Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Bankinstitute in Europa sind sich laut einem Pressebericht zunehmend unsicher darüber, ob die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“, lagern ausländische Institute aus diesem Grund ihre Geldreserven vermehrt bei der Deutschen Bundesbank ein und meiden die Zentralbanken anderer Euro-Staaten. Dahinter stehe die Befürchtung, die Guthaben könnten in einem anderen Land an Wert verlieren, sollte es aus dem gemeinsamen Währungsraum austreten, mutmaßt die Zeitung.

Die Kredite von Zweigstellen ausländischer Banken an deutsche Institute haben sich innerhalb eines Jahres auf 184 Milliarden Euro mehr als vervierfacht, schreibt die FTD unter Bezug auf Zahlen der Bundesbank. Gestiegen seien vor allem kurzfristige Darlehen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Eine Bestätigung dieses Trends seitens der Bundesbank ist bislang nicht erfolgt. Laut FTD weist die Bundesbank in ihrem Geschäftsbericht für 2011 aber selbst darauf hin, dass die genutzte sog. Einlagenfazilität in der zweiten Jahreshälfte 2011 von durchschnittlich 57 auf 254 Milliarden Euro angestiegen ist und zwar „weil sie schwerpunktmäßig von Banken von einer anderen Gruppe von Ländern“ in Anspruch genommen wurde.

Das Verhalten der Geldhäuser markiere eine neue Stufe der Verunsicherung seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise, folgert die FTD. Weil sich die Geschäftsbanken gegenseitig misstrauten, liehen sie sich untereinander kaum noch Geld. Stattdessen deponierten sie ihre Liquiditätsreserven bei den Notenbanken. Nun mehrten sich aber auch die Zweifel an der Sicherheit dieser Einlagen. Die Zentralbanken hoch verschuldeter Peripheriestaaten würden aufgrund der Gefahr eines Euro-Austritts als riskant gelten. Von Deutschland würden die Banken eine höhere Sicherheit ihrer Zentralbank-Einlagen versprechen, so die Vermutung.