Frankfurt (BoerseGo.de) - Deutsche Bank Co-Chef Anshu Jain hat sich bei der heutigen Hauptversammlung seines Instituts in Frankfurt erstmals auf Deutsch an die Aktionäre gewandt. „Dies ist ein bewegender Tag für mich. Jürgen Fitschen und ich sind beide rund 20 Jahre bei der Deutschen Bank“, sagte der 50-jährige. „Danke auch für Ihre Geduld mit meinem Deutsch“, sagte er. Er hielt sich vorwiegend an den Redetext: „Ich hoffe, bei der nächsten Hauptversammlung ist mein Deutsch etwas besser.“ Der gebürtige Inder sprach mehrere Minuten über den Kulturwandel und die Kapitalausstattung der Bank. Jain erklärte, das Management habe erkannt, dass ein umfassender Kulturwandel nötig sei: „Wir wissen aber auch, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben.“ Am Universalbankmodell vom Kapitalmarktgeschäft bis zu Privatkunden soll aber festgehalten werden.

    Co-Chef Jürgen Fitschen betonte in seiner Rede den Willen zu einem tiefgreifenden Umbau des Konzerns. „Ja, in der Vergangenheit wurden Fehler gemacht. Sie belasten uns materiell und - schlimmer noch - sie belasten unseren guten Ruf“, sagte er. Zudem warnte Fitschen vor zuviel Optimismus angsichts der Rekordjagd an den Börsen. Das Risiko, dass die fiskalpolitischen Schwierigkeiten in den USA und die Folgen der europäischen Schuldenkrise unterschätzt werden könnte, sei sehr hoch. Insgesamt sehe die Bank nach turbulenten Zeiten 2013 aber gute Chancen für eine Stabilisierung der Weltkonjunktur.

    Die Doppelspitze äußerte sich auch zuversichtlich, künftig wieder eine höhere Dividende ausschütten zu können. In diesem Jahr gibt es 75 Cent je Aktie. Nach der Stärkung der Kapitalausstattung in der letzten Zeit könne die Bank sich nun wieder auf Wachstum konzentrieren. „Das sehr gute erste Quartal 2013 gibt uns Rückenwind“, sagte Fitschen. „Wir sind gut aufgestellt und für die Zukunft gut gerüstet“. Der Manager bestätigte auch die Mittelfristziele bis 2015. Dann soll allein das Privatkundengeschäft einen Vorsteuergewinn von 3 Milliarden Euro erzielen, (Vj: 1,5 Mrd. Euro). Das Transaktionsgeschäft und die Vermögensverwaltung sollen ihre Profitabilität verdoppeln. Im Investmentbanking will der Vorstand die Aufwand-Ertrags-Quote auf unter 65 Prozent senken und mit der Eigenkapitalrendite nach Steuern international mit an der Spitze liegen.