Der US-Dollar kann im europäischen Handel am Freitag auf breiter Basis einen Teil der Verluste der vergangenen Handelstage wieder wettmachen. EUR/USD ist nach der Rally bis 1,3207 in der Spitze infolge der zurückgesetzten Erwartung, dass bereits im September eine erste Reduzierung der US-Anleihenkäufe anstehen könnte, bis bislang zutiefst 1,3033 zurückgefallen.

EZB-Vizechef Vitor Constancio hat über Nacht noch einmal das Niedrigzinsversprechen der EZB bekräftigt. Dass Europa bei der konjunkturellen Erholung hinter den USA zurückbleibe, rechtfertige im Verbund mit den geringen Inflationsrisiken, dass die Geldpolitik für einen längeren Zeitraum locker bleibe, sagte Constancio bei einer Rede in Singapur.

Kaum reagiert haben die EUR/USD-Notierungen am Morgen auf die Nachricht, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s den Ausblick für Irland von „stabil“ auf „positiv“ angehoben hat, derweil das „BBB+“-Rating beibehalten wurde.

Die Industrieproduktion der Eurozone ist im Mai um 0,3 Prozent im Monatsvergleich gesunken. Analysten hatten im Konsens auf dieser Basis einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet, nach einem Anstieg um 0,5 Prozent im April (revidiert von plus 0,4 Prozent).

USD/JPY notiert mit aktuell 99,04 nur geringfügig im Plus. Die japanische Industrieproduktion ist im Mai mit einem Anstieg um 1,9 Prozent laut Revision nicht so stark gestiegen wie zunächst mit plus 2,0 Prozent gemeldet. Im April war ein Plus von 0,9 Prozent gemeldet worden.

Aus den USA stehen um 14:30 Uhr MESZ die Erzeugerpreise im Juli zur Veröffentlichung an. Analysten rechnen im Konsens mit einem Plus von 0,5 Prozent im Monatsvergleich wie zuletzt. Um 15:55 Uhr MESZ folgt der vorläufige Michigan Sentiment Index, das Konsumklima der Uni Michigan. Erwartet wird für Juli im Konsens ein Anstieg von 84,1 auf 85,0 Punkte.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.