Singapur (BoerseGo.de) – Gold legt am Donnerstag nach Veröffentlichung des Fed-Protokolls und der ebenfalls „dovishen“ Rede von Fed-Präsident Ben Bernanke den vierten Tag in Folge zu und hat bei 1.293,60 US-Dollar pro Feinunze den höchsten Stand seit knapp drei Wochen erreicht.

    Das Protokoll der Sitzung am 18./19. Juni hatte enthüllt, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) äußerst uneins bezüglich des Zeitpunkts der Reduzierung der Quantitative-Easing-Maßnahmen waren. Viele FOMC-Mitglieder wollen aber erst noch weitere Verbesserungen, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt sehen, bevor die Anleihenkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden US-Dollar zurückfahren werden sollen.

    Ins gleiche Horn stieß später Bernanke. Der Fed-Chef sagte, eine lockere Geldpolitik sei weiterhin vonnöten und die Arbeitslosenquote von derzeit 7,6 Prozent beschönige möglicherweise die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die vom Markt bislang eingepreiste erste Reduzierung der Anleihenkäufe im September dürfte mit diesen Äußerungen unwahrscheinlicher geworden sein. Unter dieser Erwartung leidet der US-Dollar, während Gold profitiert.

    „Eines ihrer Mandate ist eine niedrige Arbeitslosenquote, aber sie sinkt nicht“, zitiert Bloomberg David Lennox von Fat Prophets in Sydney. „Der Markt hat nun realisiert, dass sie die wirtschaftlichen Stimuli beibehalten, solange es mit der Arbeitslosigkeit nicht voran geht“, so Lennox.

    Gegen 13:05 Uhr MESZ notiert Gold mit einem Plus von 4,75 Prozent bei 1.281,90 US-Dollar je feinunze.