Die Währungspaare EUR/JPY und USD/JPY verzeichnen am Freitag kräftige Kursverluste. Hintergrund ist offenbar die wieder aufgeflammte Krisenstimmung an der japanischen Börse. Der Yen gilt trotz der expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank noch immer als sicherer Hafen bei vielen Anlegern. Dies führt zu der paradoxen Situation, dass verstärkt Yen gekauft werden, wenn es am japanischen Aktienmarkt abwärts geht. An der Börse in Tokio war der Nikkei-225-Index am Freitag um 2,97 Prozent auf 14.129,98 Punkte gesunken.

    Die stark expansive Geldpolitik der japanischen Notenbank zeigt unterdessen Wirkung. Die japanischen Verbraucherpreise legten im Juni um 0,2 Prozent im Jahresvergleich zu, nachdem im Vormonat noch ein Rückgang um 0,3 Prozent verzeichnet worden war. Die Volkswirte hatten für Juni nur mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Der Kernindex, der die Entwicklung der Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel abbildet, stieg im Juni um 0,4 Prozent im Jahresvergleich. Hier war im Schnitt nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet worden. Auch im Großraum Tokio legten die Verbraucherpreise im Juni unerwartet stark zu.

    EUR/USD präsentiert sich am Freitag etwas fester. Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,3284. Am Donnerstagnachmittag hatte die EZB den Referenzkurs noch auf 1,3202 festgelegt. Händler sprechen von vergleichsweise geringen Umsätzen und einer geringen Volatilität.

    Wichtige Wirtschaftsdaten sind am Freitag Mangelware. Am späten Nachmittag könnte die endgültige Veröffentlichung des US-Konsumklima der Uni Michigan (15.55 Uhr) noch für etwas Bewegung sorgen, bevor sich die Händler ins Wochenende verabschieden.

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.