London (BoerseGo.de) – Gold behauptet sich am Mittwoch weiterhin über der 1.300er-US-Dollar-Marke und notiert gegen 16:00 Uhr MESZ mit einem Plus von 0,53 Prozent bei 1.328,30 US-Dollar je Feinunze. Investoren wägen dabei die nächsten geldpolitischen Schritte der US-Notenbank gegen die gestiegene physische Nachfrage ab, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

    65 Prozent der von Bloomberg befragten Analysten erwarten, dass die Federal Reserve Bank (Fed) im September mit der Reduzierung ihrer Anleihenkäufe im Volumen von aktuell 85 Milliarden US-Dollar beginnen wird. Die Implementierung der Quantitative-Easing-Maßnahmen hatte die Goldpreisrally der vergangenen Jahre befördert, so dass die erwartete Rückführung der geldpolitischen Stimuli den Goldpreis negativ beeinflusst.

    Gleichzeitig stützt die gestiegene chinesische Nachfrage. Diese hat in der ersten Hälfte 2013 im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 706,4 Tonnen zugelegt. Die Verkäufe von Goldbarren stiegen um 87 Prozent, während die Schmucknachfrage um 44 Prozent anzog. Im gesamten Jahr 2012 hatte China 832,2 Tonnen Gold nachgefragt.

    „Die Investoren sind im Vorfeld des September-Treffens der Fed nach wie vor vorsichtig, wobei jedwedes Anzeichen, dass die Fed ihre Anleihenkäufe reduziert, bärisch für Gold ist“, zitiert Bloomberg Xia Yingying, Analyst bei Nanhua Futures in Hangzhou. „Die Kauflaune in China ist jedoch robust und stützt die Notierungen oberhalb der 1.300-US-Dollar-Marke. Es gibt da draußen immer noch Leute, die kaufen, auch wenn die Preise fallen“, so Xia Yingying weiter.

    Mit der Meinung, dass Käufe aktuell lukrativ sein könnten, befinden sich die chinesischen Konsumenten in prominenter Gesellschaft. Rohstoffexperte Adrian Day, Präsident von Adrian Day Asset Management, erwartet, dass sich der Goldpreis bis Jahresende auf 1.600 US-Dollar je Unze erholen wird. Grund für seinen Optimismus sei die Einschätzung, dass die Regierungen auch in den nächsten Jahren Stimuli zur Ankurbelung der Wirtschaft bereitstellen werden, berichtet Bloomberg.

    Die Investoren hätten bezüglich der Reduzierung der Quantitative-Easing-Maßnahmen total überreagiert, sagte Day in einem Interview. „Alles, was die Fed gesagt hat, ist, dass die zusätzlichen Stimuli zurückgenommen werden sollen. Von Zinsanhebungen oder einer Reduzierung der Fed-Bilanz ist nie die Rede gewesen“, so Day.