Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Kursabschlägen in die neue Woche gestartet. Fusionsfantasien sorgen bei manchen Titeln für gesteigertes Interesse der Anleger. Trotz guter Vorgaben und des am Freitag deutlich gefallenen Ölpreises springt die Euphorie aber nicht auf den Gesamtmarkt über. Bei geringen Umsätzen und bescheidener Nachrichtenlage scheint für viele Anleger und Händler nach den Kursgewinnen vom Freitag erst einmal abwarten angesagt zu sein. Zur Stunde notiert der Dax 0,23% im Minus bei 6.328,03 Punkten.

    Spitzenreiter im Dax sind die Aktien von Infineon, die 1,60% auf 6,04 Euro zulegen. Einem Pressebericht zufolge ist der US-Speicherchiphersteller Micron Technologies an einer Übernahme der Infineon-Tochter Qimonda interessiert. Infineon ist seit längerem auf der Suche nach einem Käufer oder Partner für die defizitäre Speicherchip-Sparte.

    Medienberichten zufolge gehen die Fusionsverhandlungen zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank in ihre entscheidende Phase. Der Aufsichtsrat der Commerzbank will sich Ende kommender Woche zu einer außerordentlichen Sitzung treffen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sind sich Commerzbank und Allianz über die Grundzüge der Transaktion bereits einig, auch wenn der Deal noch nicht in trockenen Tüchern sei. Die Aktien des Dresdner-Bank-Mutterkonzerns Allianz legen um 1,33% auf 108,89 Euro zu, während die Commerzbank-Aktien 0,95% auf 20,32 Euro verlieren.

    Fusionsphantasien gibt es auch in der Luftfahrbranche. Lufthansa, TUI und Arcandor verhandeln nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" bereits seit einigen Wochen über einen Zusammenschluss ihrer Billigflieger Germanwings und TUIfly mit der Chartergesellschaft Condor. Davon profitieren vor allem die Arcandor-Aktien, die sich um 5,21% auf 5,86 Euro verteuern. Weniger Auftrieb haben die Lufthansa-Aktien, mit denen es 0,35% auf 14,39 Euro nach unten geht. Die Kranich-Airline wird für die defizitäre Austrian Airlines mitbieten.

    Die adidas-Aktien verlieren 1,91% und führen damit die Verliererliste im Dax an, obwohl das Unternehmen ein positives Fazit der Olympischen Spiele in Peking gezogen hat.