Nürnberg (BoerseGo.de) - Angesichts stark eingetrübter Konjunkturaussichten und die Erwartung zusätzlicher Preiserhöhungen hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher unerwartet deutlich eingetrübt. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, prognostiziert der Konsumklimaindex für September einen Stand von 1,5 Punkten, nach revidiert 1,9 (vorläufig: 2,1) Punkten im August. Die Volkswirte hatten dagegen nur mit einem leichten Rückgang auf 2,0 Punkte gerechnet.

Nachdem die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2008 erstmals seit rund vier Jahren ein leicht negatives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte, zeige sich bei den Verbrauchern zunehmender Konjunkturpessimismus, so die GfK. So hat die Konjunkturerwartung nach einem Minus von 15,5 Punkten im Vormonat im August nochmals deutlich um 13,8 Punkte nachgegeben und liegt nun bei minus 20 Punkten. Dieser Wert wurde letztmals vor über vier Jahren im Juli 2004 unterschritten.

Trotz der deutlichen Rückgänge bei den Rohölpreisen betrachteten die Konsumenten die Entwicklung der Kaufkraft weiter pessimistisch, erklärt die GfK weiter. Der Indikator zur Einkommenserwartung liegt im August bei minus 16,8 Punkten. Im Vergleich zum Juli bedeutet dies eine leichte Erholung um 3,2 Zähler. Im langfristigen Vergleich bewegt sich der Indikator aber weiterhin auf unterdurchschnittlichem Niveau.

Die zuletzt stark gestiegenen Preise der Erzeuger und im Großhandel ließen auch für die Preisentwicklung bei anderen Gütern des täglichen Bedarfs kaum auf Entlastung hoffen. Folglich werde trotz deutlicher nominaler Einkommenszuwächse das real für den Konsum zur Verfügung stehende Einkommen in diesem Jahr aufgrund der Inflation kaum zunehmen. Somit verspüren die Konsumenten derzeit wenig Lust auf größere Anschaffungen. Der Indikator, der die Anschaffungsneigung misst, büßte daher 1,7 Zähler auf minus 27,9 Punkte ein.