Die Risikoaversion ist zum Wochenschluss wieder gestiegen, wovon als „sichere Häfen“ insbesondere der Schweizer Franken und der japanische Yen profitieren. Zwar wird sich Großbritannien nach der Niederlage der britischen Regierung bei der Abstimmung im Parlament nicht an einem Militärschlag beteiligen, doch könnten die USA auch zu einem Alleingang bereit sein. Da die diesbezügliche Entwicklung nicht abzusehen ist und es noch lange hin ist, bis die US-Märkte nach dem langen Wochenende in den USA am Dienstag wieder öffnen (in den USA ist Montag ein Feiertag), gehen zahlreiche Investoren lieber auf Nummer sicher. EUR/CHF gab bislang bis 1,2302 nach, während EUR/JPY bis zutiefst 129,52 absackte.

Jüngste Daten aus Japan sind gemischt ausgefallen. So ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August von 50,7 auf 52,2 Punkte gestiegen und auch die Verbraucherpreisteuerung hat sich wie von der Bank of Japan gewünscht weiter erhöht. Landesweit stiegen die Verbraucherpreise im Juli wie erwartet um 0,7 Prozent im Jahresvergleich, nach plus 0,4 Prozent im Juni. Im Großraum Tokio lag die Inflationsrate im August wie erwartet bei 0,4 Prozent im Jahresvergleich, nach plus 0,3 Prozent im Juli. Zudem hat sich die Arbeitslosenquote im Juli überraschend von 3,9 Prozent auf 3,8 Prozent verringert (Konsens 3,9 Prozent). Die Industrieproduktion enttäuschte jedoch im Juli mit einem Anstieg um lediglich 3,2 Prozent im Monatsvergleich. Erwartet worden war hier im Konsens ein deutlicherer Anstieg um 3,9 Prozent, nach minus 3,1 Prozent im Juni.

EUR/USD konsolidiert im europäischen Handel am Freitagvormittag die deutlichen Vortagsverluste bis 1,3217. Der eben gemeldete und ebenso umfangreiche Datenmix aus der Eurozone ist überwiegend besser ausgefallen als erwartet. So verbesserten sich die Wirtschaftsstimmung, der Konjunkturklimaindikator, das Industrie-, Dienstleister- und Verbrauchervertrauen allesamt stärker als erwartet – verharren aber dennoch weiterhin im negativen Bereich. Die Inflationsrate in der Eurozone verringerte sich im August mit einem Rückgang auf 1,3 Prozent im Jahresvergleich stärker als erwartet. Analysten hatten im Konsens mit einem Wert von 1,4 Prozent gerechnet, nach einer Teuerung um 1,6 Prozent im Juli. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone blieb im Juli wie erwartet weiter auf einem Rekordhoch von 12,1 Prozent.

Auch der US-Wirtschaftskalender am Nachmittag ist gut bestückt. Den Auftakt machen um 14:30 Uhr MESZ die persönlichen Einkommen und Ausgaben im Juli. Erwartet wird im Konsens ein Anstieg der Konsumausgaben im Juli um 0,3 Prozent im Monatsvergleich, nach plus 0,5 Prozent im Juni. Um 15:45 Uhr MESZ folgt der Chicagoer Einkaufsmanagerindex für August (Konsens 53,0 nach 52,3 Punkten). Den Datenreigen beschließt um 15:55 Uhr MESZ der Michigan Sentiment Index (endgültig). Analysten erwarten im Konsens, dass der Konsumklimaindex von 85,1 Zählern im Juli auf 80,5 Punkte im August gefallen ist.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.