Madrid (BoerseGo.de) - Spanien will eine erneute Verschiebung der mit der EU vereinbarten Sparziele für den Staatshaushalt erreichen. Das Maastricht-Defizitziel von drei Prozent solle erst 2016 und nicht bereits wieder 2014 eingehalten werden, beschloss das spanische Kabinett am Freitag. Im vergangenen Jahr war das Defizit unerwartet auf 10,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angestiegen, von 9,4 Prozent im Vorjahr. Verantwortlich für den Anstieg der Neuverschuldung war insbesondere ein Rettungspaket für die spanischen Banken. Mitte 2012 war das Defizitziel bereits um ein Jahr von 2013 auf 2014 verschoben worden.

Die spanische Regierung reduzierte am Freitag auch ihre Wachstumsprognose deutlich. Im laufenden Jahr soll die Wirtschaft nun um 1,3 Prozent schrumpfen, nachdem im September 2012 nur ein Minus von 0,5 Prozent erwartet worden war. Für das kommende Jahr wird nun ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Mitte des vergangenen Jahres hatte die spanische Regierung für 2014 noch ein Wachstum um 1,2 Prozent in Aussicht gestellt. Für 2015 rechnet die spanische Regierung nun mit einem BIP-Plus von 0,9 Prozent.