Gold-Produzenten haben im zweiten Quartal Sicherheiten an den Terminmärkten verkauft. Dieses so genannte De-Hedging fiel noch stärker aus, als im Quartal zuvor. Dies geht aus dem GFMS-Hedge Report hervor, der in dieser Woche in aktualisierter Form veröffentlicht wurde.

Produzenten verkaufen Gold an den Futuresmärkten zu einem Preis, der heute bereits feststeht. Die Lieferung findet jedoch erst in Zukunft statt. Durch die preisliche Absicherung sichern sie ihre Erträge ab und erlangen dadurch höhere Planungssicherheit. Seit dem vierten Quartal 2001 gab es laut dem GFMS-Bericht Netto nun keine Absicherungen dieser Art mehr an den Goldmärkten. Vielmehr noch: Goldproduzenten scheinen der mittel- bis langfristigen Entwicklung des Goldpreises optimistisch gegenüber zu stehen und fahren ihre Absicherungen weiter zurück.

Allein im zweiten Quartal 2005 wurden laut dem Global Hedge Book des GFMS 2,74 Millionen Unzen (85,1 Tonnen) an Sicherheiten verkauft. Im Vorquartal betrug das De-Hedging ein Viertel dieses Volumens. Im Gesamtjahr rechnen die Analysten mit einem De-Hedging-Volumen von insgesamt 9 Millionen Unzen (280 Tonnen), was 35 Prozent unter dem Vorjahr (13,76 Millionen Unzen) liegen würde. Zum De-Hedging müssen die Goldproduzenten an den Terminmärkten ihre verkauften Kontrakte zurückkaufen und stellten damit seit 2001 einen großen Teil der weltweiten Goldnachfrage.

Der Goldpreis im zweiten Quartal 2005 lag bei durchschnittlich 427,39 Dollar je Feinunze und damit 9 Prozent über dem Vorjahresquartal. Über terminlich abgesicherte Verkäufe erlösten Produzenten im Quartalsverlauf durchschnittlich 419 Dollar je Feinunze Gold, was rund 9 Dollar über dem durchschnittlichen Marktpreis in dieser Periode lag.

Durch das De-Hedging gleichen Goldproduzenten einen Großteil der zurzeit schwachen Nachfrage nach Gold aus der Schmuckindustrie aus. GFMS berichtet, dass das Anlegerinteresse nach Gold im ersten Halbjahr schwankte. Der Dollar werde von der Mehrheit der Anleger in einem Bärenmarkt gesehen. Ein schwacher Dollar geht normalerweise gleichzeitig mit einem höheren Goldpreis einher. Die jüngste Dollarstärke, so GFMS, könne nicht viel an der mittelfristigen bärischen Einschätzung der US-Währung ändern.