Hamburg (BoerseGo.de) - Es wäre fatal, auf die pure Hoffnung zu spekulieren, dass alles wieder gut wird, befindet Robert Vitye, Geschäftsführer der Solit Kapital Gesellschaft, mit Blick auf die Schuldenkrise der Euroländer und anderer Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten. Ihm zufolge ist es bereits abzusehen, dass unser heutiges, ungedecktes Währungsregime schleichend das gleiche Schicksal ereilt, wie vor ihm jedes ungedeckte Währungssystem der Menschheitsgeschichte: es zerfällt.

„Dieser Prozess geht so langsam vor sich, dass er den Menschen im Alltag kaum auffällt. Ein Euro bleibt doch ein Euro, sagen viele. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass sowohl die Fiskalpolitiker in den Regierungen als auch die Geldpolitiker in den Notenbanken längst in den absoluten Währungskrisenmodus gewechselt sind: Es werden Verträge gebrochen, Statistiken geschönt und juristische Schlupflöcher zu Kratern ausgeweitet, es wird hemmungslos Geld gedruckt und gelogen, dass sich die Balken biegen“, schreibt Vitye in seinem aktuellen Marktkommentar. „Der unvermeidliche Zusammenbruch des Euro-Systems in seiner jetzigen Form wird sich dadurch jedoch lediglich etwas hinauszögern“, ist Vitye überzeugt.

Ihm zufolge sollten Anleger stattdessen jetzt so viele Euro-Scheine wie möglich in Gold und Silber umtauschen. In den Medien entstand zwar in den vergangenen Wochen der Eindruck, dass Gold und Silber zuletzt im Vergleich zu anderen Asset-Klassen schlecht performt hätten. In Anbetracht der hohen Volatilität, gerade bei Silber, ist dieser Eindruck auf subjektiver Ebene nachvollziehbar. Faktisch ist er jedoch falsch, wie Vitye anmerkt.

Der Goldpreis konnte nach der ausgedehnten Korrektur im September und Oktober sein positives Momentum wieder aufnehmen. Vor allem in Euro halten sich die Notierungen des gelben Edelmetalls sehr gut. Zurück zu führen ist dies unter anderem auf die Schwäche des Euro im Zuge der weiteren Eskalation der europäischen Schuldenkrise und auf die sehr robuste Nachfrage von institutioneller und privater Seite.

Für die noch verbleibende Handelszeit in diesem Jahr erwarten Vitye und sein Team aus saisonalen Gründen einen positiven Verlauf der Preise für Gold und Silber. Die Diskussion um die Heranziehung der EZB zur Staatsfinanzierung via Notenpresse gewinnt an Schärfe und Nachdruck. Sobald sich die ökonomischen Rahmendaten für jeden sichtbar auch in Deutschland eintrüben, wird die Bastion derer, die Geldwertstabilität dem Krisenmanagement durch Gelddrucken vorziehen, endgültig fallen und die monetären Edelmetalle Gold und Silber werden in unmittelbarer Reaktion in preislich neue Dimensionen vordringen.