Dublin (BoerseGo.de) - Die Euro-Finanzminister haben bei ihrem Treffen in Dublin die internationalen Finanzhilfen für Zypern beschlossen. Außerdem unterstützt die Eurogruppe die von der Troika vorgeschlagene Laufzeitverlängerung der Hilfskredite an Portugal und Irland um durchschnittlich sieben Jahre, wie Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach dem Treffen sagte.

Zypern soll von seinen Euro-Partnern Kredite von neun Milliarden Euro und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) Kredite über eine Milliarde Euro erhalten. Das Gesamtvolumen der Hilfen beläuft sich damit wie bisher geplant auf 10 Milliarden Euro.

Am Donnerstag hatte die Regierung des Inselstaats mitgeteilt, dass der Finanzbedarf von bislang 17,5 auf nun 23 Milliarden Euro gestiegen sei. Außerdem hatte Präsident Präsident Nikos Anastasiades am Freitag in einem Schreiben an die EU-Spitzen zusätzliche Unterstützung für sein Land gefordert. Damit seien aber Subventionen und Gelder aus Kohäsionsfonds der EU gemeint und keine zusätzlichen Hilfskredite, sagte der zyprische Regierungssprecher am Freitag.

Rund 13 Milliarden Euro muss Zypern selbst aufbringen, unter anderem durch die teilweise Beschlagnahmung von Bankguthaben. In dem nun genannten Finanzbedarf von insgesamt 23 Milliarden Euro seien aber Puffer enthalten, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Der Bundestag muss dem Zypern-Hilfspaket noch zustimmen. Außerdem muss der Inselstaat noch eine Absichtserklärung über die eigenen Maßnahmen mit seinen Euro-Partnern abschließen, was bis Ende kommender Woche geschehen soll.

Die Verlängerung der Hilfskredite für Portugal und Irland muss noch von den nationalen Parlamenten gebilligt werden. Auch der EU-Finanzministerrat muss den Entscheidungen noch zustimmen. Durch die Verlängerung der Laufzeit verteilen sich die Tilgungs- und Zinslasten der Hilfskredite auf einen größeren Zeitraum. Beide Länder hatten deshalb seit längerem auf eine Laufzeitverlängerung gedrängt.