London (BoerseGo.de) – Gold erholt sich am Donnerstag von seinem gestrigen Verlust infolge der Kommentare von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke zum Anleihenkaufprogramm der Federal Reserve Bank. Gold hatte gestern vom Hoch bei 1.300,55 US-Dollar bis zutiefst 1.270,45 US-Dollar je Feinunze nachgegeben und notiert heute gegen 12:25 Uhr MESZ mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 1.282,10 US-Dollar je Feinunze.

    Eigentlich brachte die Anhörung Bernankes vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhaus inhaltlich nichts Neues. Bernanke erklärte erneut, dass Zeitpunkt und Tempo der Reduzierung des Anleihenkaufprogramms konjunkturabhängig ist, wobei eine erste Reduzierung im weiteren Jahresverlauf und ein Auslaufen des Programms für Mitte 2014 angepeilt wird. Der Markt wertete dies jedoch offensichtlich als Hinweis, dass die Anleihenkäufe eher später als früher gestoppt werden.

    „Eine sich verändernde Einschätzung bezüglich des Zeitpunkts der Reduzierung der Anleihenkäufe hat einen direkten Einfluss auf die Goldnotierungen und macht den Handel volatil“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg James Steel, Analyst bei HSBC Securities (USA). „Seit die Investmentnachfrage gering ist und die ETF-Bestände liquidiert werden, ist ein starker physischer markt zentral, damit der Goldpreis nicht noch deutlicher sinkt.“

    Die Bestände des weltgrößten Gold-ETFs, dem SPDR Gold Trust, sind gestern auf 936,07 Tonnen gefallen – der niedrigste Wert seit Februar 2009. „Wir befinden uns nun mitten in der Sommerflaute mit geringer Liquidität, was zu weiterer Goldschwäche führen könnte“, sagte Mark O’Byrne , Direktor der Dubliner GoldCore Ltd.