plus in den Handel gestartet, nachdem der koreanische Elektronikkonzern Samsung (inzwischen der weltgrößte Speicherchiphersteller) positive Quartalszahlen vorgelegt hatte.

    Mit einem Minus von 2,42 Prozent auf 11,50 haben die Aktien der Deutschen Post AG am Freitag etwas besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Der Logistikkonzern und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich bei den Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten der Post auf eine Nullrunde beim Lohn in den Jahren 2010 und 2011 geeinigt. Das soll zu einer deutlichen Kostenentlastung in Höhe von rund 140 Millionen Euro im Jahr 2010 und rund 230 Millionen Euro im Jahr 2011 führen, so die Deutsche Post am Freitag.

    Die Beiersdorf-Aktien verloren am Freitag nur 0,10 Prozent und konnten sich damit an die DAX-Spitze setzen, wozu ein positives Analystenurteil beitrug.

    In der zweiten Reihe konnten Aixtron und Demag Cranes von Analystenempfehlungen profitieren.