Hamburg (BoerseGo.de) – Der Goldpreis legt zu Wochenbeginn den fünften Tag in Folge zu, wobei sich das Edelmetall angesichts einer anhaltend starken Nachfrage nach Anlagegold weiter von seinem größten Kursrutsch seit 30 Jahren am 12./15. April auf ein Zweijahrestief bei 1.337,00 US-Dollar erholt. Die aktuelle Erholung hat Gold bislang bis 1.439,25 US-Dollar in der Spitze geführt und stellt zugleich die längste Gewinnstrecke auf Tagessicht seit Dezember dar.

    „Physisches Gold und Silber sind so gefragt wie lange nicht mehr“, sagt Hannes Zipfel, Edelmetallexperte der Solit Kapital GmbH. „Infolge des Preiseinbruchs von fast 13 Prozent bei Gold und knapp 17 Prozent bei Silber in nur zwei Tagen explodierte die Nachfrage nach Barren und Münzen weltweit.“ Das Verhältnis zwischen Käufern und Verkäufern liegt bei den großen Metallhändlern mittlerweile bei 30:1. Die Nachfrage ist wesentlich größer als das Angebot. „Weltweit beobachten wir bereits bedeutende Lieferverzögerungen bis hin zu Produktengpässen bei nahezu allen gängigen Bullionmünzen wie dem Krügerrand oder dem Maple Leaf“, so Zipfel.

    „Für den starken Kursrutsch an den Edelmetallmärkten sind die Terminmärkte in London und New York verantwortlich“, ist Zipfel überzeugt. „Das Handelsvolumen betrug allein an der US-Terminbörse COMEX 2.336 Tonnen Gold an nur zwei Tagen. Das entspricht 82 Prozent der Weltjahresproduktion. Es handelt sich also um ein reines Terminmarkt-Phänomen – mit realem Goldhandel hat das nichts mehr zu tun. Das ist Preismanipulation pur.“