London (BoerseGo.de) – Gold ist nach der Ankündigung der Federal Reserve Bank (Fed), ihr Anleihenkaufprogramm zurückzufahren, massiv unter Druck geraten. Die Unterstützung am alten 2013er-Tief, das im Zuge des Kursrutsches Mitte April bei 1.337,00 US-Dollar pro Feinunze erreicht worden war, hat nicht gehalten und Gold markierte bei 1.286,05 US-Dollar pro Unze ein neues Zweieinhalbjahrestief.

    Die Fed hatte am Mittwochabend ihren Leitzins auf Rekordtief belassen, gleichzeitig jedoch angekündigt, ihr Anleihenkaufprogramm im Volumen von aktuell 85 Milliarden US-Dollar monatlich dank eines anziehenden US-Wirtschaftswachstums ab der zweiten Jahreshälfte 2013 sukzessive zu reduzieren. Die Fed erwartet, dass die Arbeitslosenquote bereits 2014 auf die Marke von 6,5 Prozent fällt, während das Wirtschaftswachstum zwischen 3,0 und 3,5 Prozent liegen soll. Im Frühjahr war man noch von einem 2014er-BIP-Wachstum zwischen 2,9 und 3,4 Prozent ausgegangen. 2014 sollen die Anleihenkäufe laut Bernanke weiter in Richtung null zurückgefahren werden. Die Entscheidungen seien jedoch jeweils abhängig von der Wirtschaftslage. Einen Zeitplan gebe es nicht und bis zur Anhebung der Leitzinsen sei es noch lange hin, so Bernanke.

    Mit den jüngsten Verlusten hat Gold nun in diesem Jahr bereits 22 Prozent an Wert verloren und befindet sich auf dem besten Wege, den größten Verlust seit 1981 einzufahren, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

    „An den Märkten ist man definitiv nicht bereit zu warten, bis die Rückführung beginnt“, zitiert Bloomberg Ole Hansen, leitender Rohstoffstratege bei der Saxo Bank in Kopenhagen. „Die Kombination aus Reduzierung der Anleihenkäufe seitens der Fed, dem Anstieg der Renditen und einem stärkeren US-Dollar hat Gold unter massiven Abwärtsdruck gebracht“, so Hansen weiter.

    Unterdessen halten die Abflüsse aus dem weltgrößten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust, unvermindert an. Seit Jahresbeginn flossen insgesamt 351,3 Tonnen ab und die Bestände erreichten am Mittwoch mit 999,6 Tonnen den geringsten Stand seit Februar 2009. Die Gold-ETF-Bestände liegen aktuell insgesamt bei 2.111,2 Tonnen – der niedrigste Wert seit März 2011.