Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Tage bis 1,3390 in der Spitze kommt es bei EUR/USD zum Wochenschluss zu einer Korrektur, die das Währungspaar bislang bis 1,3314 im Tief zurückfallen ließ. Zentrales Thema am Devisenmarkt ist nach wie vor der geldpolitische Kurs der Notenbanken, wobei den US-Dollar paradoxerweise in jüngster Zeit die Erwartung unter Druck gesetzt hat, dass die Federal Reserve Bank (Fed) dank einer sich verbessernden konjunkturellen Lage ihre Anleihenkäufe zurückfahren könnte.

    Ein Bericht im Wall Street Journal beruhigte nun jedoch die Gemüter. Fed-Beobachter Jon Hilsenrath schrieb, Fed-Präsident Ben Bernanke dürfte im Zuge des Zinsentscheides in der kommenden Woche einen nur ganz allmählichen Rückzug aus den Anleihekäufen ankündigen und mit Zinsanhebungen noch längere Zeit warten. GBP/USD gibt im Verbund mit EUR/USD ebenfalls nach und notierte bislang bei 1,5613 im Tief.

    Auch in Japan steht die Notenbankpolitik weiterhin im Fokus. Das über Nacht veröffentlichte Sitzungsprotokoll des Treffens der Bank of Japan (BoJ) vom 21./22. Mai enthüllt, dass sich die BoJ die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Lockerungen vorbehält. Ein BoJ-Mitglied gab jedoch zu bedenken, dass es schwierig werden könnte, binnen zweier Jahre das zweiprozentige Inflationsziel zu erreichen. USD/JPY hat sich über Nacht vom Tief bei 93,76 bis 95,81 in der Spitze erholt, jedoch mittlerweile bereits wieder den Rückwärtsgang eingelegt und notiert gegen 11:10 Uhr MESZ bei 95,10.

    Jüngste Daten aus der Eurozone sind gemischt ausgefallen. So stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai laut endgültiger Veröffentlichung um 0,1 Prozent im Monatsvergleich, nach einem Rückgang um 0,1 Prozent im April. Auf Jahressicht ergibt sich ein Anstieg um 1,4 Prozent, nach plus 1,2 Prozent im Vormonat. Die Zahl der Erwerbstätigen ging hingegen im ersten Quartal sequenziell um 0,5 Prozent zurück. Erwartet worden war im Konsens ein Rückgang um 0,2 Prozent nach minus 0,3 Prozent im Vorquartal.

    Die nächsten Handelsimpulse dürften die am Nachmittag anstehenden US-Daten liefern. Den Auftakt machen um 14:30 Uhr MESZ die Erzeugerpreise im Mai und die Leistungsbilanz im ersten Quartal. Zentral für die Spekulationen um das Anleihenkaufprogramm der Fed sind jedoch erst die Industrieproduktion im Mai, die um 15:15 Uhr MESZ ansteht (Konsens plus 0,2 nach minus 0,5 Prozent) und der Michigan Sentiment Index um 15:55 Uhr MESZ. Analysten erwarten im Konsens, dass der Verbrauchervertrauensindex im Juni auf 84,9 Punkte gestiegen ist (Mai: 84,5 Zähler).

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.