Der US-Dollar entwickelt sich im europäischen Handel am Dienstag gegenüber den anderen Hauptwährungen uneinheitlich. EUR/USD trat den größten Teil des Vormittags unterhalb der 1,31er-Marke auf der Stelle, wobei die morgige Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses und die Veröffentlichung des Beige Books bereits ihre Schatten vorauswerfen.

Ein bisschen Bewegung kam auf, nachdem der deutsche ZEW-Index gemeldet wurde. Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juli deutlich verschlechtert. So fiel der Index von 38,5 Punkten im Juni entgegen den Erwartungen überraschend auf 36,3 Zähler. Erwartet worden war im Konsens hingegen ein Anstieg auf 39,9 Punkte. EUR/USD notierte im Tief bei 1,3050, erholte sich jedoch schnell wieder.

GBP/USD gibt hingegen deutlich nach und notierte im Tief bislang bei 1,5042. Grund sind die am Vormittag gemeldeten britischen Inflationsdaten. So sind die britischen Verbraucherpreise im Juni um 2,9 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Obwohl dies der höchste Wert seit April 2012 ist, bewerten einige Marktteilnehmer die Tatsache, dass der Wert unterhalb der Konsensschätzung von plus 3,0 Prozent liegt, als „Quantitative-Easing“-freundlich. Weitere geldpolitische Lockerungen der Bank of England unter Führung des neuen Gouverneurs Mark Carney scheinen nicht ausgeschlossen.

AUD/USD erholt sich nach Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls des letzten Treffens der Reserve Bank of Australia (RBA) weiter von seinem am Freitag erreichten 34-Monatstief bei 0,8997 und notierte bislang bei 0,9207 in der Spitze. Das Protokoll enthüllte, dass die Währungshüter nicht so zinspessimistisch sind wie erwartet. Die jüngste Abwertung des Austral-Dollars könnte zu einem leichten Anstieg der Inflation führen, hieß es, womit sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im August verringert.

Der US-Wirtschaftskalender am Nachmittag ist prall gefüllt. Ein Highlight ist die Veröffentlichung der Verbraucherpreise im Juni um 14:30 Uhr MESZ. Analysten erwarten im Konsens einen Anstieg um 0,3 Prozent im Monatsvergleich, nach zuletzt plus 0,1 Prozent. Ein anderes ist die Industrieproduktion im Juni. Die Konsensschätzung kalkuliert mit einem Plus von 0,3 Prozent im Monatsvergleich, nach einem unveränderten Wert im Mai.

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