Der US-Dollar kann im europäischen Handel am Mittwochvormittag einen Teil der gestrigen Verluste auf breiter Basis wettmachen. Zwischenzeitlich geriet die US-Valuta jedoch erneut ins Hintertreffen. Auslöser war das Sitzungsprotokoll des letzten Treffens des geldpolitischen Rats der Bank of England (BoE), bei dem sowohl die Entscheidung, den Leitzins unverändert bei 0,50 Prozent zu belassen, als auch das Anleihenkaufprogramm nicht weiter aufzustocken, einstimmig getroffen wurde. In den vergangenen Monaten hatte es immer einige Abweichler gegeben, die für eine Ausweitung der Anleihenkäufe im Volumen von bisher 375 Milliarden GBP gestimmt hatten – darunter war auch der ehemalige Notenbankgouverneur Mervyn King gewesen. Das letzte Treffen fand erstmals unter der Leitung des neuen Gouverneurs Mark Carney statt.

Hinzu kommt der besser als erwartet ausgefallene britische Arbeitsmarktbericht. So ist die Zahl der Arbeitslosen (mit Leistungsanspruch) im Juni um 21.200 gesunken. Analysten hatten im Konsens lediglich mit einem Rückgang um 8.000 gerechnet, nach einem Minus um 16.200 im Vormonat, während die Arbeitslosenquote im Juni überraschend von 4,5 Prozent auf 4,4 Prozent zurückging. Im Konsens war ein unveränderter Wert erwartet worden. Nach Maßstab der International Labour Organization (ILO) lag die Arbeitslosenquote im Mai weiterhin bei 7,8 Prozent, während die Zahl der Arbeitslosen um 57.000 sank (Vormonat minus 5.000). GBP/USD notiert noch immer im Plus, hat einen Teil der in einer ersten Reaktion bis 1,5246 in der Spitze gemachten Gewinne jedoch bereits wieder abgegeben.

USD/JPY hat die gestrigen Verluste bis 98,89 im Tief zu einem Großteil wieder wettgemacht und notierte bislang bei 99,83 in der Spitze. Das Sitzungsprotokoll des letzten Treffens der Bank of Japan vom 10./11. Juni hat keine Überraschungen gebracht. Neu geldpolitische Lockerungen wurden nicht implementiert. Stattdessen wurde bestätigt, dass die Geldbasis jährlich um 60 bis 70 Billionen Yen zu erhöht werden soll. Zudem hieß es, dass man solange mit den geldpolitischen Lockerungen fortfahren werde, bis das zweiprozentige Inflationsziel erreicht sei. Erwartet wird weiterhin, dass die Verbraucherpreise allmählich auf Jahressicht in den positiven Bereich steigen. Diskutiert wurde auch über die starke Volatilität am Markt für japanische Staatspapiere, Maßnahmen zu deren Eindämmung wurden jedoch nicht beschlossen.

EUR/USD ist vom gestrigen Hoch bei 1,3173 bislang bis zutiefst 1,3120 zurückgefallen. Im Fokus liegt heute die Anhörung von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses, die um 16:00 Uhr MESZ beginnt. Nachdem es zuletzt einige Verwirrung um den Beginn der Reduzierung der Anleihenkäufe gegeben hatte, erhofft sich der Markt von den heutigen Äußerungen Bernankes mehr Klarheit über die Haltung der Federal Reserve Bank (Fed) zum aktuellen Anleihenkaufprogramm.

Zuvor stehen um 14:30 Uhr MESZ die US-Baubeginne und -genehmigungen im Juni zur Veröffentlichung an. Erwartet wird im Konsens, dass die Baubeginne um 0,95 Millionen gestiegen sind (zuvor 0,91 Millionen), während die Baugenehmigungen um 1,00 Millionen zugelegt haben dürften (Vormonat 0,99 Millionen). Gleichzeitig zur Bernanke-Rede steht um 16:00 Uhr MESZ auch der Zinsentscheid der Bank of Canada (BoC) auf der Agenda. Erwartet wird im Konsens, dass die BoC ihren Leitzins unverändert bei 1,00 Prozent belassen wird. Die letzte Veröffentlichung des Tages steht um 20:00 Uhr MESZ mit der Veröffentlichung des Beige Book, dem Konjunkturbericht der Fed, an.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.