Neun Raffinerien im Süden der USA mit einer Gesamtkapazität von 2 Millionen Barrel pro Tag sind abgeschalten und können nicht ohne weiteres wieder in Betrieb genommen werden, bevor nicht die Stromversorgung im Süden der USA wieder hergestellt ist. Nach Angaben eines US-Senators im Bundesstaat Louisiana stehen drei dieser Raffinerien „unter Wasser“, so Reuters. Vier weitere Raffinerien könnten nur mit geringerer Leistung betrieben werden.

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95,2 Prozent der Öl- und Erdgasproduktion im Golf von Mexiko steht still. Damit fehlen täglich 1,7 Millionen Barrel Rohöl, oder 7 Prozent der Gesamtnachfrage der Vereinigten Staaten.

Der größte Ölkonzern der Welt, Exxon Mobil, gab am Mittwoch bekannt, dass die Schäden an den eigenen Offshore-Förderanlagen begrenzt seien. Murphy Oil Corp teilte hingegen mit, dass seine zwei Ölförderanlagen im Golf schwere Schäden davon getragen hätten. Eine Ölplattform sei direkt von dem Auge des Hurrikans betroffen gewesen. Dort herrschten Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Weder Exxon noch Murphy gaben Schätzungen darüber ab, wie lange es wohl noch dauern werde, um die beschädigten Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen.

Exxon Mobil teilte mit, dass der Schlüssel für die Erhöhung der Kapazitätsauslastung der Raffinerie Baton Rouge am Missisipi-Ufer nordöstlich von New Orleans in der Wiederaktivierung der Pipelines und der Transportwege liege. So müsse beispielsweise der Schiffsverkehr auf dem Missisipi wieder in Betrieb genommen werden, um Arbeiter in die Anlage zu bringen.

Die Menschen in der Katastrophenregion haben aber wohl zurzeit ganz andere Sorgen, als wieder an die Arbeit zu gehen. New Orleans steht unter Wasser – „Spiegel Online“ berichtet über weiter steigende Pegelstände. Die Stadt werde evakuiert und scheint verloren. Die Dämme der unter dem Meeresspiegel liegenden Stadt haben nicht gehalten und große Teile der Stadt stehen unter Wasser. Und obwohl Helfer alles tun, um die Wassermassen aufzuhalten, erwarten Experten vor Ort, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Stadt völlig überschwemmt sein wird.

„Da unten herrscht der Ausnahmezustand und wir hatten bisher keine Gelegenheit, uns ein Bild zu machen“, gesteht Exxon Mobil Pressesprecherin Prem Nair ein. Auf die Frage, ob eine der unter Wasser liegenden Raffinerien zu Exxon gehören würde, sagte Sie nur kurz: „Wir wissen es nicht.“